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Val
Pontirone |
Touristisch
ist das Tal trotz der leichten Zugänglichkeit nur wenig
erschlossen: einzige Unterkunft von Bedeutung ist die Capanna
Cava, was zu
bedauern ist: Das Dorf Pontirone wäre ein idealer Ausgangspunkt für
kurze, aber anspruchsvolle Touren. Es gibt Pläne, das alte Schulhaus
bei der Kirche als eine einfache Unterkunft herzurichten, ebenso einen Stall
auf der Alpe
di Giümela, zumindest letzteres Projekt ist kurz vor der Fertigstellung. Einen
Laden gibt es nicht, aber zwei Grotti in Pontirone. Zum Teil stammen die
folgenden
Informationen
von
Moritz
Vögeli.

Kirche Pontirone, 16.September 2010
Wer von Biasca in Richtung Lukmanier fährt, passiert den Eingang des Val Pontirone meist ohne dies zu bemerken; ein Halt am Parkplatz vor der Brücke und ein Blick in die nur wenige Meter einsehbare Schlucht lohnt sich aber. Über die alte Steinbrücke führt die alte Strasse nach Sant'Anna, die Eisenbrücke flussabwärts gegen den Brenno ist ein Relikt der Anfang Siebzigerjahre aufgegebenen Bahnlinie Biasca - Acquarossa.
Eine Fahrstrasse führt durch das ganze Tal, von Malvaglia über Sant'Anna (Pontironetto) und Pontirone (San Giovanni oder La Val) bis zur Alpe di Cava. Von Malvaglia bis Sant'Anna ist die Strasse gut unterhalten und das ganze Jahr befahrbar. Am Dorfausgang befindet sich eine Barriere, die im Winter oder auch nach starken Regenfällen geschlossen ist; die Einheimischen steigen hier im Winter vom Auto auf ihr Snowmobil um. Vom öffentlichen Verkehr ist das Val Pontirone nicht erschlossen; nächste Bushaltestelle ist Brugaio südlich von Malvaglia, wo stündlich Busse in beiden Richtungen verkehren. In Biasca gibt es ein Taxiunternehmen, Taxi Riviera.
Wichtig für die Erschliessung des Tals war vor dem Bau der Strassen die Materialseilbahn von der Station der Eisenbahnlinie Biasca - Acquarossa an der Lesgiüna über Pontirone nach Biborgh. Die Mittelstation oberhalb der ersten Häuser von Pontirone lohnt einen kurzen Abstecher. Eine ältere Transportseilbahn führte von Pontirone zum Ghiacciaio di Basso, wo vor dem Ersten Weltkrieg Eis abgebaut und bis nach Norditalien exportiert wurde. Ein weiterer Zeuge für den Unternehmungsgeist der Pontironesi ist das Trassee der "Soenda" auf der Südseite des Tals, auf dem im Winter in einem Eiskanal das Holz aus dem oberen Tal bis hinunter zum Ticino geführt wurde; das Teilstück ("Via di Fracc") von der Brücke unterhalb von Ponirone bis In Piena (P. 727) ist heute noch begehbar (T4+). Gut sichtbar ist das heute isolierte Teilstück gegenüber vom Grotto "Al Morin" in Pontirone.
Führt der Talbach, die Lesgiüna, mehr als nur wenig Wasser, so ist er kaum gefahrlos zu überwinden: Brücken gibt es nur drei: unterhalb und oberhalb vom Dorf Pontirone und unterhalb von Biborgh auf der Fahrstrasse zur Alpe di Cava. Der Steg beim Grotto "Al Morin" in Pontirone ist nach dem Unwetter vom Oktober 2005 nicht wiederaufgebaut worden. Wer nach starken Regenfällen das Tal via Svall und die Monti di Lesgiüna verlässt, hat kurz vor Biasca noch eine Furt auf der Fahrstrasse nach Sasso Carnone zu überwinden.
In den Jahrbüchern
des SAC von 1922/23 findet sich eine Monografie von Gotthard End, die
wie das Buch "Biasca
e Pontirone" ausführlich auf das Val Pontirone eingehen. Ferner sei auf
das Buch "Va sentiero" von Plinio Martini hingewiesen,
welches sich unter anderem mit dem Eisabbau am Ghiacciaio
di Basso beschäftigt.

Cugnasco (von Vallaccia), 11.September 2010
Von der Talstrasse zweigt in Pontironetto oder Sant'Anna ein guter Pfad
nach links ab. Er führt nach Solgone, wo er sich mit dem ebenfalls guten
Pfad via Rovrign von P.826 an der Talstrasse vereinigt. Man kann auch
von Pontirone Dorf über die Ruine von Rotonda auf 1220m auf
einem weitgehend verfallenen Weg hier heraufsteigen: Man findet den Beginn
des Pfades oberhalb der Kirche von Pontirone, traversiert durch die Zone Pros
und
dringt auf einem Band in das von Rotonda herabkommende Tobel ein, das bald
wieder nach links verlassen wird um durch Erlengestrüpp zur Ruine zu gelangen
(T4,
mühsam).
Ferner
führt
von
Prastinéi über Ranch ein weiterer Pfad nach Solgone, der oberhalb Ranch in
schlechter Qualität, aber mit vielen blauen Zeichen markiert ist; man
hüte sich,
die Route
zu verlieren, das Gelände ist zerklüftet.
In
Solgone
zweigt
die sehr kühne Weganlage ab, die über die Ruinen von Eir nach
Cugnasco hinüberreicht, sie war früher lokal unter der Bezeichnung "ol
Pontid"
bekannt.
Um
sie
zu
begehen,
steigt
man
zunächst
zu
den
Ruinen
bei P.1573, die in die Tiefe zu stürzen drohen. Am Fuss eines Felsbandes
absteigend,
gelangt man zum alten Wegtrassee, das einst direkt von Solgone herüberleitete,
aber in die Tiefe gestürzt ist. Man erreicht den Grund des Tobels, das
von P.1892
herabkommt auf ca 1530m.
Man folgt dem Tobelgrund wenige Meter aufwärts, um entlang umfangreicher
Kunstbauten, alten Drahtseilen und Eisenstangen das Tobel zu verlassen. Die
Passage ist ausgesetzt
und heikel,
die Verankerungen der Drahtseile sind stets einer neuerlichen Prüfung
zu unterziehen.
Im Anschluss gelangt man auf ein nicht immer ausgeprägtes Wegtrassee,
das nach
etwas Abstieg die Rippe von Rotonda erreicht. Der Eintritt in das nachfolgende
Tobel ist erneut heikel, und nur auf dem alten Wegtrassee problemfrei möglich.
Im Tobel wird etwa 30m abgestiegen, bevor man auf unterbrochener Wegspur zur
Querung nach Eir ansetzt. Diesen Abschnitt der Route in umgekehrter Richtung
zu finden, dürfte sehr anspruchsvoll sein. Von der aussichtsreichen Ruine
von
Eir gelangt man auf völlig überwachsenem Wegtrassee in den Grund
des Tobels, das sich nach Pontirone Paese hinabzieht. Hier scheint zunächst
kein
Weiterkommen
möglich.
Doch findet man in der gegenüberliegenden Felswand eine steile und
ausgesetzte
Rampe. Man klettert die Rampe hinauf (II)
und trifft auf Reste von Kunstbauten. Es folgt eine zweite Rampe, auch sie
wird erstiegen. Am Ende trifft man auf einen
Pfad, der zu einem Felsspalt leitet. Der Spalt wird durchstiegen, was wegen
Fallholz mühsam ist. Jenseits des Spalts folgt man nun einem guten Pfad
bis zu P.1472 in Cugnasco. (Solgone - Cugnasco, 3:00, T6-)
Der
Hauptpfad
setzt
sich
in
Solgone in mehrheitlich
guter
Qualität
auf
die
Terrasse von Cólman (P.1892) fort. Hierher gelangt man auch auf
allmählich überwachsendem Pfad von Muncréch aus: Oberhalb von Muncréch,
auf ca 1270m, steht eine interessante Ruine. Etwas höher findet sich eine
kleine
Pultdachhütte, hier beginnt der anfangs gute nach links wegziehende Weg.
An einem
Birkenwäldchen auf ca 1360m angleangt, macht man zunächst eine Rechtskehre,
hält dann aber bald wieder gerade hinauf, um auf die Fortsetzung des von
hohem
Gras bedrängten Wegtrassees zu treffen. Der
Pizzo
Muncréch
lässt
sich
von
Cólman durch Alpenrosenfelder hindurch besteigen. Auf halber Höhe dieses
Aufstieges gibt es einen Weg, der über Schisgèi nach Nedi
führt, Details unten.

Torrone-Massiv von Sgioranch, 22.Oktober 2010
Zurück zur Talstrasse: Von Pontirone Dorf gab es einst einen Pfad, der
direkt nach Cugnasco führte. Er ist sehr schwierig aufspüren: Man geht
dazu zunächst zum Sprügh auf ca 960m Höhe östlich des von Eir herabkommenden
Baches.
Es gibt einen Pfad hierher, der seinen Ausgang unterhalb des Stollenportals
der Kraftwerke an der Strasse nach Fontana hat (Kehre 2, oberhalb P.896). Vom
Sprügh
führt ein Weg mit einigen Kunstbauten in das Tobel hinein. Man gewinnt entlang
der Felswand, die Cugnasco trägt, an Höhe. Auf ca 1150m setzt man - entlang
von verfallenen Kunstbauten - eine annähernd waagrechte Traverse gegen Raiada
an,
und erreicht schliesslich nach Passage einiger obligatorischer Durchschlüpfe
den Rücken von Cugnasco, über den man die Route auf Wegresten vollendet. Zeitweise
war es gebräuchlich von Pontirone Dorf über die Zone Pros ins Tobel auf 1150m
zu steigen, vgl. alte LK. Zwar findet man auch dort vereinzelte Reste von Kunstbauten,
doch ist diese Route mühsamer und zeitaufwändiger, so dass man heute besser
über die
zuerst genannte Route direkt durch das Tobel ansteigt. Der gewöhnliche Aufstieg
nach Cugnasco führt heutzutage vom
Riale
della
Stampa
auf
akzeptablem
Pfad wie auf der aktuellen LK verzeichnet (Wegbeginn durch Hochwasser und Murgänge
regelmässig stark beschädigt oder verschwunden). (Pontirone - direkt-
Cugnasco, 2:00, T5-) (Riale della Stampa
- Cugnasco, 1:30, T4-)
Rund 50m oberhalb Nedi zweigt ein Pfad nach Nordwesten ab, dessen Anfang ebenfalls
rot markiert wurde (vermutlich irrtümlich). Er wird bald undeutlich, doch
existieren noch viele Trasseereste, die auf ca 1920m in das Tobel hineintraversieren,
welches nach Pontirone Dorf abfällt. Im Tobel angekommen ist keine Wegfortsetzung
mehr zu sehen, doch findet man im gegenüberliegenden Wald bald Wegreste, die
auf den Rücken von Schisgèi auf 1960m Höhen leiten. Hier beginnt eine
bequeme Traverse über breite Bänder bis in die nach P.1676 abfallende Rinne.
Durch die Rinne 60m aufsteigend (Wegreste) erreicht man die Fortsetzung der
Traverse und in Kürze den Westgrat des Pizzo Muncréch auf ca 2050m. (Cugnasco
- Nedi - Schisgèi - Westgrat Pizzo Muncréch, 2:30, T4)

Piz di Strega, 22.Oktober 2010
Oberhalb
der
Hütten
von
Cugnasco,
bei
P.1472, münden die oben beschriebenen Reste des "ol Puntid" von Solgone ein.
Auf
einer
Treppenanlage, die linkerhand ansetzt, gewinnt man über den Sporn rasch an Höhe.
Bei
ca
1640m
zweigt ein alter Pfad über Scepinella nach Mazzorino
ab:
Auf
einer Wegspur gelangt man in den Tobelgrund des Riale della Stampa. Im Tobel
wird etwa
60m
abgestiegen,
bis unter den Wasserfall, der aus Richtung P.2136 herabkommt. Hier wird der Riale
überquert, jenseits steigt man über eine breite Grasrampe mit der alten
Weganlage steil an. Bald wird die Rampe verlassen, und das Wegtrasee traversiert
sehr exponiert
über hohem Abgrund in das nachfolgende Tobel. Bei einem Block mit alter
roter Markierung steigt man in eine grasige Rinne hinein, der man bis zu einem
Sattel
ca 100m höher folgt. Von hier traversiert man noch kurz weiter bis zu einem
Vorsprung und steht vor der ausgedehnten Schutthalde von Scepinella. Man steigt
eher mühsam
über die Halde ab und erreicht im Grund des nächsten Tobels den Beginn
des vorzüglichen
Pfades, der nach Mazzorino hinüberleitet (T5+).
Oberhalb der eingangs bezeichneten Verzweigung ob Cugnasco, erreicht man
die
Ruinen
von
Nedi.
Im
weiteren
Wegverlauf
bis
auf
die
Forcula
di Biasagn (P.2282), die einen
nicht leichten Übergang ins Val Malvaglia erlaubt,
findet man noch einzelne Reste von Kunstbauten vor. Die
Schlüsselstelle, wo der alte Pfad noch
gut
sichtbar ist, ist recht ausgesetzt. Von Cugnasco über Nedi bis zum Beginn
der
offenen Flächen auf ca 2050m ist die Route neuerdings inoffiziell rot
markiert. (Cugnasco - Nedi - Alpe di Biasagn, 3:30, T5)

Nedi, 18.Oktober 2010
In Sciresa angekommen, braucht man nicht der Asphaltstrasse weiter zu
folgen, sondern geht durch das Dorf bis zu den obersten Gebäuden, wo man den
Beginn der
alten
Mulattiera findet, die einmal die Strasse kreuzend und eine nicht verzeichnete
Kapelle passierend zu den Gebäuden bei der Strassenkehre ca 1120m unterhalb Cavrèi
führt. Hier
und
in
Fararign
existieren jeweils Abzweigungen nach Cascina
Negra, wo die Pfade heutzutage enden. Auch wenn noch in der aktuellen Landeskarte
verezichnet iist die einstige Fortsetzung über
Tev
nach
Cugnasco
in erbärmlichen Zustand und nur für Experten geeignet. Den Pfadbeginn findet
man am Heliport in Cascina Negra, für den genauen Verlauf studiere man die Landeskarte.
(Cavrèi - Cascina Negra - Tev - Cugnasco, 2:00, T5)
In der Kehre ca 1180m oberhalb Cavrèi setzt sich das Trassee der einstigen
Mulattiera fort: Wenngleich es noch vorhanden ist, ist es in diesem Abschnitt
allerdings
weitgehend überwuchert und mühsam zu begehen. Man passiert dabei
die in der LK
verzeichnete, heute im Gestrüpp liegende Kapelle, die bemerkenswerterweise
1996
nochmals renoviert wurde, und erreicht die Fahrstrasse an ihrem höchsten
Punkt.
In
Fontana
zweigen zwei Varianten nach Mazzorino ab. Dort kann man entweder auf
eher gutem Pfad durch den Bosco della Canva zum Rifugio
Biasagn und weiter auf
Pfadresten in die Forcula di Biasagn (P.2282) oder zum Übergang P.2328
steigen. Oder auf akzeptablem Pfad mit sporadischen verblassten
Markierungen über Stabbiello zu den Ruinen von Bòrsgen bei P.2047 gehen.
Die Markierungen setzten sich entlang der einstigen Weganlage zum
etwas mühsamen Übergang der Bocchetta di Bòrsgen fort, wo man ins Val Combra gelangt, Details dazu hier.
Stabiello ist auf gutem
Pfad auch mit dem Bosco della Canva verbunden, sowie mittels einer teilweise
verfallenen Weganlage mit dem Rifugio
Biasagn. Auch Biasagn und Bòrsgen waren einst direkt miteinander
verbunden, der Pfad traversierte nahezu konstant auf der Höhenkurve
2000. Im westlichen Abschnitt sind noch einige Wegreste erhalten, im östlichen
Teil ist alles verfallen,
das Gelände jedoch unschwierig.

Bòrsgen, 14.September 2010
In Tücetvài und in Mazzorino zweigen jeweils Pfade in mehrheitlich guter
Qualität
ab, sich später vereinigen, und auf die Alpe d'Ardèd führen. Von hier
führt eine nicht sehr deutliche Wegspur, die aber geputzt und markiert
ist, auf die Terrasse von Bòrsgen hinauf. Der Hauptweg setzt sich in wilder
Umgebung und bescheidener Qualität zu den Ruinen von Cerign (P.2073) fort.
Von Cerign gelangt man ohne besondere
Probleme auf den Resten eines Weges zum Pass Giümela hinüber. (Alpe d'Ardèd
- Cerign - Pass Giümela, 1:30, T4+)
Cerign und Bòrsgen waren einst durch einen heute noch teilweise erhaltenen
ausserordentlich wilden Pfad miteinander verbunden.
Ohne Ortskenntnis empfiehlt es sich in Cerign zu starten, und nicht umgekehrt.
Man studiere von Cerign die Situation: Vor der in P.2398 kulminierenden
Rippe befindet sich eine tiefe Schlucht, davor eine schmälere, mit einigen
Tannen bestandene Rippe. Vor dieser Rippe sind unterbrochene Plattenzonen.
Unmittelbar über einer dieser Plattenzonen lässt sich ein Wegtrassee
ausmachen. Ziel ist es, dieses Wegfragment zu erreichen, wozu man am besten
auf etwa
2100m traversiert und beim Auftauchen von Schwierigkeiten gegen die Wände
des Piz di Strega aufsteigend ausweicht. Hat man das Wegfragment erreicht,
folgt man ihm, überquert die erste Rippe und steigt über eine Wiese
ab. Wegspuren leiten versteckt zwischen zwei Tannen hindurch auf ein aussergewöhnliches
Weglein, welches eine senkrechte Graswand absteigend durchquert und in einer
Rinne
endet. Durch die Rinne absteigend (II-), erreicht man den Grund der
grossen Schlucht. Gleich jenseits findet man die Wegfortsetzung, die über
ein schmales Band, das anfangs etwas ausgesetzt ist, auf die zweite Rippe
(jene mit
P.2398) führt. Über die teilweise mit Tannen bestandene Wiese jenseits
der Rippe traversiert man aufwärts, trifft wieder auf ein Trassee, das
nun unmittelbar unter die senkrechten Wände des Strega führt. Auf
bemerkenswertem Band promeniert man nun unmittelbar am Fuss der Felswand
entlang (exponiert, aber gut begehbar)
und erreicht bald eine nach Bòrsgen Ost (725400/138600) abfallende
steinübersäte
Wiese, wo man auf den von Ardèd heraufkommenden Pfad trifft. (Cerign
- Bòrsgen,
1:00, T5+) Durch
Einbeziehung dieser Verbindung ist es möglich in 2:30 vom Pass Giümela
ins
Rifugio Biasagn zu
gelangen.

Situation Sentiero Cerign - Bòrsgen, 22.Oktober 2010
An der Talstrasse zweigt unterhalb Biborgh der markierte Wanderweg über die
Alpe di Lesgiüna zum Pass Giümela ab, wobei man in Prato Dentro die Bergstation
der alten Seilbahn passiert.
Der
Pass
Giümela
bildet
- wie die Bocchetta di Vedrign - einen günstigen Übergang ins Val Calanca. Auf der Alpe
di Giümela besteht
eine Abzweigung zur Alpe Pradaccio hinüber. Man wähle den unteren der
beiden auf der Landeskarte eingezeichneten Pfade, der obere ist
verbuscht. Von Pradaccio steigt man weglos in die Senda del Bò, die den
Übergang nach Fontana Amara zulässt und mit einer Stange markiert ist.
Jenseits geht es steil über ein ausgesetztes, mit alten Markierungen
versehenes Band hinab. Auf ihm finden sich Spuren einer Weganlage. Man
erreicht so die Weiden von Büiòn, von wo man weglos zum Gebäude P.2007
absteigen kann, wo sich ein Pfad über Partigherèsc zur Alpe di Sceng
findet. Eine andere Pfadspur führt über Fontana Amara zur Alpe di Sceng
di sopra. Möchte man jedoch zur Capanna
Cava, so ist es ratsamer von Büiòn nach Ganna del Torent zu queren,
um auf einer Wegspur nach P.1874 zu gelangen und von dort mit Hilfe
eines Drahtseils nach Prasorc zu kommen.

Station Biborgh (in Prato di Dentro)
Oberhalb der Capanna Cava befinden sich die Übergänge des Passo del
Mauro und der Forcarella di Lago, die die Übergänge ins Valle d'Osogna und ins
Valle Santa Petronilla erlauben. Beide
Pässe sind mit einem guten Pfad versehen und markiert.
Die Südseite des Val Pontirone ist allgemein weniger wild. Die
Landeskarte gibt die vorhandenen Pfade gut wieder. Darüberhinaus
existieren noch folgende Pfade:
Von Sciresa nach Bòva führte einst die Strada delle Vacche nach Sceng und Cava. Sie
ist zwischen Sciresa und Sgru weggerutscht und völlig verschwunden. Auch die
Brücke über die Lesgiüna existiert schon lange nicht mehr. Südseits der Lesgiüna hingegen
ist sie in einwandfreiem Zustand erhalten. Daher gilt es zunächst von Sciresa
oder Cavrèi aus, den einstigen Standort der Brücke über die Lesgiüna auf ca 1070m
zu
erreichen, was nicht ganz einfach ist: Die in der aktuellen LK noch eingezeichnete
Werkstrasse von P.1039 zur Wasserfassung ist zerstört und weggebrochen. Besser
geht man von Sciresa entlang der Lesgiüna oder müht sich von Cavrèi durch die
Rutschhänge. Im Flussbett der Lesgiüna bemerkt man auf ca 1070m eine
Reihe von roten Markierungen, die zum südlichen Ufer weisen. Über eine rutschige,
meist nasse Felsrampe (II) ersteigt man vorsichtig die Böschung und erreicht
das
bemerkenswert breite und gut erhaltene Trassee, das in interessanten Windungen
zum Stummel
der Forststrasse, ca 1300m, unterhalb Bòva führt. (Sciresa - Bòva,
1:30, T5-)
Von Bòva und alternativ
von der Kehre ca 1410m oberhalb Bòva führen gute Pfade über
Bovèta in den Bosco
di
Bovèta (P.1475), von wo man weglos, aber gänzlich problemfrei in
die Alpe d'Albèa
steigen kann. (Bòva - Bovèta - Albèa, 2:00, T3)
Der Pfad Alpe di Sceng - Vallaccia - Alpe d'Albèa - Pessètt
wurde im Herbst 2010 offiziell
markiert.

Alpe d'Albèa, 11.September 2010
Von Pontirone Dorf führt ein guter, gepflegter Pfad durch eine Rutschzone
über Piano nach Negrina und Bàita. Genau südlich des westlichsten Gebäudes
in Negrina findet man noch den guten Wegbeginn des alten Pfades nach Svall
(und Airòld). Er wird rasch schlechter und verliert sich bald komplett. Durch
den Bosco di Negrina aufsteigend erreicht man den ehemaligen P.1419 auf der
Rippe, hinter welchem sich das grosse, zur Lesgiüna abfallende Tobel befindet. Hier
zweigte einst der Pfad über Premestì nach Airòld ab, er sollte keine Schwierigkeiten
bieten. Um nach Svall zu gelangen traversiert man auf einem Felsband mit
Wegresten etwa 20 Meter in die senkrechten Wände des Tobels. Man geht eine
Kehre und erreicht den Beginn des ersten Drahtseils, das rund 15m senkrecht
nach unten führt. Unten angekommen beginnt man eine überraschend einfache
Traverserierung gegen den Tobelgrund, bis man erneut auf Schwierigkeiten
stösst. Zwei grasige Bänder leiten auf einen sehr exponierten Felsvorsprung.
Im oberen Band hängen zerstörte Drahtseile. 2m tiefer leitet ein besser zu
begehendes Band auf den gleichen Vorsprung; man benutzt mit Vorteil das untere
Band. Jenseits gelangt man auf ein zunächst breites grasiges, dann sich immer
mehr verschmälerndes Band, das schliesslich zu einem Felsgesims unter
einem Überhang wird. Über Band und Gesims erreicht man vorsichtig
den Tobelgrund. Wenige Meter tiefer trifft man auf einen überraschend guten
Weg, der in Kürze nach Svall führt, vgl. aktuelle LK. (Negrina - Svall, 1:30,
T6-)
Vom südlichsten Gebäude in Negrina (Bàita, ca 1120m) sticht
man genau südlich in den Wald hinein und trifft bald auf ein Trassee mit
alten Schnittspuren, das gegen Premestì führt. Wenig bevor man die Ruine
von Premestì erreicht, verschwindet es allmählich im hohen Gras. Von der
Ruine kann man weglos weiter nach Airòld (einfach) oder In di Ari (Felsbänder,
etwas unübersichtlich) weitergehen. (Negrina - Premestì - Airòld, 2:30,
T4-).

Airòld, Piz di Strega, 21.Oktober 2010
Zu
den einstigen
Pfad
von
Sciresa nach Bovèta und von Pontirone Dorf nach Albèa (Sentéi
dra Sponda) fehlen
bisher Informationen.
Die Talstrasse vermeidend führt auch ein Pfad entlang der orografisch
linken Flanke der Schlucht der Lesgiüna. Er beginnt in den Monti
Lesgiüna, die von Ponte Lesgiüna oder von Sasso Cornone erreicht
werden, und führt in bescheidener Qualität durch hohe Vegetation nach
Pontirone Dorf.
Für weiterführende Angaben zum Val Pontirone sei auf die vorhandene Literatur hingewiesen.