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Mattertal



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Einzige auf dieser Website beschriebene Zone nördlich des Alpenhauptkamms. Dies weil die schluchtartige Topografie im Mattertal mit derjenigen der Alpensüdseite vergleichbar ist und das Tal diverse wilde Alpwege bietet. Im Umfeld von St.Niklaus sind diverse alte interessante Pfade markiert und mit Nummern versehen. Vermutlich stammen diese Markierungen aus den 1970ern, näheres konnte dazu nicht in Erfahrung gebracht werden.

  Mattertal
  Mattertal von Undri Läger, 31.Juli 2014
In der Region um Törbel finden sich einige kurze, interessante Wege, die zumeist noch unterhalten werden, beispielsweise Bachtole (P.1201) - Törbel, Bachtole (P.1201) - Feld oder Stalden - Unnerflie. Aufgegeben, aber weniger interessant sind die Pfade Feld - Barlei und Zen Blattu - Schüfla. Über den einstigen Pfad Lochere - Feld ist hingegen nichts bekannt.

Südlich von Embd trifft man auf die aufgegebenen Wege von Derfji via Embdbachbrücke P.1227 und die Kraftwerksanlagen (Seilbahnen von Chipfe) nach St.Niklaus sowie von Grossberg nach St.Niklaus. Sie führen teilweise durch lebendiges Gelände und sind steinschlaggefährdet. Von einer Begehung wird abgeraten. Grossberg wird heutzutage ausschliesslich auf dem zum Fahrweg ausgebauten Weg ab Chriz erreicht. Die Variante ab dem Embdbach via Undri Äbi ist aufgegeben und in bescheidenem Zustand. Gelegentlich noch begangen wird hingegen die Grossbergeri, eine eingedolte Wasserleite, ab der Schöpfe am Embdbach ca 1840m. Aufgegeben ist ebenfalls der einstige Wanderweg von Grossberg via die Rinne P.1934 zu P.2131 am offiziellen Wanderweg Embd - Jungu. Die Weganlage ist am Verfallen, die Route wird kaum mehr begangen. Die Zone um P.2131 ist heutzutage als Wart bekannt, die Landeskarte platziert den Flurnamen "Waar" hingegen in den felsigen Flanken südlich des Grossberges. Tatsächlich befinden sich die Ruinen der Wart wenig oberhalb des ehemaligen P.1859 auf dem einladenden Vorsprung nördlich des Chalchuzigji. Ein schöner, alter, aber nicht mehr begangener Weg führt von der Kehre südlich P.1934 hierher. Er setzt sich - deutlich bescheidener - durch wildes Gelände und in teilweise sehr ausgesetzter Routenführung durch die Felswände des Chalchuzigji nach Lerchji fort. Es ist indessen sehr schwierig den Weganfang bei den Ruinen der Wart aufzuspüren, so dass eine Begehung in Gegenrichtung empfohlen werden muss. Lerchji selbst wird am schnellsten auf einem waagrechten, nicht in den Karten verzeichneten Pfad von Wintergadmen (P.1809, Mittelstation Jungenbahn) durch die Felswände erreicht. Alternative Zugänge führen von Jungu via Egga - Biel oder Gafine - Biel wie in der Landeskarte verzeichnet ins Lerchji. (Wintergadmen - Lerchji - Wart - Grossberg 1:30, T5)

Sälliweg  
Sälliweg, 31.Juli 2014  
Von der Mittelstation der Jungenbahn bei Wintergadmen (P.1809) führt ein interessanter, unterhaltener Pfad über die Betonbrücke bei P.1684 nach Ze Stadlu, P.1800, den unteren Stafel von Sparru. Der Normalweg führt hingegen von St.Niklaus via P.1446 und Teli hierher. Unterhalb P.1446 existiert eine interessante, in der Landeskarte verzeichnete Variante. Im Sparruwald sind diverse alte Wege markiert, so der Tamaraweg und der Barackenweg, Details fehlen. Vom oberen Stafel von Sparru (P.1902) führt ein interessanter offizieller Wanderweg durch recht wildes Gelände ins Jungtal. Er folgt indessen nicht der Wasserleite, die über mehrere hohe senkrechte Felsstufen geleitet wird, sondern führt höher oben hindurch, nämlich via P.2212. An einer gewissen Stelle hat man einen eindrücklichen Blick zu den Gebäuden der Stellimatte, unter hohen Felswänden gelegen; sie werden von Jungu erreicht. Es ist möglich aus dem Umfeld von P.2212 über das Plattje und P.2263 nach Sällflue zu gelangen. Die dortigen Jägerhütten werden aber gewöhnlich auf einem der beiden in der Landeskarte verzeichneten Pfade ab Sparru erreicht. Ein ausserordentlich wilder und anspruchsvoller Pfad führt vom Funkmasten bei St.Niklaus via die noch genutzte Wiese des Sälli zur Sällflue. Er ist schwarz-weiss-rot markiert und die heikelsten Stellen sind mit Ketten oder Drahtseilen versehen, doch sollte dieser Weg nur von Erfahrenen begangen werden, insbesondere im Abstieg. (St.Niklaus - Sälli - Sällflue 2:30, T5+/II)

  Riedji
  Riedji, 5.August 2014
Von St.Niklaus und von Birchmatte führen zwei unmarkierte, aber unterhaltene Pfade in die gepflegte Alp Riedji. Zwischen ihrer Vereinigung und dem Sattel (P.1551) sind zwei verschiedene Varianten möglich, siehe Landeskarte. Vom Riedji kann man auf Wegspuren über Dorftossu in die Sällflue gelangen. Ein alternativer Zugang nach Riedji über den Rücken unmittelbar nördlich des Verlaufs der Materialseilbahn ist bekannt: Dazu verlässt man den Wanderweg von St.Niklaus auf 1350m und steigt auf den genannten Rücken. Oben gelangt man an zwei morsche, nicht mehr begehbare Holzleitern, die man rechts umgeht (T5+). - Der einstige Wanderweg vom Sattel nach Medji ist aufgegeben und liegt teilweise in einer Felssturzzone. Von einer Begehung wird abgeraten, wenngleich sie möglich ist und auf diversen Wegweisern nach wie vor auf diese Verbindung hingewiesen wird. Heutzutage geht man nur noch von Ze Schwidernu auf einem nach dem Felssturz angepassten Wanderweg nach Medji. Er wird wenig begangen. Oberhalb Medji passiert man interessante und ausgesetzte Stellen und gelangt zur Vereinigung mit dem vom Schwidernuwald (P.1360) heraufkommenden unmarkierten, aber etwas besseren Pfad. Wenig nach dieser Vereinigung nimmt man eine weitere Abzweigung wahr, die in Kürze über ein Felsband und eine abwärts führende Treppe nach Unter Bode führt. Es ist dies ein eindrücklicher und sehr bemerkenswerter Platz, allseits von senkrechten Felswänden umgeben. Bleibt man auf dem Wanderweg gelangt man in Kürze nach Bode und kann via Walkerschmatt und Wänguberg zur Topalihütte weitergehen. Der alte direkte Pfad von der Walkerschmatt nach Unnerbächji ist als Pfadspur noch erhalten (T4).

Von Ze Schwidernu führt der vielbegangene Hüttenweg via Blattäbi und Unnerbächji zur Topalihütte. Vor der Brücke über den Blattbach, P.1707, zweigen die noch gut erkennbaren Reste eines direkten älteren Pfades nach Unnerbächji ab. Auf der anderen Seite der Brücke führt eine gute Weganlage zur Jägerhütte P.1753. Im Blattäbi zweigen die Pfade zur Ruine von Blattu und zu den luxuriösen Jägerhütten im Schilfgädi ab. Von hier führen die Reste eines nicht mehr häufig benutzten Pfades nach Chastul. Teilweise folgt dieser Pfad einer aufgegebenen Wasserleite, teilweise hat er ein eigenes, höheres Trassee. Wegen des steilen Geländes und einer abschüssigen, auf halber Strecke zu querenden Rinne ist seine Begehung nicht ganz einfach. (Blattäbi - Schilfgädi - Chastul 1:30, T5-)

Unter Bode  
Unter Bode, 8.August 2014  
Von Herbriggen führt ein interessanter, recht abenteurlicher Pfad nach Sänggini. Er folgt indessen zwischen P.1417 und der Kehre im Legi, ca 1750m, nicht der Signatur der Landeskarte, sondern führt in direkter Routenführung, und zwar noch direkter als dies die Landeskarte von 1972 andeutet. In der Kehre im Legi befand sich einst die Abzweigung in die Seematte: Der Beginn dieses Pfades ist auch heute noch sichtbar und war ebenfalls im Kartenblatt von 1972 vermerkt. Er muss im weiteren Verlauf den Tumigbach queren, was in Anbetracht des regelmässig hohen Wasserstandes grosse Probleme bereiten dürfte, Details fehlen. Bei der Kehre im Legi beginnt die lange waagrechte Querung über den Bertscherfäd nach Unner Sänggini, 1829m. Nach den dortigen Gebäuden mündet der alte Weg von Blattbach durch die Schilfgädiflüe ein, der Beginn ist noch sichtbar, Details fehlen. Möglicherweise ging man einst mit dem Grossvieh ab Blattbach via Sängghütte - Bertscherfäd - Legi auf die Seematte. Der Pfad setzt sich ab der Sängghütte zur Sänggini, P.1958, fort. Man steigt nun links auf den offenen Rücken und gewinnt über Wegspuren weiter an Höhe. Bei der Höhenkurve 2100m traversiert man auf sichtbarem Pfad in die linkerhand gelegene Rinne und gelangt in Kürze nach Alp Chastul. Der in der Landeskarte verzeichnete Pfad gegen den Sibulbodme wird hingegen kaum mehr begangen. Dies gilt auch für die von Chastul über ein schmales Band führende Weganlage nach Norden in die Rinne unter dem Sibulbodme. Begangen hingegen wird noch die Route vom Schilfgädi her kommend zur Höhenkurve 2300m oberhalb Chastul. Hier kommen die Reste des Weges von Alp Chastul nach Abberg hindurch und stellen so die Verbindung zum selten begangenen Weisshorn-Topali-Höhenweg dar, der den Abberg auf 2680m traversiert. Auf den neuesten Ausgaben der Landeskarte ab 2010 ist die Situation rund um Chastul etwas zutreffender dargestellt als in den vorigen Ausgaben, weist aber immer noch Mängel auf. (Herbriggen - Sänggini - Abberg/Tälli 4:00, T4+)

Von Herbriggen führt ein 2014 neu hergerichteter Pfad nach Reckholder und in sehr wilder Routenführung durch den Guggigraben nach Guggini, wo sich eine offene und gut eingerichtete Selbstversorgerhütte befindet (im September für Jäger reserviert). Der Weg setzt sich auf den Guggiberg fort, wo man auf den Weisshorn-Topali-Höhenweg stösst. Alte Karten geben einen Pfad von Herbriggen Bahnhof zu P.1738 wider. Ob er je eine Fortsetzung auf die Seematte hatte ist nicht bekannt. (Herbriggen - Reckholder - Guggini 2:15, T4)

  Hohbalmeweg
  Hohbalmeweg, 6.August 2014
Einer der bemerkenswertesten Alpwege des Alpenbogens führt von Breitmatten nach Hohbalme: Er führt durch die senkrechte, 600 Meter hohe Wand der Hohbalmeflue. Dabei nutzt er die vom Tal aus gut sichtbare, baumbestandene, aber sehr steile Rampe, die die Wand von rechts unten nach links oben durchreisst. Südlich der Häusergruppe von Rosswang, P.1305, befindet sich der Ausgang des Umgehungsstollens der Matter Vispa durch die Bergsturzzone von Randa. Oberhalb des Stollenmundes erkennt man ein grosses zerstörtes Steinschlagnetz. Unmittelbar hinter diesem Netz ist der Wegbeginn zu finden. Man erreicht diese Stelle am besten, indem man die Brücke bei P.1331 über die Matter Vispa überschreitet und einer aufgegebenen waagrechten Werkstrasse folgt, die gegen den Stollenmund führt. Bevor man den Stollen erreicht steigt man etwas mühsam durch das Stotzunds Waldji zum Steinschlagnetz hinauf. Entlang der gut erkennbaren Weganlage wird nun auf exponierten Bändern diagonal gegen das Rosszügji angestiegen. Bevor man es erreicht holt man über Reste von Kunstbauten nach links aus und erreicht durch einen Kamin mit Treppenrest den Sporn vor dem Rosszügji mit schönem Blick auf den Wasserfall. Man folgt dem Sporn aufwärts, erreicht eine Wiese und begibt sich auf Trasseeresten in die steile von Hohbalme herabkommende Rinne, die wenig höher traversiert wird. Über die eingangs erwähnte Rampe gewinnt man nun auf den Resten der sehr interessanten Weganlage die Höhenkurve 1900m, wo man unter einer höhlenartigen Felswand anlangt. Dabei sind auch einige kurze mühsame Abschnitte durch Alpenrosen zu überwinden. Unter der Felswand geht man nach rechts, steigt weiter auf, bis sich eine unscheinbare Möglichkeit ergibt über ein anfangs sehr schmales Band nach links zu traversieren. In Kürze erreicht man offenes Gelände und gelangt über deutliche Reste einer Weganlage durch sehr steile Grashänge zu den unterhaltenen Gebäuden von Hohbalme. Bis hierher sporadisch verblassende rote Farbmarkierungen. Durch nun einfaches Gelände mit Traseeresten steigt man zu den Ruinen des mittleren und des oberen Stafels, ex-P.2073, hinauf. Führt der Rosszügjibach nur wenig Wasser kann man von einer wenig höher gelegenen Stelle auf Wegresten zur ansteigenden Traversierung zu P.2235 ansetzen. Andernfalls müht man sich durch ausgedehnte Alpenrosenbestände direkt zum Weisshorn-Topali-Höhenweg hinauf, den man bei der Höhenkurve 2300m erreicht. (Breitmatten - Hohbalme - Höhenweg 3:30, T5+)

Auf der orografisch rechten Talseite des Mattertals ist das Gelände sehr viel sanfter. Von besonderem Interesse ist lediglich der Weg von Breitmatten entlang des Birchbachs nach Bergji: Er führt in abentuerlicher Routenführung durch eine senkrechte Felswand und wird gut unterhalten. Seinen Beginn findet man in der südöstlichsten Ecke der Wiesen von Breitmatten. Der Abstieg kann auf dem nördlichen Pfad erfolgen oder man steigt via Höuschbiel nach Säldgalen oder via Hohbergtritt nach Hohberge, beide am vielbegangenen Europaweg gelegen. (Breitmatten - Birchbach - Bergji 1:30, T4+)

Bergjiweg  
Bergjiweg, 4.August 2014
 
 
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