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Valle dell'Isorno



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Die beschriebene Region umfasst das vom Torrente Isorno durchflossene Valle dell'Isorno, linkes Seitental des Valle d'Ossola, einschliesslich aller Seitentäler. Eine Buslinie mit bescheidenem Angebot verkehrt vom Bahnhof Domodossola nach Altoggio. Eine andere Buslinie verkehrt alle 2 Stunden als Ringverkehr ab und bis Domodossola via Masera - Pontetto - Preglia. Je nach Routenwahl können auch folgende Angebote des öffentlichen Verkehrs im benachbarten Valle Vigezzo von Interesse sein: Die Buslinie Druogno - Coimo und die Rufbuslinie Druogno - Albogno (beide als "Druogno urbana" in den Fahrplänen) sowie die Luftseilbahn Prestinone - Piana di Vigezzo. Die aktuellen Busfahrpläne sind auf vcoinbus.it einzusehen. - Für das Befahren der Strasse nach Agarina werden keine Bewilligungen mehr erteilt. Die Naturstrasse von Pontetto nach der Kraftwerkszentrale bei Laghetto unterliegt keinen Beschränkungen. Für die Asphaltstrasse von Masera nach Alpe Pescia ist eine Bewilligung und der Barrierenschlüssel bei der Gemeinde Masera erhältlich. Diese Strasse darf auch mit Bewilligung nur bis zum Parkplatz beim Lago di Pescia, 1340m, befahren werden. - Im Talhintergrund befinden sich die nur mit Schlüssel zugänglichen Rifugi Sironi und Bonasson, das einfache Rifugio Alpe Cavegna sowie das spartanische, immer offene Bivacco Campolatte. Für längere Aufenthalte in der Zone findet man empfehlenswerte Unterkünfte auf ossolaland.com. Das Tal stösst an die benachbarten Schweizer Täler Campo, Vergeletto und Onsernone an. - Im Einzugsbereich des Rio Fenecchio findet man wiederholt hellblaue Markierungen. Einerseits sind damit offenbar alte Wege gekennzeichnet. Andererseits scheint es sich um Vermessungsmarkierungen o.ä. zu handeln, so dass ihnen nicht in jedem Fall zu trauen ist. Die Angaben zum Tal sind bisher unvollständig, sie werden im Verlaufe der Zeit ergänzt werden.

Das Valle dell'Isorno war von der Hochwasserkatastrophe des 7.August 1978 besonders betroffen. Die zerstörten Kraftwerksanlagen wurden nur teilweise wieder errichtet. Die Seilbahnen nach Sale und Forgnone - Larecchio wurden nicht wieder in Betrieb genommen. Wege und Strassen wurden - wenn überhaupt - teilweise an anderen Orten wiedererrichtet. Dies erklärt die gelegentlich anzutreffende Situation, dass Karten mit Ausgabejahr 1978 und früher Brücken und Strassen an anderen Stellen wiedergeben.

Valle dell'Isorno  
Valle dell'Isorno (von Nezza), 4.Juni 2012
 
 
Von der Alpe Pescia führt ein offizieller Wanderweg über den aussichtsreichen Grat vorbei an der Cappella di Calavrino und über den Monte Alom bis zum Monte Loccia di Peve. Nach dem Croce di Rovareccio ist die gute Abzweigung nach Alpe Plone sichtbar (Details fehlen). Bei der Verzweigung nach P.2033 führt ein waagrechter Pfad durch eine wilde Rinne unter dem Pizzo Cazzola hindurch und weiter zur Bocchetta di Cazzola. In der Scharte nördlich des Pizzo Cazzola befindet sich ein deplatzierter Wegweiser, der eigentlich in die Bocchetta di Cazzola gehört. Über den Pfad von hier zur Alpe Plone ist ebenfalls nichts bekannt. Problemlos ist der Weiterweg zum Pizzo Locciabella, in dessen Westgrat alte Karten in unmittelbarer Gipfelnähe den Passo di Locciabella, 2315m, platzieren, über welchen ein Pfad nach Alpe dei Casaletti (Ruine P.1969) führte, Details dazu fehlen. (Alpe Pescia - Monte Alom - Pizzo Locciabella 3:30, T4)

Rund einen halben Kilometer vor der Centrale Ceretti in Laghetto, nämlich noch vor der Einmündung des Riale di Mondei zweigt - nicht offensichtlich - der alte Pfad zu den Ruinen von Mondei, 534m und 610m, ab. Er setzt in der Nähe der unteren Gebäude über den Riale di Mondei über, um - zumeist gut ausgeprägt und mit hellblauen Markierungen versehen - zu den Ruinen der Alpe Cola, 966m, zu führen. Eine waagrechte Traverse führt zum Rio Cola um jenseits die nicht immer ausgeprägte Wegfortsetzung zu erreichen, die in Kürze zu den Ruinen von Solada, 989m, und Valle del Bianco, 945m, führt. Dies- und jenseits des Rio Cola führten einst Pfade nach Corbucela, 1134m, hinauf, Details fehlen. Hinter Valle del Bianco führt zunächst ein gutes, hellblau markiertes Trassee gegen Nordosten. Es endet nach wenigen Minuten recht abrupt, und nur noch wenige blaue Markierungen führen auf ein undeutliches Trassee bergan. Besser bleibt man im wesentlichen auf gleicher Höhe um alsbald die korrekte Wegfortsetzung aufzuspüren, die zu den Ruinen von Corte del Bosco, 1064m, führt. Hier wird der Pfad wieder besser, und führt im wesentlichen waagrecht durch ein wildes Tobelsystem. Kurz bevor man in Alpe Selva-Ronda, 1070m, eintrifft gelangt man an eine Verzweigung: Steil bergauf führt ein deutlicher Weg mit hellblauen Markierungen, er dürfte nach Alpe Colletta und Alpe Plone führen, Details fehlen. In Selva-Ronda sind keine Wege mehr sichtbar. Geradeaus sollte ein solcher Alpe Parsecco führen. Geht man hingegen abwärts, so trifft man bald auf eine halbwegs deutliche Weganlage, die rechts in das Tobel des Rio di Scheggia hineinführt. Man quert den Fluss etwas höher als im Tobelgrund angelangt und findet bald das nach links über eine Felsrampe gegen Nezza aufwärts führende Wegtrassee. (Centrale/Laghetto - Cola - Selva-Ronda - Nezza 3:30, T4-)

  Laghetto
  Laghetto (Centrale Ceretti), 11.Juni 2012
Folgt man von der Centrale Ceretti in Laghetto dem seit dem Unwetter 1978 verwüsteten Talgrund so gelangt man rasch in ausgedehnte Bestände wilden Flieders. Orografisch links des Rio Fenecchio ist in der Regel ein Durchgang freigehalten. Nach einer kurzen Passage in einem Nebenarm des Bachbetts steigt man noch vor dem Rio Cola orografisch links auf ausgeprägtem Weg auf und trifft nach wenigen Minuten auf eine undeutliche Verzweigung: Weiter bergan leiten rote Markierungen wiederum nach Valle del Bianco. Überquert man hingegen den Rio Cola kann man mit eher wenig vegetativer Berührung wieder zum Rio Fenecchio hinuntergelangen, um ihn zu überqueren und in einem zumeist trockenen rechten Parallelarm des Talflusses den Beginn roter Markierungen entdecken, die zu den Ruinen von Mulera, 586m, leiten. Folgt man nun der taleinwärts weisenden Markierung erreicht man bald die Ruinen von Alpe Tei Grossi, nach denen die Markierung erneut in den Fliederbeständen des verwüsteten Betts des Rio Fenecchio abtaucht. Es ist schwierig eine günstige Route durch diese Bestände zu finden, Ziel ist es das jenseitige (orografisch linke) Ufer auf etwa 640m zu erreichen, wo die Vegetation weniger dicht wird und vermehrt Farbmarkierungen auftauchen, die schliesslich auf eine bemerkenswerte Mulattiera weisen, der man bis nach Nezza folgt. (Centrale/Laghetto - Mulera - Nezza 2:30, T3, mühsam)

Etwa auf halber Strecke zwischen dem Rio Fenecchio und Nezza fällt die ehemalige Abzweigung nach Alpe al Lago (765m, im Talgrund des Rio Fenecchio gelegen) auf. Einst wurde diese Alp auch direkt von Alpe Tei Grossi entlang des Flusses erreicht. Ob sie das Hochwasser von 1978 überstanden hat, ist bisher nicht bekannt. Jedenfalls ist die Alp auf neueren Karten nicht mehr verzeichnet. Über die weiteren Wegfortsetzungen ab Nezza ist ebenfalls noch nichts bekannt: Gemäss alten Karten existierten Wege von Nezza über Alpe Foiata und Alpe Colla (Alpe Alcol) zum Passo di Locciabella und von Nezza nach Alpe Paiosa. Zumindest letzterer Weg dürfte 1978 mehrheitlich zerstört worden sein.

Monte Navone  
Monte Navone, Corte Leonardi, Alpe Carvirone, 5.Juni 2012
 
 
In Mulera führt eine andere rote Markierung über einen weitgehend erhaltenen, einfachen Pfad hinauf nach Aulogna. (Centrale/Laghetto - Mulera - Aulogna 1:30, T2) In Aulogna selbst ist die Situation etwas unübersichtlich: Über die Fallleitung der Kraftwerke führen drei Betonbrücken auf unterschiedlichen Höhen: Die untere Brücke (P.747 IGM) beherbergt einen Pfad von der Ponte Diavolo über Colletta hinüber zum von Mulera heraufkommenden Weg. Über die mittlere Brücke (ca 870m) führt die alte Mulattiera Altoggio - Aulogno - Carvirone (s.u.). Die obere Brücke (P.924 IGM) befindet sich unmittelbar beim Wasserschloss. Interessanterweise ist auch der Pfad existent, welcher gemäss allen verfügbaren Kartenmaterials von der Centrale Ceretti in Laghetto westlich der Fallleitung nach Colletta und Aulogna hinaufführen soll, was man beim Betrachten des Geländes von der Centrale aus für nahezu unmöglich halten würde: Von der Centrale blickt man zum Wasserfall des Torrente Isorno hinüber, der aus dem Laghetto über eine Staumauer herausstürzt. Rechts der Staumauer befinden sich die Reste eines gemauerten Wasserzulaufs aus dem Rio Fenecchio. Man durchquert den Rio Fenecchio, klettert auf die Reste dieser Wasserleitung hinauf und findet am östlichen Ende der Leitung den Beginn eines langen, alten Drahtseils, das entlang von Tacche in S-förmiger Route die ganze Wand erklimmt und den Felssporn erreicht, hinter welchem der Laghetto verborgen liegt. Unter dem Sporn traversiert man rechts in eine Rinne hinein, durchquert sie und steigt auf dem unmittelbar anschliessenden Rücken über Treppen auf. Schliesslich erreicht man bei den Resten einer Stütze der einstigen Seilbahn Centrale Ceretti - Sale oder im danebenliegenden Sättelchen einfacheres Gelände mit Schnittspuren an der Vegetation. Im Wald hält man zunächst steil rechts aufwärts bis zu einer Plattform (hinter welcher die Fallleitung liegt), dann wieder nach links in eine breite Rinne zwischen senkrechten Wänden hinein. Oben wird diese Rinne nach links verlassen und man erreicht die Ruinen von Colletta. Hinter den Ruinen führen Wege nach Aulogna oder zur Ponte del Diavolo. Diese Route ist anspruchsvoll, im unteren Teil behindern zudem Brombeeren die Kletterei, im Abstieg nicht ratsam. (Centrale/Laghetto - Colletta - Aulogna 1:30, T5+/II+)

  Pizzo Scheggia
  Pizzo Scheggia von Alpe Sale, 5.Juni 2012
Von Altoggio führt ein unmarkierter, aber offizieller Wanderweg zur Ponte del Diavolo, 608m, hinab. Gleich jenseits befinden sich die Ruinen von Corte Indino. Von hier führt ein direkter Pfad nach Colletta hinüber, wo man über die Brücke P.747 zum nach Mulera hinabführenden Weg gelangen kann. Der Hauptweg führt hingegen in einer Linksschleife ins verwildernde Aulogna mit seinen verschiedenen Stafeln hinauf. Möchte man dem (unmarkierten) Wanderweg zur Centrale Cippata (Corte Sapa) folgen, so steigt man am besten geradehinauf bis zum oberen Stafel beim Wasserschloss (P.924 IGM) und geht dann entlang der Wasserleitung. Wer in Richtung Carvirone weitermöchte, biegt hingegen auf 850m rechts ab, überschreitet die mittlere Brücke über die Fallleitung und gelangt auf die schöne gepflasterte Mulattiera, die allerdings teilweise von der Vegetation bedrängt wird, via Alpe Color di fuori, 1300m, und Alpe Color di dentro, 1343m nach Alpe Carvirone. (Altoggio - Aulogna - Carvirone 3:00, T2)

Die alternative Route ab Aulogna via Alpe Quartirasca, den Monte Navone und Corte Leonardi (P.1549 IGM) nach Alpe Carvirone dürfte unproblematisch sein, ist jedoch nicht bekannt. Alte Karten kennen zudem Verbindungswege zwischen Alpe Carvirone und Alpe Navone di dentro sowie zwischen Alpe Fontana vecchia (via-à-vis Alpe Fontana, P.921 IGM) und Corte Leonardi. Ebenfalls noch nicht bekannt sind die Pfade von Alpe Color di dentro und von Alpe Carvirone nach den Alpen Paiosa, Pinezza und Casaletti (P.1969). Dasselbe gilt für die auf alten Karten vermerkten Pfade von Paiosa nach Sale und von Pinezza nach Sale resp. Compero.

Von der Centrale Cippata resp. Corte Sapa kommt der bequeme und offiziell markierte Wanderweg nach Alpe Carvirone herauf. Er führt über Alpe Sale und Alpe Forgnone über den Passo di Larecchio und zum Lago di Larecchio. Wenige Minuten nach Carvirone, dort wo er in die plattige Flanke des Valle Fenecchio führt, beginnt eine Variante auf schön erhaltenem Pfad zur Alpe Bovarenchio hinauf und über den Rücken weiter nach Alpe Sale. Auf der Alpe Sale befinden sich die noch intakten, aber seit dem Unwetter von 1978 aufgegebenen Anlagen einer Seilbahnstation sowie einer Unterkunft. Die Seilbahnstation steht offen und kann besichtigt werden. Die grosse, ebenfalls aufgegebene Alpe Sale besteht aus neun Stafeln, die sich ringförmig um die Quelle von Sale (nähe P.1565) scharen. Alte Karten benennen fünf der Stafel: La Piana (P.1497), Casale dei Rastelletti (P.1521), Corte di Altoggio (P.1629), Compero (bei den Seilbahnanlagen) und Cortina (P.1565). Ein Rundgang ist lohnend.

Bisher ist nichts bekannt über die weiterführenden Pfade nach den Alpen Canogia, Agaro und Boglia. Gleiches gilt für den alternativen Zugang von Corte Comina (P.1029) nach Alpe Sale und das Wegenetz des übrigen Tals.

Corte di Altoggio  
Corte di Altoggio (Alpe Sale), 5.Juni 2012
 
 
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