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Val Divedro - links der Doveria



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Die beschriebene Region umfasst den orografisch linken Teil des Val Divedro und seine Seitentälern ohne den separat beschriebenen Schweizer Oberlauf. Die orografisch rechte Seite ist ebenfalls separat beschrieben. Aktuell sind die Angaben noch unvollständig.
  Sentiero delle Rocce
  Sentiero delle Rocce, 23.Juni 2013
Alte IGM-Karten, z.B. die Ausgabe von 1914, verzeichnen einen als "difficile" gekennzeichneten Pfad names "Sentiero delle Rocce" von San Marco nach Vao (ex-P.1249, heute ob P.1208). Er ist tatsächlich noch vorhanden. Die abschnittsweise klettersteigähnliche Anlage wurde vor einigen Jahren von Unbekannten soweit hergerichtet, dass heutzutage eine Begehung mit der nötigen Vorsicht gewagt werden kann: Nordöstlich ob San Marco befinden sich zwei aufgegebene Steinbrüche, am besten bemüht man eine der von San Marco oder Paglino hinaufführenden Fahrstrassen, um bis zu ihrem oberen Ende bei einem rostigen Wassertank am Rande des oberen Steinbruchs zu gelangen. Ohne Weg steigt man von hier gerade hinauf, ignoriert einen roten Pfeil, und steigt unter einer senkrechten Felsstufe steil gegen Nordwesten an. Auf 940m gelangt man an eine Art Strickleiter aus dünnen Drahtseilen, die über eine 7m hohe senkrechte Stufe herabhängt. (Geht man an der Leiter vorbei, so erreicht man nach wenigen Metern die Passage des alten Weges, der mittels Tacche, Drahtseilen und Eisenstiften die gleiche Stufe überwinden musste.) Ob der Leiter führen alte und neuere Drahtseile über abschüssige Platten nach rechts, später über Rinnen und Grasstreifen allmählich bergan. Schliesslich erreicht man über Schrofen einen Wald auf ca 1020m. Der Weiterweg ist nicht bekannt, es sollte jedoch ohne übermässige Probleme möglich sein von hier rechts aufsteigend nach Vao zu gelangen. Allerdings verzeichnen die alten IGM-Karten die weitere Weganlage nach links ausholend zu ex-P.1235, der sich auf dem Rücken unterhalb Bugliaga di dentro befand. (San Marco - Sentiero delle Rocce ca 1020m 1:00, T5+/III, das Mitführen von Sicherungsmaterial ist ratsam)

Ponte del Diavolino  
Ponte del Diavolino, 29.Juni 2011  
Von Balmoreglio, an der Simplonstrasse ein Kilometer oberhalb Iselle Dorf gelegen, führt der interessante (weil eine hohe Felsstufe auf kühner Route überwindend), offiziell markierte und gepflegte Sentiero Scagnol nach Revoriastagna (Ruinen des Dorfes wenige Meter unterhalb des Wanderweges im Wald). Von hier kann man auf guten Pfaden nach Bugliaga oder Bugliaga di dentro (P.1342) weitergehen. Eine wenig über der Simplonstrasse befindliche, gekennzeichnete Abzweigung vom Sentiero Scagnol führt nach Giasai. Das verfügbare historische Kartenmaterial gibt von hier zwei verschiedene Pfade wieder, um auf die Terrasse von Bugliaga zu gelangen: Der ältere folgt unmittelbar dem westlich von Giasasi herabfliessenden Bach. Gleich am Einstieg ist eine Kletterstelle im Bachbett zu überwinden (II+), danach weicht man einem riesigen Block kurz über steiles Gras (T6-) ostseitig auf, bevor man im Schluchtgrund auf angenehmes Gelände am ostseitigen Ufer trifft. Erneut muss kurz in den Bachlauf ausgewichen werden (II+) und erreicht schliesslich den Ausstieg durch eine erdige Rinne mit einem umgestürzten Baum ostseits des Baches. Auf dem erreichten Wegtrassee geht man kurz nach Osten um über einen undeutlicher werdenden Pfad nach Bugliaga hinaufzusteigen. (Balmoreglio - Giasai - Bugliaga 2:00, T4, eine Stelle T6-, zwei Stellen II+) - Über den anderen Pfad von Giasai nach Bugliaga fehlen Details, er war noch lange Zeit in heutigen Karten verzeichnet. Jedenfalls ist seine Begehung möglich, aber anspruchsvoll.

  Alpe Casalavera
  Alpe Casalavera, 30.Dezember 2015
Vom Dorf Iselle führt eine grosszügige Fahrstrasse nach Bogo. Von hier führt ein deutliche, im unteren Teil aber nicht gut zu findende Mulattiera durch teilweise dornige Vegetation hinauf nach Corte Aprile, ca 910m. Der einstige Weiterweg hinauf zu den Gebäuden von P.1244 vor Bugliaga ist in deutlich bescheidenerem Zustand, doch das Gelände recht gutmütig, wenngleich etwas steil, so dass man auch ohne die Weganlage problemlos hinaufkommt. Die Fahrstrasse in Bogo hätte einst über Chiezzo nach Trasquera weitergeführt werden sollen. So hat man von Chiezzo aus auch schon weit herunter, nämlich bis in die Nähe von Pianezza gebaut. Das Projekt kam wegen fehlender Finanzierung und zolltechnischer Belange jahrelang ins Stocken, und das kurze Zwischenstück von Bogo bis Pianezza wurde bisher nicht gebaut. Im Jahre 2013 wurden in Pianezza jedoch wieder verhaltene Bauarbeiten aufgenommen. Von Bogo führt die auch als Sentiero del Kirsch bekannte Mulattiera in bester Qualität und offiziell markiert nach Chiezzo, dabei meidet sie das obere Rumpfstück der Fahrstrasse.

Eine Variante führt vom Bahnhof Iselle über viele Treppen direkt nach Pianezza; der Beginn ist unmittelbar beim Portal des Simplontunnels zu suchen (Wegweiser). Ein anderer, kaum mehr begangener Weg führt vom Bahnhof Iselle direkt nach Chiezzo: Dazu muss man zuerst das Steinschlagnetz unmittelbar hinter dem Bahnhof Iselle überwinden (am besten umgeht man es ostseits im dornigen Gestrüpp) und findet unter der ersten Felswand eine nach rechts wegführendes Wegtrassee, das mit roten Markierungen versehen ist. Nach einer wenig evidenten Kehre (Markierungen beachten) gelangt man zunächst an eine Eisenleiter, dann an eine grosse Steintreppe. Schliesslich erreicht man über eine exponierte Wegpassage die nächste Stufe mit neuerlichen Steinschlagnetzen. Sie können alle einfach umgangen werden, und man trifft auf den in der LK verzeichneten Wasserkanal, der das Wasser vom Bahnhof Iselle fernhalten sollen. Man folgt ihm nun über längere Zeit bis zu seinem Ursprung an einem Bach. Man steigt vor dem Bach gerade hinauf, trifft rund 20m höher oben wieder auf ein wenig ausgeprägtes Wegtrassee, das den Bach überquert und gelangt an einen Felsspalt mit einem alten Holzgatter. Am Grund des Spalts geht man steil bergan bis zu seinem Ende, wo sich ein einfacher Ausgang nach links befindet. Auf dem folgenden Rücken weiter bergan, wobei anfänglich der Weg kaum erkennbar ist. Bald wird er deutlicher und man gelangt schliesslich zu den Häusern auf ca 880m, in deren Nähe die Mulattiera Pianezza - Chiezzo vorbeiläuft. (Bahnhof Iselle - Chiezzo 1:00, T4+)

Corte Aprile  
Corte Aprile, 21.September 2014  
Die von Trasquera nach Bugliaga führende Fahrstrasse überwindet das dazwischenliegende Tobel des I Rii oder Il Rio auf der eindrücklichen, 100m hohen Ponte del Diavolo. Viel tiefer unten überwindet die noch interessantere, sehr fragil wirkende Konstruktion der Ponte del Diavolino das Tobel. Sie kann im Rahmen der alten Mulattiera von Trasquera (oder Chiezzo, aufgegeben, schwierig zu finden) nach Bugliaga überschritten werden.

Von Bugliaga führen Strassen mit Fahrverbot nach La Balma und zum Torre di Bugliaga, P.1403. Markierte Wanderwege setzen sich fort nach den Alpen Vallescia, Camoscella, Casalavera und Ciampalbino. Über die letzen beiden sowie die dazwischenliegenden Alpen Orzalina und Ciûsûr führt die GTA auf den Passo Possette und weiter nach San Domenico resp. zur Alpe Veglia. Die Verbindung vom Passo Possette oder von I Pianezzoni via Camoscella und Vallescia nach Alpjerung ist ebenfalls offiziell markiert und in gutem Zustand.

Von La Sotta di Trasquera (P.1145) und von Fracchia führen zwei verschiedene offizielle Wanderwege auf die Alpi Agro, wo sie sich vereinigen und enden. Die einstige Verbindung von hier nach nach Alpe Ciûsûr scheint durchaus machbar, Details fehlen jedoch. Einst führte ein Pfad von Agro in den Passo del Dosso. Er wird wohl nicht mehr regelmässig begangen, doch lassen sich einige Wegreste vom Gipfel des Monte Téggiolo mit seinem Unterstand ohne Übernachtungseinrichtung, gut erkennen. Schliesslich ist es auch möglich von Agro über den Südostgrat bis auf den Monte Téggiolo zu steigen (T5).

Von Balmalonesca, verschwundene bzw. in Trümmern liegende Siedlung an der Simplonstrasse auf halber Strecke zwischen Iselle und Varzo, führt eine grosszügige Mulattiera, die mit gelben Punkten versehen ist, hinauf zu einigen Militärbauten, einem Hochspannungsmasten (Markierung endet) und den Ruinen von Corte Sacchi, direkt über dem Strassentunnel von Balmalonesca gelegen. Man traversiert nun auf Wegresten unter einer Felswand nach links, und steigt in der nachfolgenden Rinne an, bevor man sie über einen Treppenrest nach links verlässt. So erreicht man am Fuss einer Geröllhalde diverse Steinschlagnetze. Die Geröllhalde kann entweder östlich umgangen oder gerade hinauf überwunden werden. Wenig bevor man an die oben begrenzende Felswand gelangt, traversiert man nach links und steigt in eine Rinne ein. Bald verlässt man sie über ein Bändchen nach links (Drahtseilrest, Reste von pontì), zwängt sich durch einen engen Felsspalt und steigt über sehr steiles Gras auf dem Sporn westlich der Rinne (einzelne Schnittspuren) bis in einfaches Gelände hinauf. Dort erreicht man zwei nicht in den Karten verzeichnete Gebäude, ca 900m. Rechterhand führt ein guter Weg in einigen Kehren hinauf in das offene Wiesland östlich von Chiezzo, wo man beim Gebäude mit der Nummer 103 mündet. Im Abstieg kaum auffindbar. (Iselle Stazione - Balmalonesca - Corte Sacchi - Trasquera 2:00, T6-)

Von Interesse ist ferner die Zone zwischen Varzo und der Colmine di Crevola: Nördlich des Rio Saborsone durchzieht ein dichtes Wegenetz die Wälder, das in den verfügbaren Kartenwerken nur unvollständig wiedergegeben ist. Es ist grossteils offiziell oder inoffiziell markiert. Auch kommt hier die Via Alta Val Divedro in verschiedenen Varianten hindurch. Die Ortsbezeichnungen stimmen nicht in allen Fällen mit der Landeskarte resp. der IGM-Karte überein, auf dieser Site werden derzeit die Bezeichnungen der Kartenwerke verwendet. Auf der Colmine di Crevola, in der Zone Casa Violi, befindet sich ein kleines, gut ausgestattes Rifugio. Wasserversorgung ab Zisterne, muss abgekocht werden.

  Sentiero Saborsone
  Sentiero Saborsone, 9.September 2011
Südlich des Rio Saborsone befindet sich eine wilde, abweisende Felsflucht, die jedoch die liebliche Alpe Saborsone beherbergt: Von Alpe Dai steigt man auf wenig benutztem Pfad zu einer breiten Mulattiera hinauf, die einst erstellt wurde, um Waldbrände zu bekämpfen. Man folgt ihr für einige Minuten, verlässt sie dann jedoch nach oben hin, und stösst auf den bald deutlicher werdenden Pfad, der durch mehrere wilde Tobel hindurch (Drahtseile), und mit einigen Gegenabstiegen die aufgebenen Weiden von Saborsone erreicht. Hinter der noch intakten Hütte befindet sich unter einem grossen Felsblock ein bemerkenswerter Stall. Hier beginnt der Pfad in den Hintergrund des grossen, südlich von Alpe Saborsone liegenden Tobels. Man wählt bei Verzweigungen stets die obere Möglichkeit, und gelangt nach einer steileren weglosen Passage im Wald bald einmal auf ein allmählich deutlicher werdendes ausgeastetes Trassee, das gegen den Hintergrund des Tobels zieht. Bei einer alten Buche mit Inschriften gelangt man über ein waagrechts Felsband in den Tobelgrund. Im Grund noch etwas aufwärts, dann über eine nasse Platte mit Drahtseil nach rechts. Auf dem erreichten Rücken wieder nach links zu einer 5m hohen Felswand. Mit Hilfe von Tacche und Drahtseil über sie hinauf, und zurück nach rechts zum Rücken. Gleich wieder nach links über eine niedrige Stufe hinauf (Schnittspuren). Rechterhand durch eine Grasrinne hinauf, an deren Ende das Gelände weniger steil wird. Einer Felsstufe entlang aufwärts bis zu einer ersten Einbuchtung. Über ein Band und anschliessenden Felsspalt mit Tacche über die Stufe hinweg. Schliesslich über die Reste des Pfades in grosszügigen Kehren auf den grossen und flachen Rücken über dem Tobel. Noch wenige Meter höher steigend erreicht man den Beginn der langen Traverse, auf zunehmend besser werdenden Pfad zu P.1354 am Wanderweg auf der Colmine di Crevola. (Von dieser Stelle kann man auch oberhalb der Ruinen der Alpe Fontanagoglio hindurch nach Oira im Val Formazza absteigen, verblasste rote Markierungen sind vorhanden. Oder auf offiziellem Wanderweg zum Rifugio Colmine di Crevola bei Casa Violi aufsteigen.) (Varzo - Alpe Saborsone - Colmine di Crevola 3:30, T5-/II)

Von Ponte Nuovo an der Strasse Varzo - Crevoladossola führt ein gepflegter und mit roten Markierungen versehener Pfad zum Klettergarten Forte Apache hinauf. Wenig vor dem Klettergarten führt eine waagrechte Mulattiera zu einer Ruinengruppe. Hier beginnt der alte, sehr interessante Pfad hinüber nach Enso. Er quert gleich nach den Ruinen ein ausgedehntes Plattenschild (III, Drahtseile, Tacche, sehr ausgesetzt). Anschliessend wird eine eingefressene Felsrinne über ein Brückenprovisorium überwunden bevor man auf eine breite, aber kaum mehr begangene Mulattiera trifft, die zur Strassenkehre unmittelbar vor dem Dorfparkplatz von Enso führt. Im Sommer ist der gesamte Wegverlauf vom Dornengestrüpp bedrängt. (Weg in der IGM-Karte als "difficile" verzeichnet.) (Ponte Nuovo - Enso 1:00, T5+/III)

Sentiero Enso - Ponte Nuovo  
Sentiero Enso - Ponte Nuovo, 31.Mai 2012
 
 
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