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Val d'Ambra
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Langes, sich mehrfach verzweigendes Seitental der Leventina. Das Tal wurde einst intensiv genutzt, so dass sich an sehr vielen Orten Wegreste oder zumindest mögliche Routen aufspüren lassen. Die Seitentäler Valle di Bri und Val Rierna sind separat beschrieben. Das obere Tal, als Val Gagnone bezeichnet, wird - wie das sehr steile, unwegsame und tobelartige Valle della Iametta - an dieser Stelle beschrieben. Eine Fahrstrasse führt bis zum Bacino Val d'Ambra.

Val d'Ambra
Val d'Ambra, 5.Oktober 2003
Foto: Manuel Haas

Der Talweg führt vom Bacino Val d'Ambra in bester Qualität über Ramlitt - Stavell - Monastéi - Mezana - Gallina - Giobina zum Passo di Gagnone, der den Übergang ins Val d'Efra darstellt. Vom Talweg existieren folgende Abweigungen:

In Ramlitt zweigt nach rechts in guter Qualität ein Pfad nach Cavalüm ab, das einst auch auf direktem Pfad von Piotta Bella erreichbar war: Dieser Pfad, von dem noch Fragmente erhalten sind, schlängelt sich durch steiles Gelände zwischen den Abgründen hindurch; seine Begehung erfordert Orientierungsvermögen (siehe LK 1273 - Ausgabe 1970) (T5-). Von Cavalüm bieten sich folgende Möglichkeiten an: Auf schlechtem, teilweise unterbrochenem Pfad waagrechte Querung durch wildes, steiles Gelände nach Sassàn, am Eingang zum Val Nèdro. Oder in steilem Aufstieg zur Abzweigung Tei, wo der gute Pfad geradeaus weiter ins Val Marcri führt. An der Abzweigung links abbiegend gelangt man, an der Hütte von Tei vorbei, auf die "Via Alta" des Val d'Ambra: Auf nicht immer ausgeprägtem, aber geputztem Pfad gelangt man nach Trüsp. Auf dem Rücken 300 Meter vor Trüsp zweigt - schlecht sichtbar - die alte Weganlage zur Forcarella ab: Auf dem Trassee stocken bereits einige grosse Bäume, doch ist der Weg bis 1900m überall gut sichtbar. Von hier gelangt man weglos in die Forcarella. Möchte man weiter ins Val Marcri so muss man weglos 30 Meter nach Westen ansteigen, wo man auf den zunehmend besseren Pfad stösst, der nach Stabbio di Mezzo führt. Sowohl von der Forcarella als auch vom Pfadende auf 1900m oberhalb der Forcarella kann man auf den ausgeasteten Resten der ehemaligen Weganlage nach Pian Forno traversieren. Zurück nach Trüsp: Auf recht gutem Pfad, der im Wald unterhalb von Trüsp ansetzt, gelangt man nach Sciresa di sopra. Begeht man die Route in umgekehrter Richtung, so muss man den Pfadbeginn am oberen Ende der Lichtung von Sciresa di sopra suchen. Der alte Pfad von Trüsp Richtung Pian Forno befindet sich bis zu einer Wasserfassung - wo sich einst eine Abzweigung nach Stabiello befand - in gutem Zustand, danach folgt man gelben und roten Markierunngen und ab einer Höhe von 1850m verliert er sich endgültig. Offenbar ebenfalls begehbar ist der Grat von nder Forcarella bis zum Pizzo Pian Forno.

Am Talweg in Stavell zweigt rechts der gute Pfad nach Bornesc ab, das auch auf interessantem Weg von Eir über die Ruinen von Endro erreicht wird. In Bornesc rechts abbiegend gelangt man in guter Qualität wiederum nach Cavalüm. Der links abzweigende Pfad ist bald mit Brombeeren und Erlen überwachsen, es ist mühsam ihm zu folgen. Er endet unter den Felswänden, über denen P.1365 liegt. Man kann Pfadresten am Fuss der Felswände entlang folgen und trifft nach einiger Zeit auf den Pfad von Monte delle Femmine nach Sciresa.

Trüsp
Trüsp, 24.Mai 2004
Foto: Manuel Haas

Unmittelbar vor Monastéi zweigt rechts der gut erhaltene, abenteuerliche Weg nach Sciresa ab. Eine Variante hat zwischen Monte delle Femmine und Monte Martra ihren Ausgang und vereinigt sich unter den markanten Felswänden mit der Hauptroute. Über Sciresa di sotto erreicht man Sciresa di sopra, wo die "Via Alta" von Trüsp einmündet. In Sciresa di sotto existiert die Abzweigung eines breiten, aber oft überwachsenen Wegtrassees, das zur im dichten Wald verborgenen Ruine von P.1365 führt. Weitgehend weglos schlägt man sich durch dichte Vegetation zur Hütte mit Pultdach auf ca 1420m durch. Steigt man weiter an, so trifft man am Fuss der folgenden Felswand auf ein gutes Wegtrassee, das nach rechts auf einen Vorsprung bei ca 1510m leitet. Von hier ist keine Wegfortsetzung sichtbar, möglicherweise existiert eine solche in das nordseits gelegene Tobel hinein, das bei der Erkundung der Route noch unter Schnee lag. Indessen lassen sich - anspruchsvoll - über eine Abfolge von Bändern, Rampen und zuletzt durch ein Kamin (II) die Felsbänder in nordwestlicher Richtung überwinden um nach Trüsp zu gelangen (T6). Von Sciresa di sopra setzt sich ein Pfad - wenig ausgeprägt, aber dennoch in gutem Zustand - über Stabbiello bis Pian Forno fort. Oberhalb von Pian Forno, bei ca 2030m mündet das alte Wegtrassee von der Forcarella ein. Von hier quert man, über die Reste einer einstigen Weganlage problemlos nach Piano dei Bozz. Die weitere Querung nach Pian Tasìn, dass den Übergang ins Val Marcri vermittelt, ist hingegen mühsamer, da die Weganlage grossteils verfallen ist. Für den Weiterweg zum Passo del Rampi siehe dort. Ratsamer ist es indessen, sofern man ins Val Marcri möchte, die Bocchetta di Val Cöcc zu überschreiten. Sie befindet sich zwischen P.2239 und dem Pizzo Pian Forno, und bietet - abgesehen von einem sehr steilen Grashang auf der Südseite - keine besonderen Schwierigkeiten. Zurück nach Sciresa di sopra: In westlicher Richtung verlässt die Lichtung ein anfänglich guter Pfad. Er wird bald verbuscht, lässt sich aber dennoch an P.1462 vorbei gut weiterverfolgen. Man gelangt so in den Grund des Val di Bedri, wo keine Wegfortsetzung mehr sichtbar ist. Es bestehen folgende Möglichkeiten: Man kann am gegenüberliegenden Hang sehr steil zu den Fragmenten des alten Pfades gelangen, der zur Ruine von Metón führt. Von dort lässt sich über Er del Metón nach Piano dei Bozz oder Pian Tasìn steigen. Ferner hat man die Möglichkeit vom Val di Bedri über schwache Trittspuren in wildem Gelände zu einer Ruine zu traversieren, die sich auf 1300m am westlichen Ufer des Tobels befindet, dass zwischen Tramoggia und Metón herabkommt. Von dort gelangt man problemlos auf Wegspuren nach Marzòch. Ein anderer Pfad, von dem noch diverse Reste vorhanden sind, führt von Tecc Stevan zu den in der aktuellen Landeskarte eingezeichneten Rutschungen (ca 1140m) nordwestlich von Tecc Stevan, quert dann aufsteigend ins Val di Bedri, dessen Bach bei 1220m überschritten wird und steigt durch den dichten Wald von Er di Bedri, wo sich Ruinen befinden, zu P.1462.

Sciresa di Sotto lässt sich ferner auch auf einer interessanten Route direkt von Monte di Dentro aus erreichen. Dazu geht man vom Rifugio in Monte di Dentro kurz taleinwärts, bis ein erster Felsgürtel über einen steilen, leicht bestockten Hang überwunden werden kann (anfangs Schnittspuren). Man steigt schräg aufwärts Richtung Norden bis zum grossen Couloir, das von Sciresa herunterzieht. Der weitere Aufstieg erfolgt über kurze Abschnitte im Couloir, meist aber auf seiner linken Seite. Zuletzt gelangt man etwas oberhalb von Sciresa di Sotto auf den Verbindungsweg nach Sciresa di Sopra.

Metón
Die Ruine von Metón, 23.Mai 2004
Foto: Manuel Haas

Vor Mezana am Talweg mündet von links nun der orografisch rechte Talweg über Lòbia - Taiada ein. Er ist markiert, aber in markant schlechterem Zustand als der orografisch linke. Seine Begehung erfordert deutlich mehr Zeitaufwand. Von diesem Alternativweg zweigen am südlichen Ufer des Riale del Teceta die Überreste des Pfades ab, der über die Ruinen von Teceta zur Alpe Carnisera führt. Er ist in schlechtem Zustand, doch ist das Gelände bis Teceta weitgehend problemlos, darüber mühsam, da stark überwachsen. Von der Alpe Carnisera kann man wiederum auf akzeptablem Pfad zur Alpe della Motta und Er Carescio gelangen. Möglicherweise gab es von hier einst eine Wegfortsetzung nach Riva im Valle di Bri, das Gelände ist jedoch sehr unwegsam. Carnisera ist ferner auf gutem Pfad mit Malsegro verbunden, das seinerseits vom Bacino Val d'Ambra auf akzeptablem Pfad via Monda und Sprüch erreichbar ist. Indessen ist der einstige direkte Pfad von Sprüch zur Alpe di Carnisera verschwunden, so dass der Weg via Malsegro empfehlenswerter ist. Ferner verbindet ein schmaler, aber gut sichtbarer Verbindungspfad Carnisera über die Bolle di Pianazzòra mit der Alpe di Pianazzòra, und vermittelt so einen günstigen Übergang ins Val d'Iragna. Am Rande sei vermerkt, dass man auf recht gutem Pfad von Laghetto ob Monda zum Rifugio Tör gelangen kann, und von Monda nach P.881 am orografisch rechten Talweg.

Zurück zum Talweg des Val'Ambra: In Mezana zweigt das separat beschriebene Valle di Bri ab, in Gallina das Val Rierna. Kurz vor der Brücke über den Riale di Rierna, kann man durch eine steile, steinige Rinne hinaufsteigen bis man eine grosse Höhle mit Mauerresten erreicht. Von hier traversiert man auf schwachen Trittspuren zur Ruine von Valsegia. Wenig oberhalb der Ruine bei P.1306 finden sich Reste eines Wegtrassees, das zunächst Richtung Nordosten ansteigt bis zu einer Ruine in interessanter Lage oberhalb eines Felswändchens (nicht auf der LK). Von hier geht der alte Alpweg wieder in südliche Richtung, bevor er zuletzt steiler auf den breiten Grat führt, auf dem sich zwei weitere Ruinen befinden (auf der LK eingetragen). Der Motto di Ciavei war offensichtlich einst Weidegelände der Alp Valsegia, denn wenn man dem Grat folgt, stösst man an zwei Stellen auf gut erhaltene, grössere Steintreppen. Im weiteren ist der Grat bis zu den Motte di Bri weglos, aber nicht besonders schwierig und recht gut zu begehen, sofern man jeweils die günstigsten Durchschlüpfe auf dem Rücken findet. Südlich von P.1622 bietet sich die Möglichkeit, durch steiles Gelände auf den Talweg des Valle di Bri zu gelangen, den man bei P.1641 erreicht. Bei P.2049 zweigt eine neu ausgeastete Route durch Erlenbestände ab, die direkt zur Ruine von Bri di sopra führt. Vom Sattel zwischen Motte di Bri und Motaroi di Bri kann man auf passablen Wegen ins Valle di Bri oder ins Val Rierna absteigen.

Alpe Tramoggia
Alpe Tramoggia mit Cima d'Efra, 23.Mai 2004
Foto: Manuel Haas

In Marzòch befindet sich, neben der schon erwähnten Einmündung von Sciresa di sopra, auch die Abzweigung zur Alpe Tramoggia: Der Weganfang ist nicht einfach zu finden, er befindet sich in der Nähe der nur auf der neuesten Ausgabe der Landeskarte verzeichneten Jägerhütte von Strecia auf ca 1260m. Der einstige Pfad ist nicht mehr durchgehend vorhanden. Man steigt zunächst von der Jägerhütte bis unter eine begrenzende Felswand, und folgt einer Markierung (roter Pfeil) nach links auf eine Rampe, wo der alte Pfad wieder besser sichtbar ist. Durchgehende Schnittspuren helfen im weiteren bei der Wegsuche. Man erreicht so die Ruinen der Alpe Tramoggia, von der man auf den Resten der Weganlage nach Pian Tasìn gelangt, das den Übergang ins Val Marcri erlaubt; oder zusammen mit dem Passo del Rampi denjenigen ins Val Nèdro oder ins Val d'Efra. Ferner ist bekannt, dass einst eine Route von Strecia durch das Tobel des Valle della Iametta die Alpe Tramoggia erreichte. Details hierzu fehlen. Die Querung von Tramoggia nach Metón ist möglich, es finden sich hier jedoch keine Wegspuren, das Gelände ist anspruchsvoll.


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