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Val Bavona



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Langes, nur im Sommer bewohntes, sehr häufig besuchtes Seitental des Vallemaggia. Bewegt man sich jedoch abseits der Touristenströme im Talgrund und auf Robièi, so trifft man auf eine sehr einsame und ausgesprochen wilde Landschaft. Die Fahrstrasse des Tales führt bis nach San Carlo, von wo eine Luftseilbahn nach Robièi führt.

Val Bavona  
Val Bavona von der Corona delle Fornaci, 24.September 2013  
Wer das faszinierende Tal abseits der Touristenwege besuchen möchte, für den ist das Buch "Storie e sentieri di Val Bavona" von Aldo und Nora Cattaneo empfehlenswert. Es ist allerdings vergriffen und wurde 2011 vom Buch "Alpi di Val Bavona" von Giuseppe Brenna und Luigi Martini abgelöst. Diese beiden lexikalischen Werke beschreiben in italienischer Sprache detailiert jeden Pfad, jedes Monti und jede Alp im Tal. Ferner sei auf den Roman "Il fondo del sacco" von Plinio Martini verwiesen, der eine eindrückliche Schilderung der Lebensweise der Talbewohner um 1920 bereithält. Da hier keine Übersetzungen der umfangreichen Werke von Cattaneo und Brenna/Martini gegeben werden sollen, werden die Pfade und Alpen des Tals nur summarisch erwähnt.

Es sei indessen gewarnt: Alle vorhandenen und ehemaligen Pfade des Val Bavona durchqueren oft schwieriges und heikles Gelände. Die Orientierung ist meistens sehr anspruchsvoll. Darüberhinaus ist mit viel behindernder Vegetation zu rechnen.

Von Cavergno führt ein guter Pfad in die Monti di Cavergno (Monte di Fuori und Monte di Dentro). Alternativ gelangt man von Brontallo auf gepflegtem Weg via Tanèda hierher. Dabei ist es nicht notwendig der ehemaligen Kraftwerksstrasse zu folgenden, denn ein gepflegter, interessanter Pfad führt vom obersten Gebäude in Tanèda direkt nach Monte di Fuori. Beim höchsten Punkt dieses Pfades existiert eine Abzweigung, vermutlich ein direkter Weg nach Monte di Dentro. Ein neu hergerichteter und blau markierter Pfad führt von Monte di Dentro in die Cogliata (P.1051), das auch von der Wasserfassung der Kraftwerke in Mulini auf einem gepflegten, allerdings höchst abenteurlichen Pfad erreicht wird. Seit etwa 2011 wird die Cogliata vorzugsweise jedoch von der Kraftwerkszentrale nordnordwestlich von P.521 auf einem wieder hergerichteten, ebenfalls äusserst interessanten, klettersteigähnlichen Pfad erreicht. Er hat seinen Beginn rund 100m östlich der Kraftwerkszentrale. (Centrale P.521 - Corona Nera - Cogliata, 1:30, T5)

Ein anderer Pfad beginnt ungefähr an gleicher Stelle, rund 200m östlich der Kraftwerkszentrale bei P.521. Er führt westlich des Ri di Paràula durch die Wände der Corona Nera und Piètt nach Monte di Dentro. Er hat mehrere klettersteigartige Abschnitte, ist rot markiert und sollte nur von Erfahrenen mit entsprechender Vorsicht begangen werden. (Centrale P.521 - Piètt - Monte di Dentro, 2:30, T5+/II+)

Weitere Fotografien Piètt - Monte di Dentro

  Alpe Paràula
  Corte di Mezzo di Paràula (P.1817), 19.Juli 2009
In Monte di Dentro führen die Reste der alten, nicht ganz einfach aufzuspürenden Weganlage auf die Alpe di Paràula (P.1817): Sie haben ihren Ausgang ungefähr beim letzten Buchstaben "o" des Schriftzuges "Monte di Dentro" auf der aktuellen Landeskarte und führen etwas westlich des unteren Stafels (Corte di Fondo, ca 1620m) vorbei zur schönen, aber allmählich einsturzbedrohten Pultdachhütte des mittleren Stafels (P.1817). Von hier gelangt man weiter über einen beeindruckenden, grossteils noch erhaltenen Treppenweg zu den schönen Weiden auf 2000m auf dem Sporn oberhalb P.1817, von wo man zum Corte di Cima (P.1954) oder zum Rifugio Pietto (Spulüi) weitergehen kann. Einst führte eine andere Weganlage über den Sporn von Stagna: Die Kunstbauten sollen eingestürzt sein, das Gelände schwierige Kletterei bieten, Details fehlen.

Weitere Fotografien Corona Nera - Cogliata

Von Fontana gegen die Alpe della Bèdu reicht der auf der Landeskarte gut erkennbare Kanal des Cavürgh. Man kann ihm zwar folgen, doch ist es angenehmer und schöner den Spuren des alten Pfades von Bosco über den Passo della Zandela zum oberen Teil des Cavürgh zu folgen. Eine detaillierte Beschreibung dieses Aufstiegs von Andreas Seeger findet sich bei hikr.org. Auf einer Höhe von ca 1150m befand sich eine Verzweigung: Rechts führt eine Steintreppe in Kürze zum Pfad Cogliata - Monte di Dentro, den man beim von P.1817 herabkommenden Bach erreicht. Geradeaus steigt man weiter durch das Cavürgh auf, um es wenig höher gegen Norden zu verlassen und entlang von Pfadresten und alten Markierungen den unteren Stafel passierend unter die Wand mit dem mittleren Stafel (P.1467) zu gelangen. Reste von Kunstbauten helfen ungefähr entlang der Koordinate 689 über die Wand hinauf. Vom oberen Stafel (P.1602) von Bèdu führte einst ein Pfad über den Sporn hinauf zu den oberen Weiden der Alpe Paràula. Er ist weitgehend verschwunden, der Sporn zwischen 1700 und 1800m sehr steil und nicht einfach zu begehen (T6-).

Cortitt  
Cortitt, 20.Juli 2009  
In Fontana führt der gute 1946 von Olimpio Dalessi erbaute Pfad via Archetta nach Larèchia. In früheren Zeiten wurde Larèchia ab P.978 durch den Grund des Valle di Larèchia erreicht: Von P.978 traversiert man auf Wegresten horizontal zum Ri di Larèchia und überquert ihn zweimal (Reste von Kunstbauten). An nicht sehr offensichtlicher Stelle verlässt man den Talgrund mittels einer Kehre (früher P.1204) und steigt auf eindrücklicher noch erhaltener Weganlage via Valègia nach Larèchia an. Ein gepflegter Pfad meidet (von Archetta kommend) die Gebäude von Larèchia und leitet weiter auf die Alpe Fiorasca und die Bocchetta Fiorasca, wo man ins Val Lavizzara gelangt. Alternativ folgt man von Larèchia annähernd horizontal dem Wegtrassee nach Cortitt. Dabei ist vor Cortitt ein ausgedehnter Plattenschuss mittels vieler Tacche zu queren (II). Von den Ruinen von Cortitt geht man horizontal weiter und trifft auf die nicht in der Landeskarte verzeichneten Ruinen von Piscett (früher P.1737). Wenig später beginnt man über einen Rücken mühsam anzusteigen und erreicht auf ca 1840m die vielen, ebenfalls nicht auf der Landeskarte verzeichneten Ruinen von Corte Ladoi und gelangt anschliessend über offeneres Gelände auf die Alpe Fiorasca.

Weitere Fotografien Paràula, Bèdu, Fiorasca


Von Sabbione existiert ein wilder Weg nach Màter hinauf. Er setzt sich über Madrasc, wo eine Abzweigung nach Lairéd und Malüra führte, nach Launc fort. Diverse Varianten sind bekannt (Forcella del Menegazzi, Via della Büra, Böcc dell'Angelo, etc), Details findet man im Buch von Aldo Cattaneo. Von Ritorto führt ein stellenweise hergerichteter Pfad über Madaröö und Chiènt in wilder Umgebung ebenfalls nach Launc.

Von Rosèd gelangt man auf bescheidenem Pfad auf die drei Stafel der Alpe d'Ogliè. Früher setzte sich dieser Pfad über P.2176 bis auf die Bocchetta di Sovénat fort, wo man ins Valle di Peccia gelangt. Der Pfad ist heute oberhalb P.2176 gänzlich verschwunden.

  Alpe di Foiòi
  Blick in die Alpe di Foiòi, 12.September 2003
Foto: Manuel Haas
Von Faèd gelangt man auf der eindrücklichen, von Giuseppe Zan Zanini 1833 erbauten, teilweise verfallenen, teilweise restaurierten Weganlage über Terasc in die mythische Alpe Foiòi (P.1718). Bei der Kehre auf 1060m zweigen die Reste von Pfaden zu den Ruinen von Trünca (P.1396) und von Foiazzöö (P.1523) ab. Die Alpe di Foiòi wurden früher zeitweise über die heute verfallene, aber gut begehbare "Strada delle vacche" via Cúpol von der Alpe Sevinèra her erreicht. Der Weiterweg von Foiòi über die Ruinen der beiden oberen Stafel in die Bocchetta di Foiòi, wo man das Valle di Peccia gewinnt, ist anspruchsvoll.

Von der Seilbahnstation in San Carlo führen Pfadreste über Corte Grande zum Corte di là der Alpe Sevinèra. Man kann die Bocchetta di Sròdan überschreiten, und gelangt ins Valle di Peccia. Oder erreicht entlang einer alten Weganlage die Weiden von Castello di Sopra oder über die "Strada delle vacche" die Alpe Foiòi. Von Corte Grande kann man entlang eines weitgehend verschwundenen Pfades über die Station der Kraftwerksbahn auf 1960m und unterhalb P.2360 hindurch durch anspruchsvolles, steiles und grasiges Gelände bis Zòta traversieren. Piano dei Vanìs (P.2005) wurde früher auf einem direkten Pfad ab Campo via P.1812 erreicht. Dieser ist heute gänzlich verschwunden. Indessen existiert noch ein Werkspfad der Seilbahn von Campo zur Stütze in Sabbione di Dentro.

Von Campo führen verschiedene Pfade auf die Alpe Piazza; derjenige via Vanzèla ist noch teilweise erhalten (verblasste weiss-rot-weisse und wenige neuere gelbe Markierungen), die anderen sind verschwunden. Von Piazza leiten sie vereinigt, aber stark verfallen, auf die Alpe Zòta weiter, wobei ab 1880m die von Robièi kommende aufgegebene weiss-blau-weisse Markierung hilfreich ist. In der anderen Richtung, nordwärts, führt ab der Höhenkurve 1880m diese aufgegebene Markierung über ausgesetzte Grashänge entlang des alten noch sichtbaren Pfades nach Chiött, wo man in die neue Markierung einschwenkt, die direkt in langer Querung von Robièi via Chiött und entlang der Höhenkurve ca 2040m nach Zòta führt. Ab Zòta leiten diese Markierungen über den nicht jeden Sommer auftauenden See Acqua Fredda in die Bocchetta del Masnee weiter, wo man das Valle di Peccia gewinnt.

Basòdino  
Basòdino (von Mulini), 30.Oktober 2012  
Von Robièi gelangt man auf verschiedenen einfachen Übergängen in die Nachbartäler: Über die Bocchetta della Froda oder die Bocchetta del Lago Nero ins Valle di Peccia. Über den Passo Cristallina ins Val Torta und ins Val Bedretto. Über den Passo Grandinagia oder über die anspruchsvollere Bocchetta di Formazzora direkt ins Val Bedretto. Und über die Bocchetta di Val Maggia oder die Kastellücke ins italienische Val Formazza.

Weitere Fotografien Piazza, Zota, Robièi

Wenden wir uns der orografisch rechten Talflanke zu: Von Bignasco führen alte Pfade in die Monti di Bignasco: Bei der Kapelle von Piodàu verzweigen sich die Pfade nach Sècc und Alpe Cranzünell. Beide sind seit einigen Jahren wieder in gutem Zustand. Oberhalb von Sècc trifft man nur noch sporadisch auf Wegfragmente: Man folgt der Abbruchkante des nach Biètt abfallenden Croso dell'Incisa aufwärts, bis man die aus dem Croso hereinführende Wasserleitung erreicht. Man folgt ihr auf einem schmalen, aber guten Pfad in den Grund des Croso. Mühsam steigt man über Wegfragmente am orografisch linken Rand bis nach Chint auf. (Sècc - Croso dell'Incisa - Chint, 2:00, T5-)

Ein anderer, etwas besser erhaltener Pfad, führt von der Wasserleitung vor der Traverse ins Croso dell'Incisa nordwärts auf den Rücken
mit dem Schriftzug "Ganne di Sècc" und erreicht Chint via Spada. (Sècc - Ganne di Sècc - Spada - Chint, 1:30, T4)

Heutzutage wird Chint jedoch hauptsächlich vom Corte di Fondo di Cranzünell erreicht: Ein überraschend gut erhaltener und gepflegter Pfad führt via Chint bis zur geschlossenen Jägerhütte in Stagna, von wo man - weitgehend weglos - nach Piano della Motta steigen kann. (Corte di Fondo di Cranzünell - Chint - Stagna, 0:45, T3)

Weitere Fotografien Sècc - Chint

  Cadinc
  Cadinc, 28.Juli 2007
Bei P.1438 befinden sich die Ruinen von Fontanella Alta; sie wurden ursprünglich von Fontanella erreicht: Dazu verlässt man den Alpweg von Cranzünell bei der Höhenkurve 1020m und steigt auf den darüberstehenden Sporn, der genau nach Westen führt. Am besten umgeht man die unterste Felsstufe etwas südlich ausholend. Hat man den Sporn nach dem ersten Aufschwung erreicht, trifft man bald auf umfangreiche Reste von Kunstbauten. Man folgt ihnen über den Sporn, wobei die meisten Schwierigkeiten südseits umgangen werden. Schliesslich erreicht man flacheren Wald und geht nach Fontanella Alta hinüber. Um von hier ins nahe Spada zu gelangen, muss eine steile Rinne erstiegen werden. (Fontanella - Fontanella Alta - Spada, 2:00, T4-)

Weitere Fotografien Fontanella Alta

Im Bosco di Cranzünell zweigt vom Alpweg Cranzünell ein Pfad nach Ravöra ab; im Corte di Fondo ein anderer, deutlich schlechter und nicht immer sichtbar (Drahtseile). Über die Costone di Càmedo (P.2121) lässt sich auf die Alpe di Càmedo wechseln. Ravöra lässt sich auch auf sehr interessantem Pfad über Chignöö direkt vom Tal aus erreichen. Ein anderer Pfad verbindet Ravöra mit der Alpe Cranzünasc (Einmündung bei der Höhenkurve 1650m). Alle Zugänge nach Ravöra sind anspruchsvoll.

Von der Ponte di Chiall wenig unterhalb Fontana leitet ein recht guter Pfad in die Alpe Cranzünasc. Über die Bocchetta di Cerentino kann man problemlos ins benachbarte Valle di Bosco Gurin wechseln. Eine alte Verbindung von Cranzünell über Schièd nach der Alpe Cazzana ist ebenfalls bekannt.

In Foroglio beginnt das lange Seitental Val Calnègia. Es weist einen guten Talweg auf, der bis auf die Alpe della Cròsa mit den Laghi della Cròsa führt. In Puntid zweigen die Reste eines schwierig auffindbaren Pfades zur Alpe Cazzana ab. Vom Corte di Mezzo oder vom Corte di Cima lässt sich die Alpe Pisóm (P.1721) erreichen. Cazzana ist auch von Dreióm über die Corona dei Cristiani erreichbar. Die genannten Routen sind anspruchsvoll.

Bei P.1037 im Talgrund des Val Calnègia zweigt der Pfad auf die Alpe d'Orsalietta ab. Zwischen Orsalietta und Pisóm besteht eine wilde Verbindung über ein sehr ausgesetztes Band ("Cengia del Pisóm"). Von Orsalietta führen Wegspuren zum Corte di Cima der Alpe d'Orsalìa, die auch von Calnègia über deren beide untere Stafel direkt erreicht werden kann. Man kann über die Bocchetta del Madone, oder über den Lago und die Bocchetta d'Orsalìa ins Valle di Bosco Gurin wechseln. Auch diese angeführten Routen sind anspruchsvoll.

Corte Nuovo di Solögna  
Corte Nuovo di Solögna, 24.September 2013  
Von Gradisc (P.1703) führt ein Pfad hinüber in die Alpe Formazzöö, wo man entweder zum Corte di Cima weitergeht oder auf Pfadspuren über die Ganaccia und die Laghi di Formazzöö durch wüste Blockfelder die Bocchetta Formazzöö erreicht. Sie vermittelt den Weiterweg ins Valle di Bosco Gurin. Von der Bocchetta Formazzöö führt eine markierte Route durch raue Blockfelder zwischen Pizzo Cazzòla und P.2716 hindurch zum Passo Cazzòla.

Von den Laghi della Cròsa führen markierte Pfadspuren in die Bocchetta dei Laghi della Cròsa (nähe P.2507), die den Weiterweg auf die Alpe d'Antabia eröffnet. Eine direkte Markierung traversiert vom Passo Cazzòla zur Bocchetta dei Laghi della Cròsa. Andere Pfadspuren führen von den Laghi della Cròsa zur Bocchetta di Nassa (P.2304), wo man zur Alpe di Nassa gelangt. Ein wilder Pfad führt von Gradisc (P.1703) zum mittleren Stafel der Alpe Cròsa (P.1903) und weiter über Piènsgia zu den Laghi della Cròsa.

Von Foroglio lässt sich Semacorte auf gutem Pfad erreichen. Beim Haus ex-P.1013 führt ein zumeist gemähter Pfad waagrecht nach Süden zum Passo della Sandèla, einem nicht ganz trivialen, felsigen Übergang, der nach Puntid leitet. Er ist indessen mit Drahtseilen gut gesichert. (Semacorte - Passo della Sandèla - Puntìd, 0:30, T4+/II)

Eine schwierig auffindbare Abzweigung in Semacorte leitet auf den alten Pfad zum Corte d'Auénn, wo sich ein Weiterkommen über Pfadreste und Tacche zu P.2083 ergibt. Eine einstige Verbindung von hier über Monte nach der Alpe Gradisc ist bekannt, Reste von Kunstbauten sind sichtbar. Monte wird auch auf einer verfallenen "Via ferrata" aus dem Talgrund des Val Calnègia erreicht. Die genannten Routen sind anspruchsvoll.

Von Semacorte führen zwei verschiedene Pfade in die Alpe di Nassa, nämlich die Strada delle vacche östlich des Riale Nassa (einfach), und der Sentiero alpigiano degli Scrann östlich des Riale (sehr interessant). Vom Corte di Cima (P.2021) führen alte Wege zum Sattel P.2083, in die Bocchetta di Nassa (P.2304) und zur Alpe di Solögna. Der Corte di Mezzo (P.1755) lässt sich auch auf altem Pfad von Corte Nuovo di Solögna über den Sandrói erreichen: Dazu geht man in Corte Nuovo über die in der LK eingezeichnete Brücke und folgt einem waagrechten Pfad bis zu einer Verzweigung: Von unten kommt der alte, aufgegebene Alpweg von Costa herauf. Geradeaus durch eine verfallende breite Treppe durch die Felswand des Sandrói hinauf auf den Rücken zwischen Solögna und Nassa. Durch Alpenrosenbestände folgt man etwas mühsam dem Rücken hinauf bis zur Felswand unterhalb Corte di Mezzo. Rechts ausholend gelangt man an eine Brücke aus Baumstämmen, welche den Durchschlupf durch die Wand erlaubt und auf die sanften Flächen bei Corte di Mezzo leitet. In Gegenrichtung eher schwierig aufzufinden. (Corte Nuovo - Sandrói - Corte di Mezzo di Nassa, 1:15, T4)

  Piano delle Creste
  Piano delle Creste, 9.Oktober 2013
Weitere Fotografien Sandrói - Nassa - Sandèla

Von Rosèd führt ein guter Pfad über Costa in die Alpe di Solögna, wo man nach Pianaccio oder Sedone weitergeht. Von Sedone leitet eine Markierung auf die Bocchetta di Fornasel, die sich zwischen P.2280 und P.2345 befindet. Von hier gelangt man in einer einfachen und markierten Querung zum Piano delle Creste. Von Sedone führt ein anderer alter Pfad auf die Alpe Mött (P.1941), die auch sehr anspruchsvoll auf alten Wegen von Sonlèrt via Corte di Val Dentro und Schièda erreicht wird. Cadinc hingegen wird von Fontanelada auf sehr interessantem Pfad über Hunderte Tacche erreicht. Hierzu folgt man dem Riale di Croazzöö orografisch links bis auf 950m. Orange Markierungen weisen nun über abschüssige Felsplatten mit hunderten von Tacche. An einer bestimmten Stelle ist eine drei Meter hohe Felsstufe (III) zu überwinden. Man erreicht so die Ruinen von Cadinc, von wo man problemlos nach Corte Nuovo di Solögna weitergehen kann. (Fontanelada - Cadinc, 1:15, T5+/III)

Weitere Fotografien Cadinc, Solögna, Nassa

Von Ganarint führte einst ein Pfad auf die Corona d'Antabia, wo er sich nach Antabia und Schièda verzweigte. Viel ist davon nicht erhalten, wenngleich man auf der Route da und dort Farbmarkierungen vorfindet: Von Ganarint umgeht man den Sporn P.1015 südlich oder nördlich und steigt in der nachfolgenden breiten Geröllrinne bis auf knapp 1200m an. Rechts aufwärts findet sich ein Durchschlupf zwischen Plattenschüssen und Felswänden (einige verblasste Markierungen). Schliesslich gelangt man in einfacheres Gelände und steigt durch Wald auf sporadischen Wegresten und anhand von Farbmarkierungen auf die Corona d'Antabia. Bei der Höhenkurve 1520m passiert man die Einmündung des sehr ausgesetzten und heikel zu begehenden Verbindungsweges (T6) von Muiaröö durch die Wand der Corona. In der Gegend der Höhenkurve 1700m zweigte früher der Alpweg nach Schièda ab; von ihm scheint nichts erhalten zu sein. Für den Weiterweg nach Antabia halten die Jäger eine Route durch die Erlenzonen frei, sie beginnt eher etwas tiefer. Es lohnt sich, diese Schneise zu suchen, da sonst viel Zeit in den Erlengürteln verloren wird. Schliesslich erreicht man bei 1850m einfaches und offenes Gelände und geht entweder zu P.2104 hinauf oder überquert den Ri d'Antabia auf 1900m um zum Corte Grande zu gelangen. (Ganarint - Corona d'Antabia - Corte Grande d'Antabia, 4:30, T5)

Weitere Fotografien Corona d'Antabia

Von San Carlo führt ein guter Wanderweg in die Alpe d'Antabia und zum Rifugio Piano delle Creste. Von hier oder direkt vom Corte Grande der Alpe d'Antabia kann man ohne Probleme auf die Terrasse von Pianascióm und den Tamierpass ins italienische Val Formazza (Pomatt) überschreiten. Andere Pfade führen von Piano delle Creste in die Bocchetta di Fornasel, zum Sattel P.2419 und in die Bocchetta dei Laghi della Cròsa. Ferner ist von Campo zum Corte Grande der Alpe d'Antabia eine anspruchsvolle Verbindung bekannt.

  Bavona-Weg
  Typischer Bavona-Weg (Corona Nera)
Die anzutreffenden Schwierigkeiten auf den gewöhnlichen Alpwegen betragen ungefähr:

Cranzünasc T3
Cranzünell T4
Cazzana T5
Orsalìa  
Orsalietta T5
Formazzöö T3
Cròsa T3
Nassa (Strada della vacche) T4
Nassa (Sentiero alpigiano degli Scrann) T5
Solögna T3
Cadinc T5
Schièda  
Antabia T2
Robièi T2
Piazza T4
Sevinèra T4
Foiòi T5
Ogliè T4
Magnasca Launc T4
Magnasca Màter T3
Fiorasca T3
Bedù T5
Paràula T4
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