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Valle di Bosco Gurin



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Langes, bewohntes Seitental des Vallemaggia. Die linke Talflanke des benachbarten Valle di Campo von Collinasca bis Cevio/Biètt wird hier mitbehandelt. Hingegen wird die von einem umfangreichen Wanderwegenetz durchzogene Region der Grossalp nicht beschrieben, es sei auf die Landeskarte verwiesen.

 
  Bosco Gurin, 18.September 2012
Von Cevio führen gute Pfade bis Ciantin und Campèi. In Malza existiert eine anfänglich gute Abzweigung, die abschnittsweise ausgesetzt ins überwucherte Monti Corgell führt. In Serta mündet der gute Verbindungspfad von Linescio ein, der im Bereich der Überquerung des Ri della Valtè interessante und ausgesetzte Passagen aufweist. Von Ciantin setzt sich ein erhaltener Weg bis zu den verstreuten Ruinen von Pradasc, rund um P.1217, fort. Über die Fortsetzung nach Alpe di Càmedo ist nichts bekannt. Von Campèi gelangt man durch gutmütigen Wald mit sporadischen Wegresten zu den Ruinen von Corte Balzàr und Tecc da la Vigna. Entlang der Höhenkurve 1300m existiert ein erhaltenes Weglein, dass die Verbindung mit Pradasc herstellt. Über den einstigen Weg von Tecc da la Vigna durch den Bosco del Criscia nach Corte di fuori ist hingegen nichts bekannt. Ein sehr interessanter Pfad, der einst grossviehtauglich war, führt von Biètt über den abweisenden Crös da Biètt nach Turba und Campèi: Er wird nur noch selten begangen, ist aber noch recht gut erhalten. Im Crös da Biètt existieren zwei verschiedene Varianten, die beide auf alten Karten dargestellt sind. Die zuletzt benutzte obere Variante ist angenehmer zu begehen. Nach der Vereinigung der Varianten verhilft eine gigantische Treppenanlage über eine hohe Felsstufe hinweg. (Cevio/Biètt - Crös da Biètt - Campèi 2:00, T4-)

Von Linescio führen drei verschiedene Pfade nach Monte: Die markierte Hauptroute über Piodee und P.1103, ein guter Pfad via Bolla und Collo sowie ein abkürzender Verbindungspfad von Pianello nach Fontane. In Monte setzt sich ein nicht überall guter, aber markierter Weg bis auf die Alpe di Càmedo fort. Die Reste eines Pfades leiten von hier nach Corte di fuori, von wo sporadische Trittspuren zum Übergang Costone di Càmedo (P.2121) führen, der den Wechsel zur Alpe Cranzünell im Val Bavona gestattet. Einst führte von der Alpe di Càmedo ein Verbindungspfad über Scivulèr zu den Ruinen von Casa dei Ladroni (P.2109). Er ist nur im steilen Gelände der Zone Scivulèr noch erhalten; der Rest ist heutzutage verfallen, doch kann man problemlos über das offene Gelände gehen. Indessen ist die Steilstufe auf dem Rücken oberhalb Costone di Càmedo nicht ganz trivial (II+, exponiert), besser geht man via Piodascia. (Alpe di Càmedo - Piodascia - Scivulèr - Casa dei Ladroni 1:30, T3)

Casa dei Ladroni  
Casa dei Ladroni, 18.Oktober 2014  
Ein anderer guter Weg mit verblassenden offiziellen Markierungen führt von Linescio über Bolla bis Tecc Flipign und Lasciadüü. Von den hergerichteten Hütten in Lasciadüü setzt sich ein breiter und guter Pfad waagrecht gegen Corona fort, wo er umbiegt und zur Hütte bei P.1604 hinaufsteigt. Unter der begrenzenden Felswand traversiert man nach Westen und trifft auf die Wegfortsetzung, die mittels einiger Kunstbauten zum grossen Holzkreuz von Bedulitt führt. Die letzte Treppe vor dem Kreuz ist weggebrochen und erfordert einen Kletterschritt im III.Grad. Nur kurz nach Osten ausweichend trifft man auf dem Rücken, der ins Vallone della Fracia abbricht, auf Treppenreste, die den weiteren Aufstieg ermöglichen und schliesslich in langer Traverse auf Trasseeresten und Kunstbauten zur Alpe di Càmedo leiten. Über die einstige Verbindung von Corona nach Larecc sind keine Details bekannt. Die spärlichen Reste einer Weganlage mit diversen Kunstbauten verbinden Collo mit Tecc Flipign direkt. (Lasciadüü - Bedulitt - Alpe di Càmedo 1:30, T4/III)

Von Fracia (P.688) führt ein Pfad zu den Ruinen von Camvera (P.796). Er setzte sich früher durch den Bosco del Vallone und Pianèsc bis zu den Ruinen von Casa dei Ladroni (P.2109) fort. Er scheint verfallen und nicht mehr vorhanden zu sein. Bei P.1447 bestand eine Abzweigung über die Ruine von Tidì nach Camanoglio. Von Collinasca führen nicht besonders gute, aber markierte Pfade nach Camanoglio und nach Corino.

Von Camanoglio führt ein recht guter Weg über Campiòi und Praóm, wo ein schlechter Alternativpfad von Corino über Pianca einmündet, nach Corte Antico. Von hier führt ein guter Pfad zu P.1911. Möchte man hingegen nach Casa dei Ladroni, so verlässt man den Pfad beim Ri di Campiòi und folgt diesem aufwärts bis zum Beginn einer anfänglich sehr schlecht erkennbaren, später besseren Pfadspur, die mit verblassenden roten Markierungen versehen ist. Sie leitet durch hohes Gras und zwischen Felsbändern hindurch zu den Ruinen von Casa dei Ladroni bei P.2109. (Corte Antico - Casa dei Ladroni 1:15, T4-)

  Ritana
  Rìtana von Plattulti, 18.September 2012
Von Corte Antico führt der gute und markierte Wanderweg über die Alpe Màter Richtung Wolfstaffel. An beliebiger Stelle kann weglos zu den Übergängen Bocchetta di Cerentino, Bocchetta del Madone oder Bocchetta d'Orsalìa aufgestiegen werden, von welchen man ins Val Bavona gelangt. Man beachte jedoch die Schwierigkeiten bei den jeweiligen Abstiegen ins Val Bavona. Die Alpe Màter lässt sich auch direkt von Corino via Pianca erreichen (verblassende offizielle Markierungen). Der von Bosco Gurin über Rìtana und Plecku bis Pögga führende Pfad, setzte sich früher einerseits bis Corte della Valle (Details fehlen) und andererseits bis auf die Alpe Màter (teilweise erhalten bis zur Gemeindegrenze, danach de facto weglos) fort.

Im oberen Tal leitet die markierte Bocchetta Formazzöö durch wüste, mühsame Blockfelder ins Val Bavona. Auf der südlichen Talflanke gelangt man über die markierten Pfade des Passo Quadrella oder über Pian Cròsc ins angrenzende Valle di Campo. Bei der Alp Bobna der letztgenannten Route ist es möglich, auf alten Pfadspuren über den Garta zum Übergang auf dem Grat bei P.2128 aufzusteigen. Bereits weiter unten, etwa auf der Höhenkurve 1600m, zweigt der verfallende Pfad via Russa nach Andatschei ab. An der Abzweigung ist kein Pfad mehr sichtbar, später wird er recht deutlich, doch ist im Anschluss das aktive Felssturzgebiet der Russa zu durchqueren, was objektiv gefährlich ist. In der Witana erreicht man schliesslich den teilweise als Hohlweg ausgeprägten Pfad, der von der Matta heraufkommt. Wegen des Felsturzes wird von einer Begehung ausdrücklich abgeraten.

Andatschei kann auch auf den noch recht gut sichtbaren Resten eines Weges von Corino aus erreicht werden: Bei der Koordinate 684 zwischen Piano dei Vitetti und Spa sticht man nach Süden in den Wald hinauf und entdeckt das zu den Ruinen von Ovia wegführende Wegtrassee. Durch weniger steiles Gelände, entlang verschiedener Ruinen, erreicht man auf dem alten Pfad schliesslich Andatschei, von wo man auf einer Spur problemlos weiter nach Pian Cròsc gehen kann.

Andatschei  
Andatschei, 18.September 2012
 
 
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