www.alpi-ticinesi.ch
Valle di Bri
lingua italiana



alpi-ticinesi.ch > ticino > valli > bri


Sehr wildes, wenig besuchtes Seitental des Val d'Ambra.

Valle di Bri
Valle di Bri, 29.Mai 2004
Foto: Manuel Haas

Der Talweg führt von Mezzana in nicht immer guter Qualität die orografisch linke Flanke des Tales hinauf. Um den Weganfang aufzufinden, bemühe man die Landeskarte. Man erreicht so die Abzweigung nach Torn, welches am gegenüberliegenden Ufer des Riale di Bri gelegen ist. Dorthin führt auch ein noch erkennbarer Pfad auf der rechten Talflanke von Cassinone. Der Pfad von Torn nach Riva ist nicht einfach zu finden. Im unteren Teil ist er gut erkennbar, auch mit einigen Kunstbauten. Dann zieht er weit talauswärts (praktisch bis zum markanten Felsabbruch, der vom Pizzo Ricuca herunter kommt), um eine Felswand zu umgehen, bevor es am Fusse einer weiteren Felswand wieder taleinwärts geht (beide Felswände sind auf der Karte zu erkennen). Von Riva kann man direkt und sehr steil über den Rücken auf den Pizzo Ricuca oder in die Bocchetta della Riva steigen, die einen Übergang ins Val d'Iragna erlaubt. Die Verbindung zwischen Riva und Piatto ist schwierig zu finden: Man traversiert waagrecht zum Riale della Riva, der an offensichtlicher, dennoch recht heikler Stelle gequert wird. Ein eingeklemmter alter Holzkeil leistet dabei Hilfestellung. Jenseits folgt man kaum mehr erkennbaren Wegresten, die bald durch sich mehrfach verzweigende Tierspuren abgelöst werden. Man hält weiterhin ungefähr die gleiche Höhe und sucht den Durchschlupf zwischen den Felsabsätzen. Man gewinnt so den Rücken, auf dem Piatto thront. Den verschiedenen Felsbändern ausweichend oder sie überkletternd erreicht man mühsam und anspruchsvoll die schöne Terrasse von Piatto. Die Älpler sollen Piatto einst auch auf einem Pfad erreicht haben, der in der Nähe von P.1307 beim Riale di Bri ansetzte. Von den Ruinen kann man relativ einfach dem Rücken gegen die Cima di Piatto folgen. Die ansteigende Traverse direkt in die Bocchetta di Piatto ist wegen der ausgedehnten Erlenfluren wenig ratsam; wer sich dennoch in dieses Dickicht hineinwagt, wird da und dort Reste von Kunstbauten und Ruinen von Gebäuden wahrnehmen. In umgekehrter Richtung begangen, ist es kaum möglich die praktisch einzig möglich Stelle zur Querung des Riale della Riva zu finden!

Von Alpe Carnisera kommend erreicht man auf gutem Pfad Alpe della Motta. Ein bescheidener Pfad setzt sich bis zur Ruine von Er Carescio fort. Man kann nun waagrecht weitergehen und über den letzten Rücken vor der Nordwand des Pizzo Ricuca ohne alpinistische Schwierigkeiten absteigen. Sobald möglich, das heisst auf etwa 1440m traversiert man ein Tobel und gelangt auf die nur noch schwach sichtbaren Reste eines Pfades, der waagrecht zwischen Felsbändern dahintraversiert bis er auf den verfallenen Pfad Torn - Riva stösst. Dabei passiert man ein Sprügh.

Motte di Bri
Auf den Motte di Bri, 29.August 2010

Dem Talweg weiter folgend erreicht man Pozzolo, wo keine Wegfortsetzung sichtbar ist. Man steigt gerade den Hang hinauf, und findet bald wieder einen Pfad, der sich in sehr wilder Umgebung bis zur Alpe Bri di sotto hinaufarbeitet. Von hier bestehen verschiedene Möglichkeiten: Man kann auf unterbrochener Wegspur über die Alpe Bri di sopra zum Sattel südlich der Motte di Bri gelangen, um von dort problemlos ins Val Rierna zu wechseln. Eine neu ausgeastete Route führt von Bri di sopra direkt zu P.2049 auf den Motte di Bri. Die Motte di Bri lassen sich auch von Valsegia über den Motto dei Ciavéi erreichen, diese Möglichkeit ist beim Val d'Ambra beschrieben. Auch kann man dem Rücken auf nicht leichten Pfadspuren weiter nach Motarói di Bri folgen.

Die Cassina della Froda lässt sich von Bri di sotto aus auf der von Giuseppe Brenna im Clubführer beschriebenen, sehr interessanten Route entlang des Wasserfalls erreichen. Leichter kommt man dorthin, indem man weglos südlich der Ruine von Piotelle vorbei zur Hütte bei P.2092 steigt, um von dort einem eindrücklichen Band mit Weg zu folgen. Von P.2092 lässt sich ausserdem die Sella (P.2241), die den Übergang ins Val d'Iragna vermittelt, ohne Probleme erreichen.

Von der Cassina della Froda kann man auf gutem Pfad über die Motarói di Bri nach Stabbio di Cima im Val Rierna wechseln. Die Cima di Bri lässt sich über Schuttfelder ebenfalls problemlos erreichen. Ferner kann man auf Pfadspuren via P.2336 die Bassa erreichen, von wo man in die Täler Val d'Iragna oder Val Pincascia absteigen kann.


Cassina della Froda
Cassina della Froda, 29.August 2010
Weitere Fotografien

Zur Übersicht