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Val Calanca





Langes, bewohntes Seitental der Mesolcina. Besonders der Talschluss ist sehr wild und von komplizierter Struktur. Die Fahrstrasse des Tales führt bis Pian d'As. Detaillierte Informationen über das Val Calanca finden sich auch im Büchlein "Bergwanderungen auf alten Pfaden" von Wilfried Graf und im Buch "Val Calanca" von Ueli Hintermeister und Silvia Fantacci. Die ASAC betreut den "Sentiero alpino" sowie die Hütten Buffalora, Alp de Fora, Ganan und Pian Grand. Die Capanna Buffalora ist derzeit nur während den Bewartungszeiten (Juli/August) geöffnet. Die Vereinspolitik der ASAC ist bedauerlicherweise wenig konstant, oft undurchsichtig und lässt regelmässige Änderungen erwarten.

  Val Calanca
  Val Calanca von Ri Dedent, 7. Juni 2013
Die Seitentäler Val de l'Ör, Val Ganan, Val Largè und Val di Passit sind separat beschrieben.

Auf die rechte Talflanke soll etwas näher eingegangen werden: In der Region Monti di San Carlo und Val de Mosghé finden sich viele alte Pfade, die meistens noch in gutem bis akzeptablem Zustand sind. Die Landeskarte liefert ein vollständiges Bild. Von besonderem Interesse ist hingegen der Aufstieg von Buseno über Scata und Galona zur Zanella. Der Pfad ist im Verfall begriffen, Giuseppe Brenna liefert eine Beschreibung im SAC-Clubführer. Zu beachten ist, dass die Landeskarte den Pfad im Detail etwas ungenau wiedergibt. Auf der Zanella trifft man auf die Fahrstrasse Arvigo - Alp di Stabveder, die mit privaten Kraftfahrzeugen gegen eine Gebühr von CHF 5 befahren werden darf (Barriere mit Münzeinwurf).

In den Monti di Arvigo existieren noch eine Reihe weiterer alter Pfade, die nicht in der Landeskarte figurieren und zumeist die Fahrstrasse abkürzen. Sie sind teilweise auch offiziell markiert. Von der Ruine ob der Strassenkehre in Vicheira führen die nur schwer erkennbaren Reste eines alten Pfades unter eine hohe Felswand und zu P.1381. Kurz danach stösst man an das tiefe, steile und eher abweisende Tobel des Rià del Lavinon, hinter welchem die Ruine (P.1439) von Repanach liegen sollte. Aus Zeitmangel konnte das Tobel nicht mehr überschritten werden, so dass offen bleibt, ob tatsächlich eine Ruine vorhanden ist. Der offizielle Wanderweg von den Monti di Arvigo via Cant und Mondan nach Landarenca wird wenig begangen und ist eher undeutlich. Er führt in interessanter Routenführung durch eine Felsstufe (Frot) am Rià d'Auriglia. Eine Variante führt ab Cant via Riva und Splüga nach Landarenca. Schliesslich sei angemerkt, dass der Pfad von der Alp di Rossiglion in den Sattel bei P.2650 praktisch komplett verschwunden ist.

Von Landarenca führt der meist gute und markierte Wanderweg über Boliv, Piöv di Fuori und durch das Val del Galbines auf die Bocchetta di Pianca Geneura, wo man ins Val d'Osogna gelangt. Über die weglose Bocchetta di Piöv di Fuori kann man ins Val Cresciano wechseln. Bei Lego und im Bosco di Castaneda münden recht gute Pfade von Bodio via Cavaionc ein; Lego kann auch auf hergerichtem Pfad direkt von Landarenca erreicht werden. Von Cavaionc kann man auf einem guten Pfad ins Val del Rià Pian gehen. Folgt man nach der Brücke einer Wegspur am orografisch linken Ufer gelangt man zu einem grossen Wasserfall. Spuren führen etwas nach Norden ausholend zu einem zweiten Wasserfall. Holt man noch weiter nach Norden entdeckt man das alte Wegtrassee (einige Schnittspuren) zu den Ruinen von Piancan, ca 1550m. Über Reste eines Pfades kann man Richtung Nordwesten ansteigen und erreicht die Alpe Piöv di Fuori, dabei ist eine obligatorische Schlüsselstelle mit einer Weganlage zu überwinden (Bodio - Cavaionc - Piancan - Piöv di Fuori 2:45, T4). Piöv di fuori kann auch auf einem offiziell markierten Pfad von Masciadon erreicht werden: Er wird kaum mehr begangen und die Markierungen verblassen zusehends. Es existieren zwei Varianten, nämlich via Fragia und via Agher; diejenige via Agher ist interessanter (Cauco - Masciadon - Agher - Piöv di Fuori 2:30, T3).

Sentiero Mont de Rodot  
Sentiero Mont de Rodot, 12.Juni 2013  
Einst führte auch ein direkter Pfad von Agher nach Piöv di Dent, Details fehlen. Von Piöv di fuori führt ein eher guter Pfad über Piöv di Dent mit Unterbrechungen zur Hütte von Biancalan, wo ein bescheidener Weg von Santa Domenica einmündet. Der Hauptpfad führt in Kehren durch die Lawinenverbauungen und durch den Camin de Biancalan, eine enge Felsspalte, die den Durchschlupf auf die Weiden der Alp de Naucal zulässt.

Über die angrenzende Bocchetta di Vedrign oder den Pass Giümela gelangt man ins Val Pontirone. Eine lange Querung, die nicht immer von guter Pfadqualität ist, leitet von der Alp de Naucal über die Alpen Cascinarsa und Stabiorel auf die Alp de Remia. Alp de Naucal kann auch direkt von Rossa erreicht werden: Ein interessanter Pfad führt an einem grossen Sprügh in Poz vorbei nach Mont de Rodot. Von hier steigt man einfach, auf kaum mehr erkennbaren Resten eines Pfades anhand einiger Markierungen direkt zur Alp an. Von Mont de Rodot setzt sich der Pfad, grün markiert nach Süden fort: Via Paré Dedent und Paré Defora gelangt man bis nach Scorsö. Der von Santa Domenica via Pozet und Samadan durch eine Felswand nach Paré Defora heraufführende Pfad ist sehr interessant und lohnend, aber nicht mehr überall deutlich erkennbar. Die einstige Verbindung von Augio nach Crösa ist hingegen verschwunden. Gleiches gilt für den einstigen Pfad von Paré Defora nach Alp de Naucal, wenngleich die Abzweigung noch gut erkennbar ist. - Das Gebäude der Alp de Remia ist immer offen, und kann - sofern nicht von Gruppen oder Schulen in Beschlag genommen - als Unterkunft dienen.

Der Pfad setzt sich in guter Qualität bis Belvedere fort, wo er bedeutend schlechter wird. Er leitet, in Pian Grand die Einmündung von Valbella passierend, auf die Alp de Remolasch. Hier münden die sporadisch markierten, nicht immer ausgeprägten Pfade von Valbella (via P.1594) und von Pian de l'Isolan ein. Von der Alp kann man auf unterbrochenen Pfadspuren in den Passo del Ramulazz steigen, wo man ins Val Combra oder ins Val Madra gelangt. Früher setzte sich die Querung von der Alp de Remolasch bis auf die Alp de Revi fort, Details fehlen.

Zur linken Talseite: Oberhalb von Molina Buseno befinden sich die Ruinen von Scarvi, P.1025. Alte Karten zeigen einen Zugang aus der Nähe von Piöt, Details fehlen bisher.

  Cima de Nomnom
  Cima de Nomnom, 12.Februar 2004
Foto: Manuel Haas
Von der Brücke in Dabbio kann man auf gut sichtbarem Weg bis Dapc Soran gehen. Der Weg setzt sich, wie in der Landeskarte vermerkt, in guter Qualität bis zur Rinne fort, die von P.1618 herabkommt. Eine Wegspur traversiert waagrecht, auch mit Hilfe eines Fixseils, gegen Scarvi und verliert sich bald in Ziegenweiden. Am besten steigt man schon vor der Rinne etwas an, quert sie an geeigneter Stelle und erreicht den eher abweisenden Rücken südlich dieser Rinne. Hier finden sich sehr sporadische Reste einer alten Weganlage. Wenig höher traversiert man auf schmalem Band unter einer senkrechten Felswand nach rechts und setzt den Aufstieg auf dem gegen Sant Antoni ansteigenden Rücken fort. Schliesslich gelangt man erneut unter abweisende Felswände. Man traversiert auf Tierspuren nach links und steigt über eine Felsplatte mit einem Riss auf Tacche 5m in die Höhe. Oberhalb dieser Platte beginnt ein deutliches, aber ausgesetztes Wegtrassee, das durch sehr steiles Gelände zuerst links haltend, dann zurück nach rechts traversierend die gesamte abweisende Steilstufe überwindet. Danach folgt man Wegspuren bis zu den Ruinen von Scignan, ex-P.1337. Oberhalb dieser Ruinen folgt man ohne nennenswerte Probleme dem Rücken bis Sant Antoni de Bolada, doch müssen mehrfach die besten Durchschlüpfe zwischen Felsbändern gesucht werden; zumeist sind sie nordseits zu finden, auf 1500m hingegen ist eine Schlaufe südseits notwendig. (Dabbio - Scignan - Sant Antoni 3:00, T5)

Von der Talstrasse fällt zwischen Dabbio und Antiglio der am gegenüberligenden Ufer verlaufende Pfad auf, der mittels Stegen und Drahtseilen an die Felsplatten ob der Calancasca geklebt wurde. Dieser Abschnitt war einst Teil des durchgehenden Pfades von Dapc nach Arvigo entlang des östlichen Ufers der Calancasca. Es wird heutzutage nur noch der auffällige Anfangsteil bis zu einer Wasserfassung am Val della Pausa leidlich unterhalten. Der Weiterweg ist mühsam: Der aus dem Val d'Ecca kommende Bach muss auf einem Felsgesims rund 40m oberhalb der Calancasca überquert werden, was nur bei ausgesprochenem Niedrigwasser möglich ist. Der Weiterweg führt durch viel Vegetation von Antiglio bis zur Brücke in Arvigo, zum Schluss wird das Trassee deutlicher. Bei Sprengarbeiten im Steinbruch und Sperrung der Talstrasse darf dieser Weg nicht begangen werden.

Von Cauco zeigen alte Karten einen Pfad nördlich des Rià de la Motta nach Pian Conca. Vom Pfad sind nur wenige Reste erhalten, das Gelände ist wild, eine Begehung für den Erfahrenen jedoch interessant: Vom nördlichen Ufer des Rià de la Motta bei Cauco steigt man auf einem Rücken bis vor die erste Felsstufe. Linkerhand führen Wegreste über die Stufe hinauf (II) und folgen wiederum dem Rücken. Sobald möglich traversiert man nach links in ein wenig steiles Tälchen (auf der LK gut sichtbar) und folgt ihm bis zu seinem Ende. Links wird ein Gras- und Schrofenhang erstiegen, bis ein Felsgesims eine ausgesetzte Traverse (II-) in eine Plattenmulde zulässt. Die Mulde wird jenseits durch einen Bestand aus jungen Tannen verlassen. Nach dem Tannenbestand wird kaum mehr angestiegen. Man folgt nun sehr vorsichtig einem langen, waagrechten und abschüssigen Band über hohem Abgrund bis zu einer Rinne, hinter jener ein wenig steiler hochstämmiger Wald beginnt. Durch diesen Wald hindurch erreicht man die Kehre ca 1425m des Wanderweges La Motta - Pian Conca - Aion, indem man zum Schluss an ausgeasteter Stelle über den Rià de la Ravisc übersetzt. (Auf 1320m bemerkt man eine von rechts einmündende ausgeastete Spur, die von La Motta herkommt und sich möglicherweise nach links durch die Zone I Sasc da Cauch nach Nomnom fortsetzt, Details fehlen.) (Cauco - Rià de la Motta - Pian Conca 2:00, T5+)

Torent Alto - Nomnom  
Torent Alto, Alp de Nomnom, 11.Juni 2013  
Vis-à-vis der Cappella de Salan bei Santa Domenica beginnt der eindrucksvolle ehemalige Alpweg nach Nomnom: Auf 1090m am Rià de Nomnom weisen rote Farbmarkierungen und Steinmänner nach rechts auf den Beginn des zwar gut erhaltenen, aber von Fallholz betroffenen Weges, der durch wildes Gelände zur einstigen Verzweigung auf ca 1420m ansteigt. Die roten Farbmarkierungen weisen nun nach rechts zur geschlossen Jägerhütte in Nomnom. Geht man hingegen nach links, so trifft man sporadisch auf Trasseereste die via P.1538 gegen die Alp de Nomnom leiten. Man trifft wiederholt auf Erlenbestände, oft können sie nordseits ausweichend umgangen werden. Bei ex-P.1724 trifft man auf erste Ruinen. Die letzte Steilstufe vor der Alp wird deutlich nördlich ausholend auf einem Wegtrassee überwunden, das grösstenteils im Erlenmeer liegt. Von den derzeit noch intakten Gebäuden traversiert man nach Nordosten zu den Resten eines Kalkofens (Calchera) auf dem Rücken südlich des Rià de Nomnom. Hier überquert man den Rià und folgt seinem nördlichen Ufer steil aufwärts. An einer bestimmten Stelle nimmt das nach Süden wegführende Trassee des einstigen Weges wahr. Da es jedoch bald im Erlenmeer untertaucht, folgt man besser weiter dem Rià, um so die offenen Weiden unterhalb des Pass de Buffalora zu erreichen. (Santa Domenica - Nomnom - Pass de Buffalora 4:30, T4+)

Die Seitentäler Ör, Ganan und Largé einschliesslich der dazwischenliegenden Zonen sind separat beschrieben.

Die einst zerstörte Brücke über die Calancasca auf Höhe Pian d'As wurde im September 2009 wiederaufgebaut. Über den Weiterweg zur Alpe de la Bedoleta sind jedoch keine Details bekannt.

Vom Ende der Fahrstrasse in Pian d'As steigt man auf eher gutem Pfad auf den Motta d'As, wo sich wenig danach die akzeptable Abzweigung zur Alp de Revi befindet. Geradeaus erreicht man die Alp de Lögna, wo sich verschiedene Möglichkeiten ergeben: Rechts gelangt man ins Val di Passit, das separat beschrieben ist. Links auf eher bescheidenen, teilweise verbuschten Pfaden über die Alp de Pertüs nach Purtulina Bassa und P.1863, wo kein Weiterkommen im Talgrund möglich ist. Die Alp de Pertüs besitzt auch einen alten verbuschten Zugang von der Alp de Revi. Und von Purtulina Bassa konnte man früher auf einem heute gänzlich verbuschten Pfad nach Purtulina Alta steigen.

  Valbella
  Valbella von Moncüch, 7.Juni 2013
Bereits wenig vor der Alp de Lögna, nämlich südlich des Ri d'Arbeola zweigt der ehemalige Alpweg nach Arbeola ab: Über den Rücken führt eine nicht immer gut sichtbare Wegspur zur Ruine von Corte di Fondo bei P.1758. Auf 1580m Höhe muss dabei ein Felsband durch eine Art verschneidungsartiges Kamin (II+) überwunden werden. Die einstigen Kunstbauten sind eingestürzt, am oberen Ende erkennt man noch Mauern. Die Stelle ist obligatorisch und nicht einfach. Von der Ruine traversiert man zunächst waagrecht nach Nordosten und trifft auf die Reste eines Wegtrassees. Es beginnt nach einigen Metern zu steigen und verliert sich in einem ausgedehnten und dichten Erlenbestand. Es wird notwendig den gesamten Erlenbestand zu durchqueren, was sich als äusserst mühsam erweist. In der zweiten Hälfte des Bestandes trifft man auf einer Höhe von 2000m zwischen Felsbändern wieder auf das gut begehbare Wegtrassee; es ist darum ratsam sich von einer übersichtlichen Stelle wenig nach Corte di Fondo bereits entsprechend zu orientieren. Vom wiedergefundenen Trassee werden in Kürze die offenen Flächen der Alpe d'Arbeola erreicht. Bei P.2019 befinden sich die umfangreichen Ruinen von Corte di Lago, auf einer Höhe von 2140m an der Route zur Bocca de Rogna trifft man auf diejenigen von Corte di Cima.

Von der Alp de Lögna geradeaus weitergehend erreicht man auf eher gutem und markiertem Pfad durch Erlenfluren die Alp Rodond (verschlossene Jägerhütte), wo eine Abzweigung zu P.2000 besteht. Dem praktisch kaum mehr sichtbaren Hauptweg folgend erreicht man P.2124, wo sich die Routen gabeln: Links auf einem schlechten Pfad in den Talgrund des hinteren Val Calanca bei P.1945, rechts auf kaum sichtbaren Spuren zum Lagh de Stabi. Besonders in der Gegenrichtung schwierig aufzufinden.

Vom Lagh de Stabi kann man weglos auf den Pass de Omenit (Tre Uomini) steigen, wo sich der Übergang in die Mesolcina öffnet. Man kann aber auch auf Pfadspuren zum See P.2330 weitergehen, wo sich früher eine Unterkunft (fest installiertes Zeltbiwak) befand. Dieser See kann auch auf weiss-rot markierten Wegspuren direkt vom Pass de Omenit via La Guardia erreicht werden. Vom See gelangt man auf unterbrochenen Pfadspuren über die Calancasca, deren Überquerung schwierig sein kann, auf die rechte Talflanke. Verblasste Markierungen leiten über die oberen Weiden der Alp de Stabi, wo mehrmals Pfadspuren aus dem Talgrund einmünden, und Purtulina Alta nach La Presa d'Acqua. Die Orientierung auf dieser Route ist schwieriger als es die Landeskarte erwarten lässt. Man hüte sich davor, zu früh und zu tief abzusteigen.

Vom Talhintergrund bei Bec de Stabi kann man den Passo di Giumello gewinnen, oder den Gletscherausrüstung erfordernden Pass de Stabi überschreiten, um auf die Alpe di Giumello im Val Malvaglia weiterzugehen. Von I Pianon de Revi gelangt man eher mühsam und weglos auf den Passo di Revi, wo man ins Val Madra absteigen kann. Von La Presa d'Acqua führen zwei verschiedene Pfadspuren, von denen eine mit verblassten Markierungen versehen ist, in die Alp de Revi. Eine andere Spur führt zu den Weiden der Alp del Pianasc.

Talschluss Calanca  
Talschluss Calanca, Puntone dei Fración und Zapporthorn, 14.Oktober 2005
 
 
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