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Val Cama



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Langes, trotz den Unterkünften im Tal nicht sehr häufig besuchtes Seitental der Mesolcina. Florian Boller hat 2007 am Beispiel des Val Cama eine interessante Diplomarbeit zum Thema Remoteness im Südalpenraum verfasst. Die Alp de Lagh steht nach dem Felssturz vom 26.Juli 2013 nicht mehr als Stützpunkt zur Verfügung.

Der Talweg ist in bestem Zustand und offensichtlich. Eine Abkürzung führte früher von Ogreda entlang der Schlucht des Rià de Val Cama direkt nach Provesc, dieser Pfad ist weitgehend verfallen. Beim Brunnen in Provesc zweigt der nicht immer erkennbare, aber doch vorhandene Weg ab, der auf die Alp de Borgen und weiter nach Motta Giova führt. Unterwegs passiert man eine schlechte Abzweigung, die zur Ruine von Arva (P.1055) führt. Die Alp de Borgen scheint einst auch auf einem Pfad von Norantola via Mont und Sor erreichbar gewesen zu sein.

Val Cama
Val Cama von Vìderla (ob Santa Maria in Calanca), 17.März 2007

Über die Alp di Besarden, von wo ein verfallener direkter Pfad zu P.1439 am Weg zur Alpe Vazzola führt, erreicht man die auf der Wiese von Tambò befindliche Abzweigung nach Brion: Dieser Pfad befindet sich in recht akzeptablem Zustand und führt entlang einer aufgegebenen und allmählich verblassenden offizieller Markierung auf die Alp di Brion, 1777m. Es ist möglich, von hier die Bocchetta de Brion zu überschreiten, um nach Gagna Predon im Val d'Arbola zu gelangen (nicht einfach). Von der Alp di Brion geht man genau östlich und weitgehend weglos weiter zu den Ruinen von Brion sopra, ca 1960m, wo sich ein alter Wegweiser mit Andreaskreuz befindet. Alte Markierungen und Pfadreste setzen sich von hier in schlechter Qualität zunächst waagrecht, dann bis auf 2020m ansteigend (südlich P.2132), zum Schluss wieder gegen das wilde Tobel des Ria di Broieta absteigend fort. Dieses Tobel wird wenige Meter tiefer als Alp de Broieta überquert. Diese Alp wird - entgegen den Angaben im SAC-Clubführer - am einfachsten direkt vom Lagh de Cama erreicht wird: Etwas vor dem Rifugio Miralago steigt man durch locker bestockten Wald gegen die Rinne, die von P.2330 herabkommt. Dort, wo das Gelände steiler und verbuscht wird, geht man nach links auf eine Rippe und trifft wenig höher auf den guten und markierten Pfad durch den Bosch di Marca zur Alp de Broieta. Von hier kann man auf den Spuren eines alten Wegtrassees auf die Bocchetta de Cressim steigen, wo man ins Val d'Arbola gelangt, oder auf bescheidenem alten Pfad über die Ruinen von P.1974 auf die Alp de Sambrog traversieren. Vom Lagh de Cama lässt sich die Alp de Sambrog auf einem guten und markierten Pfad über die Alpen Albion und Vec erreichen. Eine undeutliche offizielle Markierung führt von Sambrog auf Trittspuren weiter in die Bocchetta de Cressim. In alten Karten und Verzeichnissen wird die Alp de Sambrog als Rifugio geführt. Das Gebäude ist zwar offen, befindet sich aber in erbärmlichen Zustand; eine Übernachtung ist nicht zu empfehlen.

Alp de Broieta
Alp de Broieta, 3.Juli 2010

Von Gallina am Lagh de Cama führt ein guter, aber steiler Pfad auf die Alp de Vazzola. Wenig darüber befindet sich eine Verzweigung: Rechts geht es auf einer Wegspur in die Bocchetta del Segnale di Vazzola, wo man ins Val Leggia eintritt. Links auf eher gutem Pfad zur Alp di Agnon, die auch sehr mühsam entlang von alten Markierungen vom Lagh de Cama direkt erreicht wird (nicht empfehlenswert trotz der noch vorhandenen Markierungen, ausgedehnte Erlenfluren). Von der Alp di Agnon kann man durch ein Couloir, das auch im Sommer vereist sein kann, in die Bocchetta di Val Cama (P.2270) steigen, um ins italienische Valle del Dosso zu gelangen.

Val Cama
Talschluss Val Cama mit Piz Martèl, 3.Juli 2010

Von der Alp di Lumegn, jenseits des Lagh de Cama, führen markierte Pfadspuren über die Scala Santa auf die Bocchetta del Notar, die ins italienische Valle Bodengo führt. Ein anderer Aufstieg, führt durch das felssturzbedrohte Valon auf die Bocchetta del Valon. Von einer Begehung des Valon ist wegen erhöhter Steinschlaggefahr abzuraten. Sicherer ist es, über den Pfad der Bocchetta del Notar bis auf 2000m aufzusteigen, und von dort allmählich weglos zur Bocchetta del Valon zu traversieren. Der Pass vermittelt gemeinsam mit der Bocchetta Meridionale della Cengia den Übergang ins Valle del Dosso oder zusammen mit der Bocchetta del Caminetto den Eintritt ins Valle di Darengo. Für Einzelheiten zu diesen Übergängen siehe den SAC-Clubführer. Wer den Sasso Bodengo zum Ziel hat, der sei darauf hingewiesen, dass der Ostgrat von der Bocchetta di Correggia deutlich leichter ist (T5+, II) als alle anderen beschriebenen Routen.

Von den Pässen und Bergen im Grenzgrat zu Italien fällt der überaus markante Pizzo Cavregasco auf, der vollständig auf italienischem Boden steht.

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