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Valle di Campo



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Langes, bewohntes Seitental des Vallemaggia. Die Fahrstrasse ist ab Cimalmotto mit einem Fahrverbot belegt. Der oberste sanfte Talabschnitt ist italienisches Territorium. Der übliche Zugang von Italien führt über den offiziell markierten Passo della Fria oder durch den Tunnel unter selbigem. Die über Cimalmotto hinausführenden Fahrstrassen (Fontanella, Piano della Stufa, Balm de la Rossa und Malcantone) sind alle mit Fahrverbot belegt. Der untere Abschnitt des Tals, östlich von Collinasca, wird beim Valle di Bosco Gurin (orografisch linke Seite) und beim Val di Sascòla (orografisch rechte Seite) beschrieben.

  Corte della Costa
  Corte della Costa, 22.September 2013
Neben der offiziellen Markierung über den Passo della Fria führt eine ebensolche auch über den Passo del Groppo. Man rechne allerdings - italientypisch - mit unpräzisen Angaben auf den Wegweisern und sich gelegentlich verlierenden Markierungen. Die Alpen auf italienischem Territorium - mit Ausnahme von Colobiasca und Bosa - werden noch genutzt, entsprechend befinden sich auch die Wege in gutem Zustand. Wenig nördlich des Gebäudes der Alpe Stufa findet man ein bemerkenswertes Ruinenfeld mit den Überresten von 16 Alpgebäuden. Von Tambiett und von Fontanella führt ein anfänglich rot markierter Pfad zum Piano del Banco und weiter nach Corte Nuova oder Alpe Stufa; die übrigen Pfade auf italienischem Territorium sind in der Landeskarte verzeichnet.

Gleiches gilt für den orografisch linken Teil des Tals zwischen der Landesgrenze und Cerentino. Corte della Costa wird heute noch auf einem erkennbaren Pfad von Piòda erreicht oder alternativ auf einem aufgegebenen, anfangs waagrechten Pfad von Pigliegn. Einst gab es von hier eine Verbindung via Piano della Casa und die Piòda di San Giovanni, Details fehlen. Ferner sind Corte Secco und Pigliegn durch einen nicht verzeichneten Pfad miteinander verbunden. Die Pässe Quadrella und Pian Cròsc vermitteln die besten Übergänge ins benachbarte Valle di Bosco Gurin. Im Tal der Alpe di Magnello, das auf zwei Varianten erreicht werden kann, gelangt man über Pfadspuren bis zum Übergang Crös Cavörgn.

Wenden wir uns der interessanteren rechten Talflanke zu: Zwischen Collinasca und dem Pizzo Sascòla liegen die vier Stafel der vor langer Zeit aufgegebenen Alpe Cauradisc. Ausgangspunkt für einen Besuch ist Da l'òvi di Büzz: 60 Meter oberhalb des Gebäudes beginnt ein Wegrest, der eine Steilstufe traversiert und den Rücken neben dem Ri d'Orsalii traversiert. Über den Rücken steigt man bis auf 1160m auf. Hier beginnt eine nur schwach ansteigende Traverse auf teilweise noch erhaltenem Wegtrassee bis in die Rinne vor Corte di Fondo. Bei der Traverse des ausgetrockneten Bachlaufs ist ein roter Pfeil angebracht. Wenig danach trifft man vor einer plattigen Felsstufe auf einen schwierig einzuordnenden Treppenrest und die eingemeisselte Jahreszahl 1869. Es ist notwendig diese Felsstufe direkt
Valle di Campo  
Valle di Campo von Alpe Cauradisc, 13.September 2012  
zu überklettern, was etwa 2 Meter über der Jahreszahl am einfachsten möglich ist (III). Danach trifft man auf ein ausgeprägtes Wegtrassee, welches um ein Eck herumführt und sich dann bereits wieder verliert. Man geht eine Kehre und gelangt an das untere Ende eines ca 40m langen Seils. Man folgt ihm über mehrere Steilstufen hinauf (III). Oben angelangt traversiert man kurz nach rechts und gelangt in einfacheres Gelände. In Kürze werden die Ruinen des Corte di Fondo (P.1195) erreicht. Im Abstieg ohne Ortskenntnis schwierig aufzuspüren. Es ist anzunehmen, dass dieser Ort einst auch vom Steinbruch in Campéia erreicht wurde. Der regelmässige Sprengbetrieb (zeitweise auch an Sonntagen) stellt jedoch ein ernstzunehmendes Hindernis dar. (Collinasca - Da l'òvi di Büzz - Corte di Fondo 1:30, T5/III)

Unter der abweisenden Felswand führt ein Weg mit einigen erhaltenen Treppen nach links über die Steilstufe hinweg und erreicht schliesslich die unter einer (in der LK nicht verzeichneten) Wand liegenden Ruinen des Corte di Mezzo, ca 1360m. Auf dem flachen Boden rechterhand, ca 1370m, finden sich weitere Ruinen. Man traversiert nun leicht aufsteigend gegen die Zone Costina, und steigt vor dem Abgrund zum Ri d'Orsalii direkt nach oben. Hier trifft man auf den Beginn einer ganzen Reihe eindrücklicher Kunstbauten, die den Durchstieg auf den Stafel von Cauradisc 1602m ermöglichen. Das derzeit noch intakte, sehenswerte Gebäude von 1833 ist schwierig aufzufinden; man suche es unter einer niedrigen überhängenden Felsstufe. Ohne nennenswerte Probleme steigt man weiter auf und erreicht die schöne, noch nicht wiederzugewachsene Ebene des Corte di Cima, 1735m. Die Ruinen befinden sich etwas versteckt im östlichen Winkel der Lichtung. Einst führte von hier der Verbindungsweg durch die Costa di Cauradisc und die Zone Portina zum Piano del Ciòltro (ex-P.1795, oberhalb Corte Grande). Von diesem Weg scheint nicht viel erhalten, jedenfalls behindert mühsame Vegetation den Durchgang. Alte Karten verzeichnen unterhalb dieser Traverse die Ruinen von Cansgell (ex-P.1632, Details fehlen). Vom Corte di Cima gelangt man am einfachsten über den Gipfel des Pizzo Sascòla zurück in einfacheres Gelände. Dazu bedient man sich im mittleren Teil einer langen, vegetationsfreien Rinne mit guter Tierspur. (Corte di Fondo - Alpe Cauradisc - Pizzo Sascòla 3:00, T4)

  Alpe Orsalii
  Alpe Orsalii von Alpe Cauradisc, 13.September 2012
Von Da l'òvi ad dint führt ein guter Pfad über die Alpe Orsalii und die Bocchetta di Cansgéi zur Capanna Alzasca im Valle del Soladino oder über den Sattel P.2135 ins Val Sascòla. Indessen kann man auch durch das Tal von Niva hier herauf steigen: Von Niva oder von der Kehre P.823 in Giarlongh auf guten Pfaden nach Da l'òvi di Niva und weiter durch eine interessante Schlucht bis zur Ruine von Corte di Cevio, wo man vom Pfad zur Alpe Cropia abbiegt: Linkerhand findet man ein Wegtrassee, Schnittspuren an Erlen und verblasste rote Markierungen, die in den eindrucksvollen Kessel von Tre Lüinn hineinleiten. Man durchquert den Kessel, steigt jenseits in den Buchenwald, der sich auf dem Rücken befindet, der nach Valsairöu hinaufleitet. Im Buchenwald trifft man auf die Reste der einstigen Weganlage und erreicht so die Ruine von Valsairöu. Anhand des teilweise noch sichtbaren Weges steigt man weiter zwischen Felsen auf, bis man auf 1830m auf einen grossen kanzelartigen Vorsprung trifft. Man traversiert nun zwischen Erlen hindurch gegen den Riale, bis sich durch ein kurz darauf öffnendes Tälchen der problemlose Aufstieg auf die Alpe Cansgéi durchführen lässt.

Von der Alpe Cropia ist eine alte Verbindung bekannt, die über Corona Stretta und Fornaci d'Arnàu zum Lago del Pèzz leitet. Dabei ist zu beachten, dass der Graben, der auf die Cata della Quarantèria zielt, nicht unterhalb 2100m überschritten werden kann. Die Route führt indessen durch Erlenfluren und wurde von mir noch nicht aufgesucht. Von Cropia kann man auch - nicht ganz einfach - die Catt da Ribia überschreiten um ins Valle di Vergeletto zu gelangen.

Von Da l'òvi dal Piegn, das von Piano di Campo oder von Niva erreicht wird, führt ein akzeptabler Pfad auf die Alpe d'Arnàu. Dort setzt er sich in sehr bescheidener Qualität zu den Ruinen von Corte del Pèzz fort. Ein Wegspur führt zum Lago del Pèzz. Man kann aber auch weglos zum Übergang der Cima del Lago (P.2172) aufsteigen, und erreicht so das Tal von Sfii.

Von Pianelli, wo man im Hof Munt la Reita Unterkunft finden kann, führt ein Pfad zur Brücke über die Rovana in Fiümigna, wo er sich in guter Qualität und markiert auf die Alpe di Sfii fortsetzt. Hier hat man verschiedene Möglichkeiten: Während die Markierung auf eher gutem Pfad über den Passo della Cavegna ins Valle di Vergeletto wechselt, führt hart links eine bescheidener Pfad zum Corte del Lago am Lago di Sfii. Jenseits des Sees gibt es alte Wegspuren zu den Ruinen von Valle und zum Passo Pianaccio, wo man ebenfalls ins Valle di Vergeletto gelangt. Man kann auch vom Corte del Lago weglos zum Übergang der Cima del Lago aufsteigen, wo man in Kürze Corte del Pèzz erreicht. Valle liess sich einst auch direkt von der Alpe di Sfii erreichen, was heute wegen der Vegetation nicht mehr ratsam ist.

Von der Alpe di Sfii führt ein guter Pfad nach Piemantìu, wo eine alte Abzweigung über sporadische Spuren via Conca - Piano della Cavegna - Cavegna zum Lago della Cavegna führt. Geradeaus gelangt man zum Corte di Sopra (P.1980). Hier zweigt rechts eine bescheidene Pfadspur zum Lago dei Pozzöi ab. Eine andere Wegspur führt weiter bis auf die Alpe Gelato (P.2175) und zum Schweizer Lago Gelato. Von hier lassen sich weglos die Bocchetta Cielo Largo oder der Sattel zwischen den beiden Gipfeln des Pizzo dell'Alpe Gelato überschreiten, um das italienische Valle dell'Isorno zu erreichen.

Alpe Cauradisc  
Alpe Cauradisc von Pianello Giorgio, 23.März 2009
 
 
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