www.alpi-ticinesi.ch
Centovalli



alpi-ticinesi.ch > ticino > valli > centovalli


Bewohntes und häufig besuchtes - von der Melezza durchflossenes - Haupttal. Seilbahnen führen von Intragna nach Costa, von Verdasio Stazione nach Rasa und nach Monte di Comino, wo man übernachten kann. Viele Pfade im Tal wurden dank des Engagements der Pro Centovalli e Pedemonte wieder hergerichtet und markiert. Über den Pizzo Ruscada oder über Pian Segna gelangt man ins benachbarte Valle Onsernone. Im Süden grenzt das Valle Cannobina an, dessen Seitental Val di Cavaglio separat beschrieben wird.

  Coste
  Coste, 5.November 2013
Zur orografisch linken Talflanke: Im Einzugsbereich des Ri di Mulitt und der Monti di Comino sind die in der Landeskarte verzeichneten Wege in gutem Zustand und zumeist offiziell markiert. Zwischenzeitlich führt auch eine mit Fahrverbot belegte Strasse von Calezzo via Brignoi und Selna bis Dröi.

Von der Madonna della Segna auf den Monte di Comino führt ein offizieller Wanderweg via Pianascio (P.1510) - Pizzin (P.1643) - Pescia Lunga - Corte Nuovo - Cappellone auf den Pizzo Ruscada oder nach Alpe Ruscada, wo man endgültig ins Valle Onsernone eintritt. Ebenfalls offiziell markiert sind die Zugänge von Lionza via Saorèe nach Pescia Lunga und von Costa via I Coll nach Corte Nuovo. Praktisch alle übrigen Pfade der Zone befinden sich in bescheidenem Zustand, im Detail:

Der von Verdasio nach Coste führende Weg ist ab den Häusern von Serta (am Ri di Verdasio) in bescheidenem Zustand oder gar nicht mehr vorhanden. Er ist jedoch inoffiziell gelb markiert, und kann daher - auch durch steiles Gelände - gut verfolgt werden. In Coste findet man neben einer geschlossenen Jägerhütte den bemerkenswert grossen und unterhaltenen, aber nicht mehr genutzten Stall. Serta kann auch ab der Brücke P.581 am Wanderweg Lionza - Verdasio über ein Weglein direkt erreicht werden. Somit ist es möglich ab der Station Palagnedra via Piazz sehr schnell nach Serta zu gelangen. (Palagnedra Stazione - Serta - Coste, 2:15, T4)

Der Zugang von Saorèe nach Coste durchquert im dazwischenliegenden Val d'Erbarina gezwungenermassen sehr wildes Gelände. Er ist wiederholt mit Drahtseilen gesichert und weist abenteuerliche Stege auf. Auch er ist gelb markiert, wenngleich nur sporadisch. Einst gab es auch direkte Verbindungen von Coste nach Pescia Lunga und von Coste nach Monte di Comino. Sie scheinen nicht mehr vorhanden zu sein, Details fehlen. (Saorèe - Coste, 1:00, T4+)

In früherer Zeit wurde Saorèe nicht auf dem heutigen Weg durch das wilde Val del Marcou erreicht, sondern auf tieferem Pfad via Gaggio. Er ist noch vorhanden und wird gelegentlich begangen. Die Verbindung von Piazz nach Gaggio ist wegen des starken Farnbewuchses hingegen nicht mehr empfehlenswert.

Oberhalb von Lionza befinden sich die Ruinen von Ör da Lionza (oder All'Oro, P.941), westlich davon diejenigen von Salviröi (ex-P.866), östlich diejenigen von Verdacci (ex-P.871). Am Waldrand ob Ör da Lionza trifft man auf ein Wegtrassee: Es führt gegen Osten in einer Kehre hinunter nach Verdacci, eine Variante ansteigend zu einer Wasserfassung. Westlich gelangt man - zum Schluss eher undeutlich - via Vignal zum Ri di Mulitt, wo man auf den Wanderweg Costa - Corte Nuovo stösst. (Lionza - Ör da Lionza - Ri di Mulitt, 1:00, T3)

Val Ribellasca  
Val Ribellasca von Monda, 5.November 2013  
Dieser Wanderweg führt nicht, wie in der Landeskarte aus den 1990er Jahren behauptet zu P.1713, sondern in einer interessanten Traverse oberhalb P.1298 in den wilden Graben des oberen Val del Marcou und via I Coll nach Corte Nuovo. In I Coll bestand eine Verbindung zum Wanderweg Saorèe - Pescia Lunga in Faedo. Hiervon sind noch Spuren im steilen Buchenhang erhalten.

Die in der Südwand des Pizzo Ruscada liegenden Weiden von Castello können zwar auch sehr steil und unbequem vom Ri di Mulitt her erreicht werden, wurden jedoch einst von einem Weglein erschlossen, das von Sertoo ob Ör da Costa ausging: Dort, wo der Pfad den Rücken verlässt, um nach Piancöl (P.1218) aufzusteigen, führt - oft wenig deutlich - ein anderer Pfad gerade weiter hinauf. Bald trifft man auf Schnittspuren und hohlwegartige Abschnitte. Er schlängelte sich einst bis nach Castello hinauf, von wo man über einen heute noch teilweise erhaltenen Weg zum Sattel ex-P.1942 unmittelbar westlich des Pizzo Ruscada weitergehen konnte, Details fehlen.

In Piancöl existierte einst ein kleiner Steinbruch. Nebst dem Zugang von Ör da Costa existiert ein solcher von Cürt Zora (P.1009) via Monda. Er ist teilweise markiert.
Die in der Landeskarte verzeichneten Pfade in der Zone von Ör da Costa, Lasà (ex-P.909), Cürt Zott (P.964) und Cürt Zora (P.1009) wurden dankenswerterweise von der Pro Centovalli wieder hergerichtet und markiert.

Der von Càmedo zu den Ruinen von Camadasca führende Pfad ist in gutem Zustand und wird unterhalten. Der Weiterweg nach Lasà ist nicht mehr vorhanden, doch ist das Gelände unproblematisch und wenig steil. Bis anhin ist nichts bekannt über die Zone des Val Ribellasca: Alte Wege verliefen einst nach Alpe Ruscada und nach Alpe Rovina. Manuel Haas liefert hier einige wertvolle Hinweise.

Auf der italienischen Seite sind die Pfade oft verwildeter. Gut erhalten ist die alte Mulattiera von Ribellasca nach Olgia. Ein offizieller Wegweiser macht auf ihren Beginn aufmerksam. Von Alpe Caviano führt ein abschnittsweise bemerkenswert breiter Weg durch wildes Gelände zur Alpe Cima. Es handelte sich dabei einst um ein Teilstück der Strada di Vacche Olgia - Caviano - Cima - Rovina - Cortaccio. Bis Alpe Cima ist sie gut zu begehen, Details für die weitere Strecke fehlen bisher. Der noch in der Landeskarte verzeichnete Pfad Alpe Cima - Monte la Cavallina - Alpe Rovina ist nur teilweise erhalten, namentlich im zweiten Abschnitt, doch ist das zu begehende Gelände nirgendwo besonders anspruchsvoll. (Ribellasca - Olgia - Caviano - Cima - Cavallina - Rovina - Cortaccio, 4:30, T3)


  Corte Nuovo
  Corte Nuovo und Pizzo Ruscada, 7.November 2013

Für die orografisch rechte Talseite kann abgesehen von den nachfolgenden rudimentären Informationen vorläufig nur auf die Landeskarte und den SAC-Clubführer verwiesen werden.

Centovalli  
Centovalli von Rasa, 30.März 2012
 
 
Weitere Fotografien orografisch links

Weitere Fotografien orografisch rechts

Zur Übersicht