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Valle di Cresciano



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Langes, schwach besuchtes Seitental der Riviera. Eine Fahrstrasse führt nach Cavrì. Das Buch "Valli Dimenticate" von Ely Riva zeigt schöne Fotografien dieses Tales.

Valle di Cresciano
Blick vom Stegnone in den Talschluss des Valle di Cresciano
Foto: Manuel Haas

Von Sotarègn, das auf verschiedenen auf der Landeskarte eingezeichneten Pfaden erreichbar ist, führt der Talweg in bester Qualität Richtung Ruscada. Vor P.1072 mündet der orografisch rechte Weg von Ciüsareta / Tetto Nuovo ein, dessen Zustand unbekannt ist. Bei P.1086 folgt rechts die Einmündung einer Pfadspur von Bàssera. Diese Spur hat bei den Ruinen von P.1213 eine Abzweigung von unbekannter Qualität nach Alpe di Pèu. In Toscana am Talweg mündet der vor einiger Zeit neu hergerichtete und offiziell weiss-blau-weiss markierte Pfad über Scengio d'Egri von Alpe Peurett und Alpe di Pèu ein. Man erreicht Ruscada, wo ein Steg über die Boggera leitet: Er bildet den Anfang des recht gut erhaltenen Pfades, der über ein kühnes Band zur Alpe di Salosa di Cresciano (P.1574) und weiter zur Alpe di Salosa d'Osogna (P.1737) führt. Bei hoher Vegetation ist indessen der Pfadanfang jenseits des Steges über die Boggera kaum auffindbar, in diesem Fall steigt man gerade hinauf bis unter die begrenzende Felswand, an deren Fuss der Pfad nach links hinaufzieht. Um zur offenen Jägerhütte bei P.1573 (zur Alpe Salosa di Cresciano gehörend) zu gelangen verlässt man das orografisch rechte Ufer der Boggera bei der Höhenkurve 1130m, folgt alten orangen Markierungen, die auf eine interessante Weganlage leiten, welche alsbald deutlicher wird und die verschiedenen Felsstufen in weitausholenden Kehren überwindet. Von der Hütte steigt man diagonal abwärts, trifft auf ein Trassee, das nach Passieren einer Quelle deutlich schlechter wird und gelangt an jene Felswand, welche den Durchgang nach P.1574 versperrt. Mittels einer kurzen Treppe betritt man eine Art Felssims von etwa 40cm Breite, welche die gesamte senkrechte Wand durchzieht. Man folgt dem sehr ausgesetzten Sims, passiert eine eingemeisselte Jahreszahl 1902 und gelangt auf die Pfadfortsetzung über hohem Abgrund. Über ein ausgesetztes Felsband, das mit diversen Kunstbauten und eingemeisselten Treppenstufen gangbar gemacht wurde erreicht man leichteres Gelände bei der Höhenkurve 1480m auf dem nach oben hin einfach begehbaren Rücken unterhalb der Alpe Salosa di Cresciano (P.1574). In der Gegenrichtung schwierig zu finden. Vor einer eventuellen Begehung studiere man das Blatt 276 der Landeskarte von 1951. Bedrina soll ohne besondere Probleme vom Talgrund erreichbar sein, Details fehlen jedoch.

Alpe di Grav
Alpe di Grav, 29.Juli 2006
Foto: Moritz Vögeli

Zurück nach Ruscada: Kurz vor P.1341 befindet sich ein weiterer Eisensteg über die Boggera, er stellt erneut eine Verbindung mit dem Alpweg nach Salosa dar. Wenig später zweigt bei P.1341 der Pfad zur Alpe di Cusnello ab, er führte einst weiter zur Alpe di Cassinoc, ist aber im oberen Teil weitgehend verschwunden. Die Verbindung Alpe di Pèu - Alpe di Cassinoc - Alpe di Simidi befindet sich in den Abschnitten Pèu - Piano della Ganna und Lerasón - Alpe di Simidi in gutem Zustand, dazwischen wird er sehr schlecht. Ernsthafte Schwierigkeiten bestehen bei der Querung des Riale Cassinoc (II, plattig und nass, altes Drahtseil mit zweifelhafter Verankerung vorhanden, schwierig zu finden, anspruchsvoll). Am Talweg erreicht man die Alpe di Corött. Der von hier nach Westen zielende Pfad stellte einst eine Alternative zum Talweg dar. Auf guten Weg- und Trittspuren gelangt man von Corött indessen über die Ruine von P.1762 zur Alpe di Croslee, wo sich die Route verzweigt: Links gelangt man auf unübersichtlichen, sich mehrfach verzweigenden Pfadspuren in den Sattel P.2089, der die Verbindung mit dem Valle d'Osogna erlaubt. Rechts führt ein guter Pfad, den Sattel P.2131 berührend, zur Alpe di Perosa hinüber.

Sentiero Alpe Salosa di Cresciano
Sentiero Alpe Salosa di Cresciano, 5.Juli 2008
Foto: Christine Becker

Von Corött erreicht man im Talgrund die Alpe di Pontèi, von wo sich verschiedene Möglichkeiten anbieten: Links nach Alpe di Perosa (Pfad weitgehend verfallen, man orientiert sich an den Schnittspuren), geradeaus zur Alpe di Grav (Pfad noch sichtbar, aber in eher bescheidenem Zustand) und rechts auf die Alpe di Simidi (Pfad in gutem Zustand). Die beiden letztgenannten Alpen sind durch einen ehemaligen Pfad miteinander verbunden, das Trassee jedoch zwischenzeitlich verbuscht. Die in kühner Lage gelegene Alpe di Cavallo lässt sich defintiv nicht über die Ruinen bei 2030m erreichen, sondern auf verfallenen Pfaden von Pontéi oder Grav (keine Details bekannt). Von der Alpe Cavallo lässt sich problemlos der Schafpfad gewinnen, der die Bocchetta di Piöv di Fuori mit der Alpe Campedell (zwischen P.2414 und P.2506, Gebäude etwas unterhalb) verbindet. Ersterer Übergang erlaubt den bequemen Übergang ins Val Calanca, letztere Alp denjenigen ins Valle d'Osogna. Die Alpe Campedell kann aber auch einfacher auf den Resten eines Pfades von der Alpe di Perosa erreicht werden.
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