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Val di Gei
 



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In Gordevio ins Vallemaggia mündendes Tälersystem. Auf der Alpe Nimi befindet sich die gleichnamige, bescheidene Unterkunft. Markierte Wanderwege führen von Gordevio über Brunescio nach Nimi und von Maggia über Aiarlo nach Nimi. Ebenfalls offiziell markiert ist die Verbindung von Malai über Mella nach Aiarlo, wo das Valle del Salto angrenzt. Das übrige Wegenetz ist zwar generell noch vorhanden, aber oft in eher bescheidenem Zustand.

  Boschetto
  Boschetto, 22.November 2014
Von Ronchini führt ein noch gelegentlich benutzter, wilder Pfad nach Coroi, dessen Häuser renoviert sind. Alternativ gelangt man von Pianelli, P.520, durch den Bosco Sanvella zur Wegvereinigung bei den Ruinen von Sanvella, ca 840m, unterhalb Coroi. Diese Variante wird seltener benutzt, doch ist die Weganlage meist gut erkennbar erhalten. Am Anfang ist sie auch rot markiert. Der Weiterweg ab Coroi nach Aiarlo ist - wegen der starken Vegetation im Patrizialto di Maggia - schwierig zu finden: Der einstige Pfad steigt undeutlich gegen Nordwesten an. Er dringt nicht (wie auf allen alten Karten vermerkt) in die vor Sc'opòo (P.1213) liegende Schlucht ein, sondern steigt über die nur wenig felsige Kante vor der Schlucht in gut erhaltenen Kehren zu den darüberliegenden einstigen Weiden auf ca 1220m. Von hier gelangt man weglos nach Mött d'Aiarlo (P.1383). Im Abstieg schwierig zu finden. (Ronchini - Coroi - Mött d'Aiarlo 3:00, T4)

Die Verbindung von Coroi nach Montascio wird ebenfalls nicht mehr unterhalten. Zwar ist das einst grosszügige Trassee praktisch durchgängig noch vorhanden, doch ist es nur in der vegetationsfreien Zeit gut aufzufinden. Die wenigen verblassenden roten Markierungen sind ebenfalls nur in dieser Periode sichtbar. Das komplett aufgegebene Montascio wird auf den Resten eines nicht immer deutlichen Wegtrassees direkt von Gordevio via Cortasell erreicht. Auch waren einst Montascio und Aiarlo direkt miteinander verbunden, Details fehlen. Wenige Meter oberhalb Montascio findet man den Beginn des waagrechten Wegtrassees, das einst durch wildes Gelände bis nach Mella führte: Im anspruchsvollen Gelände ist es mehrheitlich erhalten und wird wohl noch gelegentlich von den Jägern begangen. In der Zone Costa Grande ist es verschwunden, so dass die Begehung in Richtung von Mella nach Montascio Probleme bereitet, da der nicht offensichtliche Durchschlupf (mit schöner Trockenmauer) in den Talgrund des Val di Gei ohne Ortskenntnis schwierig aufzuspüren ist. Man achte auf die nicht sehr häufigen Schnittspuren und beachte zudem die Steinschlaggefahr im Val di Gei. (Montascio - Mella 1:30, T4+)

Val di Gei  
Montascio, 14.Januar 2012
 
 
Wenig westlich von Cortasell liegen im Wald verborgen die Ruinen von Pozzö (ex-P.682). Nach Nordosten hin befindet sich in Cortasell die Abzweigung des aufgegebenen Pfades nach Gei. Seine Begehung ist sehr interessant, aber mühsam und anspruchsvoll: Beim einzelstehenden Haus ca 740m in Cortasell geht man waagrecht weiter gegen die Schlucht des Val di Gei und trifft auf eine Abfolge von Resten von Kunstbauten, die in mehreren Kehren in die Schlucht hinabführen. Bei einer eingebrochenen Treppe ist ein Drahtseil installiert, dessen Verankerung zweifelhaft ist. Schliesslich kann man nordseits über einen Sattel hinübersteigen um jenseits durch ein Couloir mit viel Fallholz den Talfluss zu erreichen (Original-Route) oder besser vor dem Sattel direkt durch eine Rinne hinabsteigen. Am Fluss angelangt, steigt man etwas
ab bis zu Resten von Eisenverankerungen einer Brücke. Jenseits folgt man man einem waagrechten Band bis zu einer Nische, die durchklettert werden muss (Drahtseilreste, Eisenstangen, II). Etwas aufsteigend gelangt man an eine Art Verschneidung mit einem Bachlauf. Der Bachlauf ist durch eine steile Steintreppe, die zwischen den Begrenzungswänden eingeklemmt ist, zugedeckt und ermöglicht den einfachen Aufstieg. Oben angekommen folgt man einem gut erkennbaren Trassee in Kehren weiter aufwärts und gelangt schliesslich in einfacheres Gelände, wo kein Weg mehr sichtbar ist. Weglos durch den Wald erreicht man die zwei Ruinenplätze von Gei (P.840 und P.861). Vom letzteren Punkt gelangt man teilweise recht steil und weitgehend weglos über den Rücken von Faedino hinauf nach Malai am Wanderweg. Im Abstieg kaum auffindbar. (Cortasell - Gei - Malai 2:00, T5/II)

Die auf 800m gelegenen hergerichteten Häuser von Boschetto werden zwar heutzutage ausschliesslich auf einem gepflegten Pfad von P.881 absteigend erreicht, doch existiert auch eine interessante Mulattiera von der Kapelle ca 460m durch die Schluchten des unteren Val di Gei. Sie ist gut erhalten, doch nicht mehr begangen und entsprechend von hohem Gras bedrängt. (Gordevio/Brié - Boschetto 1:15, T4-)

  Sentiero
  Sentiero Coroi - Mött d'Aiarlo, 16.Oktober 2012
Die alte Mulattiera von Al Flecc (ex-P.780) durch die Zone Pianescio und unterhalb Pisciola hindurch nach Brunescio wird zwischenzeitlich wieder unterhalten: Von Al Flecc bis Pianescio wurde ein grosszügiges, neues Trassee erstellt. Bei einem Boden zieht dieses Trassee waagrecht nach Westen zu einer Wiederaufforstung, wo es abrupt endet. Man muss bereits beim Boden recht abbiegen, was schlecht erkennbar ist, in Kürze aber in die gemähte alte Mulattiera übergeht. Auf dem Rücken von Pisciola angelangt, gewinnt man noch etwas Höhe und schwenkt dann auf das bald ersichtliche, deutliche Trassee ein, das nach Brunescio führt. (Al Flecc - Pianescio - Brunescio 1:30, T3)

Im nördlichen, waagrechten Abschnitt dieser Mulattiera führt eine inoffizielle rote Markierung entlang des Trassees, bevor sie ins schöne, aber aufgegebene Pisciola hinauf abschwenkt. Die Markierung setzt sich auf einer anfäng undeutlichen Wegspur, die vom Ginster bedrängt wird, fort. Bald geht sie in ein gutes Weglein über, das nach Chignolè hinabführt. Wer in umgekehrter Richtung unterwegs ist, der suche den Wegbeginn nach Chignolè nicht mehr bei P.852 (aufgegeben wegen starkem Ginsterbewuchs), sondern neu bei den zwei Gebäuden von Chimoi, die sich exakt auf der Höhenkurve 900m befinden. (Brunescio - Pisciola - Chignolè 1:00, T3)

Von Brunescio wurde der alte Pfad via Corte Nuovo nach Alpe Pizzit wieder hergerichtet und ist nun offizieller Wanderweg. Bei P.1457 zweigt der recht gute und unterhaltene Pfad via P.1463 nach Mergozzo ab, wo man das beschriebene Nachbartal Valle di Chiegg erreicht. Von Pizzit kann man über die Ruinen von Costa della Motta in die Alpe di Valaa weitergehen, die auch von Nimi aus erreichbar ist.

Über die das Tal abschliessende Bergkette führt die Via Alta Vallemaggia. Über den kaum je überschrittenen Passo di Nimi gelangt man vergleichsweise einfach, aber wegen der Alpenrosenvegetation eher mühsam ins benachbarte Valle del Cansgell (Val Verzasca). Über die übrigen, hier nicht erwähnten Zonen des Tales ist bis anhin noch nichts bekannt.

Alpe Pizzit  
Alpe Pizzit, 29.Oktober 2012
 
 
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