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Val d'Iragna
 


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Langes, unwegsames und wenig besuchtes Seitental der Riviera. Eine Fahrstrasse führt bis Pön di sopra (P.973). Jeweils zur Jagdsaison werden von den Einheimischen verschiedene Pfade im Tal geputzt und gemäht; in der Regel sind dies Matro Colmo - Stübiell - Ghereresc, Ballone - Stübiell, Legrina - Rotondo und Matro Càuri - Ninagn.

Val d'Iragna
Val d'Iragna, Cima di Stübiell, Pizzo Ricuca vom Sattel P.2023, links: I Senteroon, 29. August 2010

Der Talweg führt von Citt in mässiger Qualität in die Alpe Repiano. Alternativ kann man am Automaten beim Patriziato in Lodrino eine Tagesbewilligung für die Fahrstrasse nach Pön di sopra zu CHF 10 lösen. (Automat akzeptiert nur Münzgeld bis CHF 2.) Bereits wenig nach Citt führt eine Abzweigung über ein kühnes Bogenbrücklein auf die orografisch linke Talseite. Dort befindet sich eine nicht ganz offensichtliche Verzweigung: Rechts gelangt man offiziell markiert in ausgesetzter Routenführung zu den Ruinen von Traversa. Kurz zuvor mündet der alte, im oberen Teil verwachsene Pfad von Pian Ponte ein; eine Variante desselben unmittelbar bei den Ruinen von Traversa. Von Traversa setzt sich der ebene und gute Pfade über Faìda nach Pozzo fort, von man in Kürze zum Rifugio Tör aufsteigen kann. Von Tör lässt sich über Malsegro oder Laghetto - Monda die Verbindung mit dem Val d'Ambra herstellen.

Zurück zur alten Bogenbrücke über den Riale d'Iragna: Links zweigt ein schlecht sichtbarer Pfad ab, er führt zu den Ruinen von Marzòch. Von dort besteht ein schlechter Verbindungspfad nach Traversa. Geht man indessen in Marzòch geradeaus weiter, so gelangt man über einen Pfad in steilem Aufstieg nach Pialéch. Hier besteht die Möglichkeit, auf verfallenem Wegtrassee nach Tör zu gelangen. Von Pialéch steigt man auf äusserst kühn angelegter Weganlage zwischen senkrechten Felsbändern zur Verzweigung über dem Val Roglièi (ca 1530m). Von rechts münden die eher guten Pfade von Malsegro und Tör ein, die sich in Piana Secca vereinigen. Nach links führt ein guter Weg durch das wilde Val Roglièi auf die Alpe Roglièi. Geht man indessen an der Verzweigung geradeaus weiter, so gelangt man auf einen schlecht sichtbaren Pfad, der über eine Leiter zu P.1674 und weiter auf die Alpe Pianazzòra führt. Die Alpe Pianazzòra ihrerseits ist mittels eines guten Pfades mit Malsegro und durch einen schmalen Pfad mit der Alpe Carnisera verbunden, die den Übergang ins Val d'Ambra erlaubt.

Val d'Iragna
Zwischen Pön di sopra und Traversa, 31. März 2006
Foto: Peter Morger

Im Talgrund des Val d'Iragna, etwas oberhalb von P.869 erlaubt ein Eisensteg den Übergang über den Riale. Jenseits steigt ein neuer, aber sehr steiler Pfad direkt in die Alpe Roglièi. Dieser Pfad ist nun auch in der neuesten Ausgabe der Landeskarte verzeichnet. Von Roglièi gelangt man auf gutem Weg auf die Alpe Pianazzòra. Man kann dann auf einem guten Pfad die Terrasse von Peronch gewinnen, von wo sich der Gipfel des Pizzo Ricuca problemlos erreichen lässt. Peronch lässt sich auch auf einem anderen gutem Pfad erreichen, der vom Weg Alpe Carnisera - Alpe della Motta abzweigt. Oder man geht auf gutem und interessanten Pfad in die Alpe Matro Colmo hinüber.

Matro Colmo kann auch vom Talgrund direkt erreicht werden, nämlich ab Cassinello oder ab Alpe Repiano: Vom Steg 940m über den Riale d'Iragna oder von Canve über Faìscia erreicht man die obere Ruine von Cassinello. Wie in der Landeskarte von 1962 angegeben, wendet man sich gegen die Costa d'Ombri und trifft auf die Reste eines Wegtrassees, welches sich durch Felsbänder hindurchwindet. Weiter oben wird der alte Weg wieder undeutlicher, und man erreicht die Wiese mit der Ruine von Ombri. Eine einstige Verbindung über Crostrall nach Roglièi ist bekannt, doch fehlen Details. Man verlässt die Wiese von Ombri an ihrem oberen Rand genau nach Westen und folgt den Resten eines geputzen, aber verfallenen Wegtrassees, und erreicht eine erste, auf der Landeskarte nicht verzeichnete Ruine. Man steigt kurz gerade hinauf, und folgt dann den Resten der Weganlage waagrecht zur Ruine von Bergnèi, wo es vor Schlangen nur so wimmelt. Ab hier ist definitiv kein Pfad mehr vorhanden. Man müht sich praktisch horizontal durch
das steile Gelände und gelangt in Kürze auf die noch grossteils vorhandenen Reste der Weganlage Repiano - Costa - Matro Colmo, die am unteren Rand der Wiese in Matro Colmo mündet. (Cassinello - Ombri - Matro Colmo 3:00, T5; Repiano - Costa - Matro Colmo 1:30, T4)

Von Matro Colmo findet man einen alten Pfad, der in sehr wilder Umgebung zunächst rund 50m absteigt und dann steil nach Alpe Stübiell hinaufleitet. Geht man von Stübiell weiter, so erreicht man auf flachem und gutem Pfad Corte vecchio, das auch von Ballone im Val Camana erreicht werden kann. Der Weiterweg nach Alpe Ghereresc durch ausgedehnte Erlenfluren gestaltete sich bis 2006 sehr mühsam, doch wird der Pfad zwischenzeitlich wieder regelmässig geputzt und gemäht. Unterwegs kann auch auf die Bocchetta di Piatto abgezweigt werden, die einen schwierigen Übergang ins Valle di Bri vermittelt. Deutlich einfacher ist die Überschreitung der Sella (Pfadreste ab dem höchsten Punkt des Weges Stübiell - Ghereresc).

Val d'Iragna
Im Val d'Iragna, 31. März 2006
Foto: Peter Morger

Von der Alpe Repiano im Talgrund gelangt man auf akzeptablem Weg zu P.1492, von wo es rechts nach Ballone und links auf die Alpe Rotondo und zur Alpe Ninagn weitergeht. In Ballone angelangt, wendet man sich nach links und findet einen bescheidenen, doch geputzeten Pfad, der in Kehren zur Alpe Ghereresc steigt, wo die Höhenroute von Matro Colmo mündet. Von hier lässt sich ohne Schwierigkeiten auf Wegspuren die Bassa erreichen, die den Übergang ins Val Pincascia erlaubt. Es ist aber auch möglich von der Bassa zu P.2336 zu gehen, um zur Cassina della Froda im Valle di Bri abzusteigen. Alternativ geht man von Ghereresc auf beliebiger Route direkt in die Sella (P.2241), am einfachsten via Cogni. Von Ballone kann man zu den Ruinen von Motta hinübergehen, wo ein anfänglich bescheidener, dann besserer Pfad ansetzt, der regelmässig von der Vegetation befreit wird und bis Corte vecchio führt. Vom in alten Karten verzeichneten Pfad Motta - Löita - Ghereresc scheinen keine Überreste mehr zu existieren. Die Verbindung Ghereresc - Ninagn über den Sattel südlich der Punta di Sgiuèll wird nicht mehr unterhalten und ist mühsam zu begehen.

Von der Bassa kann man auf einem Pfad über die Cima di Scargliói zum Piano dei Laghetti wechseln, von wo der Abstieg nach Alpe Ninagn möglich ist. Der Scengio dell'Ovigh lässt sich erreichen, indem man die Querung wenig absteigend fortsetzt. Die Alpe Ninagn, von der sich im Buch "Valli Dimenticate" einige schöne Bilder finden, kann auch direkt von der Alpe Ghereresc über den Sattel zwischen der Cima di Scargliói und der Punta di Sgiuèll, über den die Reste eines Pfades führen, erreicht werden. Von der Alpe Rotondo kommend, steigt man auf schwachen Wegspuren nach Ninagn. Über den Scengio dell'Ovigh leitet eine unterbrochene Wegspur, die den Übergang ins Val Lodrino herstellt. Ferner kann man von Ninagn über P.1945 - P.2013 - Töir ins Val Lodrino gelangen. Die Verbindung zur Alpe Matro Càuri wird durch einen schlechten Pfad hergestellt, der via P.1945 - P.1971 führt, und nicht mehr überall sichtbar ist.

Von der Alpe Repiano im Talgrund führt ein gut sichtbarer Pfad, dessen Anfang in der Riva di Legrina etwas gesucht werden muss, in vielen Kehren zur Alpe Legrina hinauf. Der alte Pfad von hier nach Alpe Rotondo ist noch vorhanden und wird jeweils zur Jagdsaison hergerichtet: Er überwindet ein Band, durchquert eine Geröllhalde und erreicht dann aufsteigend eine Lichtung auf ca 1600m unterhalb der Alpe Rotondo. Gute Verbindungswege führen von Legrina zur Alpe Motarina und zur Alpe Matro Càuri. Alpe Motarina ihrerseits wird von Pön di sopra über die Alpe Càuri auf gutem Pfad erreicht. Der direkte Verbindungspfad von Motarina nach Matro Càuri wurde 2010 nun auch erstmals wieder hergerichtet. In Matro Càuri suche man seinen Anfang im Osten der Alp bei einem gespaltenen Stein. Von Alpe Matro Càuri existiert ein Pfad über P.1971 und P.1945 auf die Alpe Ninagn, genannt "I Senteroon". Er wird jeweils zur Jagdsaison gemäht und ist dann gut auffindbar. Er überwindet östlich von P.1945 eine überhängende Felsstufe mittels interessanter Kunstbauten. Vor Ort findet man alte und neue Sicherungseinrichtungen (Geländer, Drahtseile), ein Wegkreuz und eine Informationstafel. Ebenfalls gemäht wird eine Verbindungsroute von Alpe Legrina zu diesem Pfad, der ungefähr in der Zone Coronelle erreicht wird. Von Coronelle kann man ferner über schwache Reste einer Weganlage, zumeist weglos, zum Sattel P.2023 hinaufsteigen, um so eine Verbindung zum Val Lodrino herzustellen. Die Verbindung zum Val Lodrino ist auch von Alpe Ninagn über den eindrücklichen Scengio dell'Ovigh (Wegreste, T4+) möglich.

I Senteroon
I Senteroon, 29. August 2010

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