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Leventina
 



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Vom Ticino durchflossenes Haupttal. Auf der orografisch rechten Talseite sind die Seitentäler Val Piumogna, Val Chironico, Valle d'Usèdi, Val Fòuda, Val Cramosino, Val Nèdro, Val Marcri und Val d'Ambra separat beschrieben. Auf der linken Talseite das Val Canaria und das Val Piora. Der Oberlauf des Ticino findet als Val Bedretto Erwähnung. Die Talmündung des Valle di Blenio bis Loderio ist hier ebenfalls erwähnt.

  Leventina
  Leventina von Faidàl, 31.August 2010
Die rechte Talflanke zwischen Pesciüm und Dalpe wird von einem Wanderwegenetz durchzogen. Die Pfade sind überwiegend in guter Qualität und oft markiert. Für Details siehe die Landeskarte. Über den Passo Sassello gelangt man ins Val Sambuco, über den Passo Campolungo ins Val Lavizzara. Nach Tremorgio führt von Rodi eine Seilbahn. Die Gebiete südlich von Dalpe sind bei den Seitentälern separat beschrieben.

Besondere Erwähnung finden hier die alten Pfade nach Gribbio: Vom Ende der Fahrstrasse in Sendasce (P.976), zu dem auch ein alter, noch erhaltener und gepflegter Saumweg von Chiggiogna führt, leitet ein akzeptabler Pfad nach Cramoséi. Gegenüber von Fedòc, im Wald bei 706800/145240, findet man den Beginn des zunächst ausgeprägten alten Pfades Fedòc - Cramoséi - Gribbio: Seine Begehung ist sehr interessant, heutzutage aber anspruchsvoll und mühsam. Man stösst auf ausgedehnte Brombeerbestände. Das vorgängige Studium der alten LK ist unabdingbar und Grundlage dieser Beschreibung: Man verfolgt das Trassee bis zur Kehre ca 700m, wo man an die sich aufschwingenden Felswände stösst. Es ist möglich auf dem Trassee bis zur nächsten Kehre ca 740m weiterzugehen, doch trifft man danach auf grössere Schwierigkeiten (weggerutschte Kunstbauten). Besser schwenkt man auf halber Strecke zwischen diesen Kehren im spitzen Winkel auf ein breites Band, das hinter einem Felszacken vorbeiführt und steigt danach durch eine Rinne mit Brombeergestrüpp gerade zur nächsten Wegkehre hinauf, ca 760m. Von hier folgt man dem wieder deutlichen Wegtrassee zur Gribbiasca, die mittels einer Treppe und einer kurzen Felsrampe erreicht wird (II+). Jenseits erblickt man eine Mauer, die im undurchdringlichen Brombeergestrüpp verschwindet. Man umgeht den Bestand unterhalb und trifft danach wieder auf das gute Trassee, welches nun taleinwärts leitet. Zwar kann man ihm problemlos folgen, doch gelangt man nach einer Eisenstange an eine glatte, unüberwindliche Felswand. Daher geht man bereits unmittelbar nach dem Brombeergestrüpp vom Trassee weg und steigt zur Abbruchkante gegen die Leventina hin und folgt ihr bis zu einer niedrigen Felsstufe in einer Nische. Entweder überklettert man diese Stufe (III+) oder umgeht sie rechts auf einem sehr ausgesetzten, aber gut begehbaren Grasband. Über einen kurzen Felsrücken (I) gelangt man in den darüber liegenden Wald. Eine weitere Felsstufe im Wald wird rechtshaltend erklettert (II), bevor man auf Tierspuren trifft, die zum von Sendasce kommenden Pfad hinaufleiten. Von Cramoséi gelangt man entweder auf einem Wegtrassee zur Kehre an der Strasse nach Gribbio oberhalb P.1139. Oder man geht in wilder Umgebung auf überwachsenen interessanten Pfadresten zur Wasserfassung P.961 und steigt von dort auf gutem unterhaltenem Weg nach Raslumo. Der einstige Pfad von Ogiòra über Pian Trombetta nach Segin wurde um 2012 durch einen neuen bequem zu begehenden Forstpfad ersetzt, der wenig oberhalb der Kehre P.929 seinen Ausgang hat.

Casa dei Pagani  
Casa dei Pagani Chiggiogna, 23.März 2013  
Auf der anderen Talseite findet sich neben der separat beschriebenen Piora in erster Linie die Strada Alta und deren Zugangswege. Die stark frequentierte Region ist für den Alpinisten kaum von Interesse und wird daher auch nicht beschrieben. Über verschiedene Übergänge lässt sich einfach in die Piora, ins Valle Santa Maria oder ins Valle di Blenio wechseln. Zwischen Chiggiogna und dem Ri di Sassengo finden sich die Reste einer Casa dei Pagani (Grottenburg), Details zum Zugang fehlen bisher. Anders stellt sich die Situation südlich der Biaschina dar: Hier finden sich einige anspruchsvolle, zum Teil auch überwucherte Pfade vom Talgrund nach Cavagnago, Sobrio, Bitanengo, Diganengo, Conzanengo und Gramiröi. Viele sind auf der Landeskarte verzeichnet, obwohl einige bereits komplett verschwunden sind. Man rechne überall mit schlechter Wegqualität und Orientierungsschwierigkeiten. Es empfiehlt sich, ausserhalb der Vegetationsperiode unterwegs zu sein, andernfalls trifft man auf viele Dornen (u.a. Brombeeren, Mäusedorn). Im Detail:

Giornico - Scengioni - Poncia - Cavagnago (2:00, T4): Bis Scengioni ist der Pfad noch erhalten. In Scengioni trifft man auf ausgedehnte Dornenbestände, die durchdrungen werden müssen. Danach sind nur noch Pfadreste bis Cavagnago erhalten. Wenig lohnend, mühsam.

Giornico - Sacco - Cavagnago (1:30, T2): Offizieller Wanderweg, selten begangen.

Giornico - Gramudél - Sobrio (2:00, T2): Offizieller Wanderweg, interessant, selten begangen. In Gramudél passiert man die Ruine des einstigen Oratorio.

Giornico - Gramudél - Alpe Ganne (2:30, T4+): Einige Minuten nach dem Oratorio nimmt man eine wenig evidente Abzweigung wahr, die etwas abwärts führt und bald auf die blaue, von Frècc heraufkommende Markierung des SBB-Betriebsweges stösst. Der Markierung folgt man, u.a. durch ein Felsentor hindurch bis zu den dornenüberwucherten Ruinen der Alpe Ganne, nordwestlich des Riale di Fröir.

  Oratorio di Gramudél
  Oratorio di Gramudél, 21.März 2013
Giornico - Frècc - Alpe Ganne: Betriebsweg SBB, blau markiert, Details fehlen.

Pastoretto - Sassi Grossi - Alpe Ganne (1:30, T5-): Man verlässt den Wanderweg Bodio - Sobrio bei der Höhenkurve 700m und folgt einer blauen Markierung auf ein gutes Weglein. Im Tobel zwischen den Sassi Grossi und dem Ri Bianco ist eine abweisende Stelle in einer Rinne mit Hilfe grosszügiger Tacche zu überwinden. In der Zone des Ri Bianco gelangt man unter ein Plattenschild, wo einige heikle, aber kurze Passagen zu überwinden sind. Unmittelbar danach steigt man durch eine Rinne auf und setzt die Traversierung bis zu den überwucherten Ruinen von Ganne fort. Die gesamte Route ist blau markiert. In Gegenrichtung gerät man meistens auf das Plattenschild, wo sich alte irrtümliche Markierungen befinden. Man suche den Durchgang unterhalb des Schildes.

Alpe Ganne - Alpe Sotto Sasso - Viscio (1:30, T4+): Von den Ruinen in Ganne geht man auf sporadischen Wegresten oder gänzlich weglos zu P.843, wo Wegreste von den Ruinen östlich des Riale di Fröir einmünden (siehe unten). P.843 ostseits umgehend erreicht man undeutliche Wegreste, die zu den Ruinen der Alpe Sotto Sasso führen. Sie befinden sich am Riale di Biocói auf ca 890m. (Weitere Ruinen finden sich unmittelbar am Fuss der darüberliegenden Felswand.) Traversiert man von der erstgenannten Ruine waagrecht nach Nordwesten, so trifft man auf zwei aufeinanderfolgende aufgegebene Treppenanlagen von gigantischen Ausmassen. Die grössere der beiden ist ohne weiteres mit blossem Auge aus dem Talgrund der Leventina erkennbar. Nach den Treppen gelangt man mittels einer Doppelkehre auf die einstigen Weiden von Viscio, wo keine Wegfortsetzung mehr sichtbar ist. Der Wanderweg Giornico - Sobrio ist jedoch in wenigen Minuten zu erreichen. In der Gegenrichtung ist das Auffinden der Weganlage entsprechend mit etwas Suchaufwand verbunden.

Alpe Ganne - Frent - Parnasco (1:30, T3): Steigt man von den Ruinen der Alpe Ganne weglos zu den Ruinen auf 820m östlich des Riale di Fröir auf, so trifft man auf einen gut erhaltenen Pfad zu den Gebäuden von Frent. Im Tobel des Ri Bianco ist er abgerutscht, und erfordert ein kurzes, offensichtliches Ausweichen. Dieser Pfad kam einst von Alpe Sotto Sasso, ist aber westlich P.834 kaum mehr vorhanden.

Mürisc  
Mürisc, Pizzo Forno, 23.November 2014  
Campagna - Fröir - Sassi Grossi - Pastoretto: Betriebsweg SBB, Details fehlen.

Mondelle - Pastoretto - Frent - Parnasco - Sobrio (2:00, T3): Offizieller Wanderweg, interessant, wenig begangen.

Frent/Parnasco - Dragone - Piotte/Bidesco (2:00, T5-): Von Frent führt eine aufgegebene Mulattiera, von Parnasco eine schwache Wegspur zu einer Stelle auf ca 960m in der Rinne, die sich von Parnasco ins Vallone hinabstürzt. Anfänglich ist ein guter Weg sichtbar, der bald undeutlicher wird und sich in den Hintergrund des Vallone absenkt. Nach einer Doppelkehre führt er waagrecht um eine Felsnase herum, durchquert eine abweisende Rinne und senkt sich dann bis zum ausgetrockneten Bachlauf des von Buzz herabkommenden Sekundärtobels ab. Man folgt diesem Bachlauf rund 100 Höhenmeter abwärts und gelangt zur einbetonierten Wasserleitung, hinter welcher der Wasserfall des Dragone zu Tale stürzt. Am Fuss des Wasserfall balanciert man auf einem Eisenträger über den Dragone. Eine rote Farbmarkierung führt von hier entlang der einbetonierten Wasserleitung zu P.488. Es ist wenig ratsam ihr zu folgen. Besser sucht man am Rand eines Blockfeldes die anfangs wenig evidenten Reste (oranger Punkt) des in der LK verzeichneten Weges nach Bidesco. Nach etwas zwei Drittel Wegstrecke erreicht man die in der LK verzeichnete Weggabelung und gelangt wahlweise nach Bidesco oder zur Kapelle am Ri di Piotte.

Bodio - Scenc - Bidesco: Durch eine Schwachstelle des Felsgürtels bei P.725 (Scenc) führte früher ein Weg, Details fehlen.

Bodio - Gáisc - Sasso - Diganengo: Alte Verbindung von Bodio zu den von Pollegio heraufkommenden Wegen, Details fehlen.

Pollegio - Monda (LK: Noséu) - Bodengo (2:00, T4): Unterhalb P.495 der Strada Alta zweigt der noch gut erhaltene, sehr interessante Pfad via Nosèu nach Bodengo ab. Die Abzweigung im Umfeld des P.495 ist wenig evident, doch erblickt man oben bereits eine grosse Mauer, die über die erste Felsstufe hinweghilft. Der weitere Wegverlauf ist recht eindeutig, aber oft ausgesetzt. Bei der Verflachung auf 740m muss die Wegfortsetzung etwas gesucht werden, steigt man zu früh auf, trifft man stattdessen auf den vor einigen Jahren hergerichteten Pfad nach P.953, der inzwischen bereits wieder aufgegeben wurde und von Murgängen betroffen ist.

  Moncucco
  Moncucco, Pizzo Magn, 23.November 2014
Diganengo - Mürisc (1:30, T3): Wird im unteren Teil nicht mehr begangen. Stattdessen geht man via Mött Bèdra zum unterhaltenen oberen Teil, der sich interessant durch die Felsen hinaufwindet. Merkwürdigerweise auf der Landeskarte nicht mehr durchgehend verzeichnet.

Pollegio - Corecco (1:30, T2): Offizieller Wanderweg, Strada Alta. Früher führte eine Variante von P.495 sehr direkt nach Corecco. Das steile Trassee ist noch erhalten, wird aber nicht mehr begangen.

Pollegio - Gramiröi: Bei P.700 der Strada Alta zweigte früher ein Weg nach Gramiröi ab, Details fehlen.

Conzanengo - Camortiscia (0:45, T4-): Betriebsweg der Wasserversorgung. In bescheidenem Zustand, kaum begangen.

Conzanengo - Pizzo Forca - Mürisc (1:30, T2): Unterhalten und von guter Qualität. Die beiden Abzweigung nach Moncucco im Valle di Blenio sind hingegen sehr bescheiden und führen teilweise durch steiles Gelände.

Pasquerio - Gramiröi:
Früherer Verlauf der Strada Alta, als Wanderweg aufgegeben.

Gramiröi - Monte della Bella - Moncucco (1:30, T4): Teilweise erhalten, aber kaum mehr begangen. Die Bewohner des hergerichteten Monte della Bella bevorzugen den Heli als Transportmittel, denn auch der Weiterweg nach Moncucco ist eher bescheiden.

Von den anderen Zugängen nach Moncucco ist einzig derjenige von Loderio via Visnóv von guter Qualität. Der Pfad via Pitirév und Monda wird auf 800m durch ein abgeriegeltes Anwesen versperrt. Derjenige via Bolla (P.652) vergandet.

Sentiero Sotto Sasso  
Sentiero Sotto Sasso, 22.März 2013
 
 
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