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Valle Mesolcina
 



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Von der Moesa durchflossenes Haupttal, das sich ab Lumino auf Bündner Territorium befindet. Die Seitentäler sind separat beschrieben: Valle d'Arbedo, Val Traversagna, Val Grono, Val Leggia, Val Cama, Val d'Arbola, Val de Montogn, Val Gamba, Val de la Forcola, Val Vignun, Val Curciusa, Valle di Lumino, Val Calanca, Val de la Molera und Val de Groven. Hier wird auf die Flanken der Mesolcina nördlich von Soazza eingegangen. Nämlich dort, wo keine Seitentäler mehr vorhanden sind.

Östliche Misoxer Berge
Die Berge der östlichen Mesolcina, links: Piz Nebion und Piz Pombi; vom Piz de Front, 9.Oktober 2005

Von Mesocco führen schmale Fahrstrassen nach Gumegna und Stabi. Sie sind mit Fahrverboten versehen. Die Gemeinde erteilt jedoch auf telefonische Anfrage Tagesbewilligungen für die Durchfahrt. Die Parkiermöglichkeiten, besonders in Gumegna, sind sehr eingeschränkt. Von Gumegna führt ein Pfad nach Fep, wo man ins Val de la Forcola gelangt. Ein anderer, meist guter Pfad verbindet Gumegna über Calnisc und Nassel mit Stabi. Er kann an verschiedenen Stellen auch vom Talboden aus erreicht werden, siehe Landeskarte. Vom Pfad gibt es verschiedene interessante Abzweigungen:

Beim nördlichen Tobel des Val del Rizeu führt ein akzeptabler Pfad zu den Ruinen von Veis (P.1607). In komplizierter Routenführung gelangt man von hier auf alten, oft kaum mehr sichtbaren Pfadspuren zur Ruine der Alp de Nebion (ohne Name auf der Landeskarte, ca 2200m, 740.350/138.000) und auf die offenen Weiden bei P.2418. Im SAC-Clubführer ist die Route im Detail beschrieben, indessen kann man aber auch von Veis einer weiter südlich gelegenen Route folgen, in deren Verlauf man auf Reste einer alten Weganlage, vereinzelte verblasste Markierungen und Schnittspuren an den Erlen stösst.

Von Calnisc und von Nassel führen Pfadspuren zur Hütte von Arna (ca 1740m). Sie setzen sich in schwacher Ausprägung auf die Alp de Pian Guarnei (P.2090) fort. Von hier hat man verschiedene Möglichkeiten: Man kann durch eines der Täler von Gesena oder Geseneta auf den Ciaton de la Gesena steigen, oder relativ einfach über den Piz Calchen zur Alp de Nebion queren. Auch diese Routen sind im Clubführer detailliert beschrieben.

Von Stabi führt ein guter Weg auf die Alp de Barna, die noch mit Grossvieh bestossen wird. Bei einem grossen Block mit Aufschrift teilen sich die Routen: Rechts führen gut markierte Wegspuren bis auf den Pass de la Sancia, wo man nach Italien gelangt. Es ist auch möglich, vom Pass Pfadspuren westlich unter P.2667 hindurch zu einem ehemaligen Steinbruch zu folgen und von hier in Kürze zum Bivacco Cà Bianca (P.2575) weiterzugehen. Wenig oberhalb der Alp de Barna, bei ca 1900m zweigt eine Pfadspur nach Westen ab, die zur Hütte von Lumbreida führt. Von hier lässt sich weglos über die Hänge von Verchenca das Tal des Recancin gewinnen.

Zurück zum Block auf der Alp de Barna: Geradeaus führen alte, verblasste Markierungen durch Erlen und wildes Gelände bis auf den Pass de Barna. Die Route ist nicht einfach, man sollte sie nur wählen, solange die Vegetation nicht übermässig spriesst. Am Block kann man links abbiegen, und auf alten Pfadspuren ebenfalls durch Erlen hindurch auf die Alp de Montagnìa (P.2032) steigen. Steigt man noch etwas höher, so trifft man auf Spuren, die über P.2317 zum Pass de Barna führen. Diese Route erfordert ein gutes Orientierungsvermögen, ist aber nicht so sehr der Vegetation ausgesetzt. Wer zum Pass de Barna möchte, wäge daher - auch je nach Verhältnissen - die Routenwahl sorgfältig ab.

In Gratela zweigt ein akzeptabler Pfad vom Alpweg ab. Er führt zur Hütte von Brion (P.1685) und weiter nach Camou ob Pian San Giacomo. Von Brion führen Pfadspuren gegen das Scenc de Carlo Martin, die ich noch nicht rekognosziert habe. Vom Bosch de Coz (P.1310) führt ein eher guter und markierter, aber sehr steiler Pfad auf die Alp de Balnisc und von dort weiter zur Landesgrenze in Serraglia. Eine kurze Abzweigung leitet von der Alp de Balnisc zu den Lawinenverbauungen westlich von P.2390.

Der Pfad von San Bernardino Villaggio auf die Bocchetta de Curciusa ist in mehrheitlich gutem Zustand und markiert. Das Val Vignun ist separat beschrieben.

Mucia
Oberste Mesolcina mit Einshorn, Pizzo Tambo, Piz de la Lumbreida; vom Gh. de Mucia, 4.September 2005

Wenden wir uns der orografisch rehten Talseite zu: Eine Fahrstrasse führt von Soazza auf die Alp de Bec. Alternative Fusswege führen via Grifea oder Mondent hier herauf. Neben dem guten Wanderweg der über den Pass de Buffalora ins Val Calanca führt, gibt es einen alten, noch erhaltenen Pfad auf die Bocchetta de Forcolet (P.2229), wo man zur Alp Lughezzon gelangt. Für Details siehe den SAC-Clubführer. Die Alp Lughezzon lässt sich auch auf ihrem guten und markierten, aber sehr steilen Alpweg von Soazza über Alp de Pindeira erreichen. In Pindeira existiert eine reichlich schlechte Abzweigung zu den Ruinen der Alp de Gagela. Über einen noch erhaltenen Pfad kann man die Rippe von Er di Felter überqueren und wiederum nach Lughezzon gelangen. Man hüte sich aber davor, den Pfad im kompliziert strukturierten Gelände am Er di Felter zu verlieren. In Pindeira finden sich ferner die Abzweigungen zu den Ruinen von Gorgin, die früher auch über Guaut erreicht wurden (heute verwachsen), und auf die alte, verfallene Strada delle vacche nach Lughezzon, die tiefer unten, via Er de Penola verlief. Von der Alp Lughezzon führen ferner sporadische Wegfragmente und Kunstbauten in die Pianca de So. Ferner ist es möglich von Mesocco auf einem eher guten Pfad über Bagia direkt auf die Alp de Pindeira zu steigen. Lediglich der Pfadanfang im Umfeld von Bagia muss etwas gesucht werden. Sobald man die letzen Ruinen ob Bagia passiert hat, führt der gepflegte Jägerpfad allerdings durch anspruchsvolles Gelände.

Die Querung von Gagela nach Orsora ist augenscheinlich machbar, wurde von mir aber noch nicht begangen. Das Gelände ist jedoch anspruchsvoller, als dies die Landeskarte erwarten lässt. Orsora wird besser wie folgt erreicht: Bei den Hütten von Cavarzina, P.1308, wo der markierte Wanderweg Mesocco - Val de Gervan - Ceta Sura vorbeikommt, findet man einen guten Pfad, der anfänglich auch in der Landeskarte verzeichnet ist. Der Pfad setzt sich, später im hohen Gras schlecht sichtbar fort bis zu einer Baubaracke am oberen Ende der Lawinenverbauungen, bei ca 1580m. Von hier lässt sich der folgende Wald bis zur grossen Lichtung von Orsora, wo sich noch einige Ruinen befinden, völlig problemfrei durchsteigen. Vom nordwestlichen Ende der Lichtung, versteckt hinter einer riesigen Tanne, führt ein noch erhaltener Pfad durch die Schwachstellen des darüberliegenden Felsgürtels und erreicht die oberen Weiden von Orsora bei ca 1920m, auf dem Rücken der nach Om de Piotta ansteigt, und gut begehbar ist. Die Weiterweg über den Fil de Labia ist indessen nicht einfach (T6).

Wer ins obere Val de Gervan eindringen möchte, der sei darauf hingewiesen, dass der Zugang von Ceta Sura via P.1532 nicht besonders ratsam ist. Besser ist es von der Alp de Curtas einem Pfad zu folgen, der den Talgrund bei ca 1680m erreicht und sich anfänglich als Pfadspur im Grund des Val de Gervan fortsetzt. Über den Sattel unmittelbar westlich von P.2379 kann man das Tal verlassen und erreicht den Fil de Labia. Von hier ist ein Abstieg nach Alp de Gagela über sehr steile Grashalden möglich. Das Felsband oberhalb der Alp muss man entweder östlich umgehen, oder aber auf einem Schafpfad auf ca 2080m überwinden.

Über die Bocchetta di Trescolmen führt ein guter Wanderweg ins Val Largè. Auch die Zugänge von Pian San Giacomo über Pradiron Sura oder Quadea nach Giasum - Ceta Sura sind markiert. Von Interesse könnte die einstige höhengleiche Querung von Viganaia über Pian Serena nach Ceta Sura. Die Abzweigungen sind noch sichtbar, es hat dort gar alte verblasste weiss-rot-weisse Markierungen, doch kam ich bisher noch nicht dazu, diese Route zu begehen.

Pass di Passit
Auf dem Pass di Passit, Blick nach Osten, 13.Oktober 2005

Nördlich von Pradiron trifft man auf das Wanderwegenetz von San Bernardino. Hier sind keine Schwierigkeiten mehr zu erwarten, die Pfade sind markiert und alle auf der Landeskarte verzeichnet. Über den Pass di Passit gelangt man recht bequem ins Val di Passit. Im Pian Grand befindet sich ein kleines Rifugio, über die darübergelegene Bocchetta Ovest dell'Alta Burasca (P.2514) führt der Sentiero alpino. Anzumerken bleibt, dass nördlich der Ruinen P.2001 der Alpe d'Arbeola ein altes Drahtseil in einer abschüssigen Rinne über die Felsstufe hinweghilft, hinter welcher die Weiden von Fopela liegen.

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