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Valle d'Osogna
 



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Langes, nur von Einheimischen im Sommer besuchtes, im vorderen Teil von einer eindrücklichen Schlucht geprägtes Seitental der Riviera. Die einst vorhandene Seilbahn von Osogna nach Alpe di Casnéd wurde mit der Aufgabe der Bestossung der Alp um die Jahrtausendwende herum aufgegeben. Noch in Betrieb ist eine andere Seilbahn von Gerra nach Scign. Das Patriziato von Osogna pflegt die im Tal vorhandene Infrastruktur und stellt auf seiner Website einige zusätzliche Informationen bereit.

  Alpe d'Otri
  Alpe d'Otri, Valle d'Osogna, 22.Juni 2014
Man erreicht Pönt auf den in der Landeskarte eingezeichneten Pfaden. Hier existiert eine gute Abzweigung nach Monte Alto, von wo man auf verfallenem Pfad zur Alpe di Salosa d'Osogna (P.1737) oder entlang einer orangen Markierung auf die Cima Cioltro gelangen kann. Von Pönt gelangt m,an nach Gerra und durchschreitet dann unter anderem auf langen Steintreppen und eindrücklichen Brücken die Schlucht der Nala und erreicht schliesslich Scign mit der Kapelle "Buon Riposo". Dem aufmerksamen Geher werden die im Schluchtbereich vorhandenen drei Abzweigungen nicht entgehen: Die Eisenleiter bei der Brücke P.950 führt zur Zwischenstütze der Seilbahn Gerra - Scign. Es ist aber anzunehmen, dass es schwierige Fortsetzung nach Alpe di Basso gab. Die Abzweigung bei einem Eisengeländer auf 990m führt lediglich zu einer Wasserfassung der Kraftwerke beim von P.1272 herunterkommenden Seitenbach. Ähnliches gilt für die Abzweigung auf 1040m: Sie führt zur Wasserfassung an der Nala und wird heutzutage zudem als Einstieg zum Canyoning genutzt.

In Scign befindet sich eine Abzweigung über Monlòst nach Alpe Piancra, Details fehlen. Von Alpe Piancra bestehen die kaum mehr vorhandenen Reste eines Pfades zur Alpe di Salosa d'Osogna (P.1737) und zum Sattel zwischen Stegnone und Mottone; das Gelände ist mühsam. Auch kann der Stegnone auf komplizierter, nicht ganz leichter Pfadspur überschritten werden. Vom genannten Sattel kann - wie auch vom Sattel bei der Alpe di Salosa d'Osogna - ins Valle di Cresciano abgestiegen werden. Die Querung von Piancra nach der Alpe Mottale ist kompliziert: Man versucht vom obersten Rand der Wiese von Piancra sich auf gleicher Höhe zwischen Felsbändern und Erlenfluren hindurchzuwinden (an einer bestimmten Stelle muss man etwa 50m aufsteigen, vgl. Landeskarte Blatt 276 von 1951), bis man auf den rasch besser werdenden Pfad stösst, der nach Mottale leitet. Steht man im Sattel südlich der Alpe Piancra (der seinerseits auf einem anderen Pfad von Piancra erreicht wird) steigt man wegen eines Tobels entweder zuerst etwa 15m den Rücken des Mottale hinauf, um anschliessend in die Osogna-Flanke abzusteigen, oder man sucht etwas tiefer die alte Steintreppe, die einen Durchschlupf erlaubt.

Alpe Piviciou  
Alpe Piviciou, 16.Oktober 2004
Foto: Moritz Vögeli
 
Auf dem Talweg wird Merisciolo erreicht. Dort befindet sich eine Abzweigung nach links: Jenseits der eindrücklichen Bogenbrücke über die Nala führt ein guter Pfad zur Alpe di Stabbiello hinauf und weiter über ein Felsband zur Alpe di Basso. Die Weiterwege aus dieser Zone Richtung Monti di Biasca sind beim Valle Santa Petronilla beschrieben. Kurz vor der Alpe di Stabiello zweigt ein guter Weg zur Alpe d'Otri ab, wo er sich verzweigt: Der nur auf alten Karten verzeichnete untere Pfad führt zunächst deutlich ausgeprägt und leicht bergab zum Riale d'Otri. Dabei ist wenig vor dem Bachlauf eine Fallholzzone mühsam zu durchsteigen. Der Bach wird auf 780m traversiert, unmittelbar danach mündet sogleich die alte Mulattiera von Pira ein, die hier nicht sehr deutlich ist. Setzt man die Traverse auf gleicher Höhe fort, so trift man bald auf die ausgeprägte Wegfortsetzung, kreuzt die orange markierte Mulattiera Pira - Pianvèdri, steigt etwas auf und trifft schliesslich auf schlechter werdendem Pfad am Fusse der Scala di Tenc ein. Heutzutage gebräuchlicher, wenngleich markant zeitaufwändiger, ist der Umweg ab Otri via Larecc und Alpe di Pianvèdri nach Alpe Tenc. Dazu geht man in Pianvèdri zum unteren Rand der Wiese, wo ein gepflegter Pfad beginnt, der zunächst 130 Meter steil absteigt, um dann über die Scala di Tenc eine senkrechte Felswand überwindend die Alpe di Tenc zu erreichen. Ein guter Pfad setzt sich von hier als Höhenweg bis auf die Alpe di Casnéd fort. Ferner zweigt in Pianvèdri eine verwachsene Spur östlich ausholend zur Alpe di Pivicióu ab, von wo man auf dem sichtbaren Trassee des alten Pfades zur Alpe della Motta gelangen kann. Pivicióu kann auch auf altem Wegtrasse vom Riale d'Otri direkt erreicht werden, ohne über Pianvèdri zu gehen.

Setzt man in Pira über die Nala über oder folgt ab der Steinbrücke in Merisciolo ihrem rechten Ufer flussaufwärts, so trifft man bald auf eine gute und gepflegte, orange markierte Mulattiera, die gegenüber des Piano di Mottale den Flusslauf verlässt und über steiles Gelände in nordwestliche Richtung rasch an Höhe gewinnt. Etwa auf 1700m zweiugt links die noch sichtbare, aber unmarkierte Mulattiera nach Otri ab. Folgt man weiter den Markierungen, so kreuzt man auf 1770m den Weg Otri - Tenc und erreicht, auch über ausgeprägte hohlwegartige Abschnitte, den Pfad von Tenc nach Pianvèdri unweit letztgenannter Alp. (Merisciolo/Pira - Pianvèdri 2:00, T3)

  Mulattiera
  Mulattiera Pira - Pianvèdri, 22.Juni 2014
Am Talweg zweigt in Piano di Mottale der unterhaltene steile Pfad zur Alpe di Mottale ab. Er setzt sich in bescheidenerer Qualität bis zur Bocchetta delle Ganelle (P.2089) fort, von wo man ins Valle di Cresciano gelangt. Im Talgrund wird über die Alpe di Vóisc (früher auch als Ongio bekannt) die Abzweigung des nicht mehr besonders ausgeprägten Pfades zur Alpe di Casnéd erreicht. Früher sol Casnéd direkt von Vóisc aus erreicht worden sein, Details fehlen. Man kann von Casnéd auf eher gutem Pfad über die Alpe della Motta bis zum Passo del Mauro weitergehen, der den Übergang zur Capanna Cava und ins Val Pontirone erlaubt. Im Talgrund setzt sich der nun bescheidenere, aber offiziell markierte Weg über die Alpe Gösro bis auf die eindrückliche Alpe d'Örz fort. Dort bestehen vier Möglichkeiten: Links hinüber führt ein guter markierter Pfad zur Alpe della Motta. Geradeaus, auf Terrassen südlich des vorhandenen tiefen Tobels, gelangt man - nicht einfach - in die Bocchetta Alta. Diese vermittelt, wie die benachbarte Bocchetta di Pianca Geneura, in die eine gute und offiziell markierte Trittspur führt, den Übergang ins Val Calanca. Eine letzte Möglichkeit führt auf nur noch sporadisch vorhandenen Wegfragmenten, aber in leichtem Gelände, über Fornone zur Alpe Campedell (zwischen P.2414 und P.2506), wo man ins Valle di Cresciano eintritt. Diese Route ist seit einigen Jahren offiziell weiss-blau-weiss markiert.

Schliesslich bleibt die aufgegebene Zone der Alpe di Baroce: Unmittelbar hinter der Hütte der Alpe Gösro beginnt ein gut erkennbares Wegtrassee, welches in eine breite Rinne unter senkrechter Felswand hineinführt. Man folgt der Rinne nur bis auf halbe Höhe, um sie nach rechts zu verlassen und auf gutem Trassee, das 2014 vom Erlengestrüpp befreit wurde, einen diagonalen Anstieg zu beginnen. Nach Traverse eines Baches endet die Ausastung und man erreicht eine flache Wiese auf 1940m. Auf dem darüberliegenden Rücken müht man sich durch eine kurze Erlenpassage und erreicht rechtshaltend eine weitere Wiese auf 2000m. Nach Durchquerung eines Bachtobels mit Resten von Kunstbauten erreicht man in Kürze die Ruine der Alpe di Baroce. Bei der Ruine erkennt man den verbuschten Beginn des einstigen Wegtrassees, das das Valegion traversiert und nach Piancra Bella (P.2131) im Valle di Cresciano gelangte, Details fehlen. Ein anderer Pfad führte einst durch teilweise unübersichtliches Gelände auf einem langen Grasband unterhalb des P.2216 hindurch und durch die Zone Fornone nach Alpe d'Örz. Am einfachsten ist es jedoch auf dem direkt über der Ruine nach Süden ansteigenden Rücken auf Wegresten aufzusteigen. Dabei kommt man mit überraschend wenig Erlenberührung in das offene Gelände der Zone Campedell. (Gösro - Baroce - Campedell 2:00, T4)

Brücke in Merisciolo  
Nala-Brücke in Merisciolo, 16.Oktober 2004
Foto: Moritz Vögeli
 
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