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Valle di Pertüs e Valle di Larecc
 



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Langes und wildes, gelegentlich durchquertes Seitental des Val di Prato. Das Seitental des Ri di Larecc ist hier ebenfalls beschrieben. Eine Fahrstrasse führt bis zur Kehre P.1090 vor Prato della Frigna. Sie ist zwar offiziell mit Fahrverbot versehen, doch wird das Befahren gegen Entrichten einer Gebühr an der wenige Meter nach der Fahrverbotstafel installierten Kasse toleriert.

Valle di Pertüs  
Valle di Pertüs (mit Monte Zucchero, von Chiepi), 24.Juli 2010  
Der gute Talweg führt ab der Kehre bei P.1090 der Fahrstrasse des Val di Prato ins Valle di Pertüs hinein und auf die Alpe Pertüs. Von hier führte einst ein Pfad zur Ruine von Sterlarecc auf 1860m, Details fehlen. Man kann sodann den Westausläufer der Corona di Redòrta bei 2060m überschreiten, um nach Corte di Pezzòi zu gelangen. Von der Alpe Pertüs geht der Talweg in interessanter Routenführung weiter auf die Terrasse von Gonta und passiert die Ruinen bei P.1841 und P.1991. Auf halber Strecke zwischen diesen Punkten zweigt eine markierte Pfadspur ab, die über den Sattel P.2156 ins Val Tomè führt. Von Gonta führt der meistens gute Pfad weiter bis auf die Forcarella di Redòrta, wo der Übergang ins Val Redòrta möglich wird. Auf ca 2100m, wenig vor der Passhöhe, zweigen indessen die Spuren eines anderen Pfades ab, der in die Weiden von Gann führt. Unterhalb erkennt man in kühner Lage die Ruinen der einstigen Alpe Gann bei P.1944. Es ist anzunehmen, dass Gann früher auch direkt von der Alpe Pertüs erreicht werden konnte. Die Via Alta Vallemaggia traversiert heutzutage oberhalb der Alpe Gann zum Westausläufer der Corona di Redòrta, und vermittelt so den Durchgang ins Tal von Larecc.

Wenden wir uns dem separaten Tal des Ri di Larecc zu: In Prato della Frigna (ex-P.1110) zweigt der recht gut erhaltene Talpfad ab. Er führt über die Ruine von Ovi di Pezzòi (ca 1390m), dann nach Norden ausholend, bis auf die Alpe Larecc. Hier bestehen verschiedene Möglichkeiten: Man kann auf den in der Landeskarte eingezeichneten Pfadresten zur Ruine von Pianconi hinübergehen, über die nun die Via Alta Vallemaggia verläuft, und damit den Weiterweg ins Val di Prato vermittelt. Von Pianconi führt ein Weglein zu den Ruinen der Alpe La Gann, die sich auf 2100m unmittelbar an der Abbruchkante nach Larecc befindet. Der Pfad ist im unteren Teil schwierig aufzufinden und in bescheidenem Zustand, oben wird er deutlich besser.

  Pizzo d'Eus
  Pianconi, 24.Oktober 2014
Wie in der Siegfriedkarte korrekt vermerkt, verfügte Alpe La Gann einst auch über einen direkten Aufstieg von Larecc, was in Anbetracht der dortigen senkrechten Felswand als unmöglich erscheint. Doch sind Reste von Kunstbauten in der Wand vorhanden. Die Begehung ist empfehlenswert, bleibt aber dem Alpinisten vorbehalten: Von der Ruine ca 1930m ob Larecc erkennt man eine diagonal durch die Wand verlaufende Verwerfung. Man folgt ihr aufwärts entlang von Tacche und Resten von Drahtseilverankerungen bis zur flachen Wiese im Zentrum der Wand, die auf der LK gut erkennbar ist (II, exponiert). Einst führte von hier ein anderer Weg über ein langes diagonales Band nach Pianconi. Um nach Alpe La Gann zu gelangen, begibt man sich indessen an den höchsten Punkt der Wiese, wo eine plattige Verschneidung ansetzt. Unmittelbar rechts der Verschneidung entdeckt man Verankerungen von Pontì und Drahtseilen. Die Aufstiegshilfen selbst sind nicht mehr vorhanden, die plattige Stufe muss erklettert werden (III+). Auf dem darübergelegenen Grasband angekommen, traversiert man nach rechts, und gelangt in einfacheres Gelände. Die nächste Felsstufe wird mit Hilfe einer Treppe ohne jegliche Probleme überwunden, und so erreicht man in Kürze die Ruinen der Alpe La Gann. (Larecc - Alpe La Gann 1:00, T5+/III+)

Von Larecc führt die Via Alta Vallemaggia in die Ganne di Larecc hinauf, und traversiert dann aufsteigend zum Ausläufer der Corona di Redòrta, der in der Nähe von P.2614 überquert wird. Geht man hingegen in der Ganne di Larecc geradeaus weiter, so gelangt man über unübersichtliche Terrassen bis in die Bocchetta di Larecc, wo sich der Übergang ins Val Vegornèss öffnet. Es ist auch von der Ganne di Larecc eine Verbindung mit Alpe La Gann bekannt: Ein altes Wegtrassee erlaubt den Durchschlupf zwischen Felsbändern auf einer Höhe von 2260m neben den Felswänden des Madàs. Vom alten Verbindungsweg von Larecc nach Piatello, der den Ri di Larecc auf ca 1970m traversierte, sind hingegen nur wenige Fragmente erhalten. Er wird kaum mehr begangen, das Gelände ist mühsam und rutschig. Der Ri di Larecc kann aber auch auf der Höhe der Hütte von Piatello überwunden werden: Dabei ist am nordseitigen Ufer etwas Kletterei auf Gesimsen notwendig (II+), während am südlichen Ufer ein Weglein erhalten ist, das durch einen Felsspalt leitet.

Zurück nach Larecc: Ein nur leidlich freigehaltener Pfad quert hier den Ri di Larecc und steigt über den wenig ausgeprägten Rücken entlang der Koordinate 698 zu den Hütten von Pezzòi, die aus unerfindlichen Gründen aus den Karten getilgt wurden. Über die offenen Hänge von Corte di Pezzòi lässt sich ohne weiteres Piattello oder eine Stelle auf 2060m im Westausläufer der Corona di Redòrta erreichen, von wo einst ein Pfad in die Alpe Pertüs hinabführte. Die Via Alta Vallemaggia hingegen quert den Ausläufer höher oben und vermittelt einen Durchschlupf gegen den Passo di Redòrta hin.

Pezzòi  
Pezzòi, 24.Oktober 2014
 
 
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