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Val Redòrta
 



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Eher häufig besuchtes Quelltal des Val Verzasca. Eine mit Fahrverbot belegte Strasse führt bis wenig hinter Fracèd. Viele Informationen über dieses Tal stammen von Herbert Schenk, Kleinandelfingen.

  Val Redòrta
  Val Redòrta vom Monte Zucchero, 8.September 2009
Foto: Herbert Schenk
Cansgell wurde einst auf verschiedenen Pfaden erreicht: Alle sind im Verfall begriffen, das Gelände ist ausserordentlich stark von behindernder Vegetation (Erlen, Haseln) überwachsen, die Orientierung ist anspruchsvoll, so dass die Erreichbarkeit von Cansgell heute eher den Spezialisten vorbehalten bleibt. Noch am besten erhalten ist der Zugang von Faièd: Im Wald oberhalb von Faièd, östlich des von Cagnói herunterkommenden Baches findet man bald Schnittspuren, die zum genannten Bach hintraversieren und ihn in wilder Umgebung auf ca 1150m überqueren. Jenseits steigt der noch gut erhaltene und ausgeastete Pfad parallel zum Bach bis auf ca 1350m, um schliesslich in aufsteigender Querung Cansgell zu erreichen (Faièd - Cansgell 1:30, T4-).

Der von Püscen Negro via Chignöö herführende Pfad, dessen Anfang auch auf der aktuellen Landeskarte noch verzeichnet ist, verschwindet bald im hohen Gras. Doch kann man sich an vereinzelten verblassten weissen Markierungen und an gelegentlichen Schnittspuren an den Erlen orientieren. Im Tobel von Chignöö steigt man am besten anhand von Schnittspuren rund 50m ab, um es zu queren, denn die Original-Traverse führte durch heikles Gelände und ist zerstört. (Püscen Negro - Cansgell 1:30, T4) Eine Alternative führt von Scimimòtt (LK: Corte) durch die Flanke von Cantóm Stagn zum zuvor beschriebenen Weg hinauf: Ob den Häusern von Scimimòtt steigt man gerade hinauf und folgt einem Grätchen mit gut erhaltenem Weg bis kurz vor die Felsen. Über Wegreste traversiert man unter diesen Felsen links aufwärts, bis es möglich wird über ein teilweise erhaltenes Weglein nach rechts zu einem bemerkenswerten Aussichtspunkt mit Resten einer Heuseilverankerung zu traversieren. Über Reste von Kunstbauten steigt man nun entlang des östlich von Lovalt herabkommenden Baches auf, bis man schliesslich den von Püscen Negro kommenden Pfad bei ex-P.1400 erreicht. (Scimimòtt - Cansgell 1:45, T4)

Der einstige Zugangsweg von Monte nach Cansgell ist im östlich von Cantoi gelegenen Abschnitt unter einem Meer aus Haseln verschwunden, er windet sich über schwierig aufzufindende Felsbänder. In den Jahren 2012 und 2013 wurde der Weglauf etwas ausgeastet, so dass nun wenigstens die Orientierungsprobleme beseitigt sind. Ausgangspunkt ist Pescia (ex-P.1257), wenig westlich von Monte gelegen. Von den dortigen Häusern steigt man gerade dan Hang hinauf, wenige Meter ob der Wasserfassung, bei einem grossen Steinmann mit altem roten Punkt, beginnt das Trassee aufsteigend Richtung Cantói zu traversieren. In Kürze folgt die obligatorische Schlüsselstelle mit dem sehr exponierten Durchschlupf in senkrechter Felswand. Im Abschnitt Cansgell - Cantoi ist das Trassee noch leidlich sichtbar ist. (Monte - Pescia - Cansgell 2:00, T5)

Einst führte ein weiterer Pfad von Cansgell nach Lovalt, von ihm sind nur wenige Reste erhalten: Von Cansgell überquert man den westseitigen Bach (absteigend) und gewinnt über den nächsten zahmen Rücken an Höhe (dabei kommt man an einem eingezäunten Sumpfloch vorbei). Auf ca 1520m Höhe überquert man die Bachrinne von Chignöö, wobei es ratsam ist, etwas tiefer als der alte Weg zu traversieren, doch erkennt man das Trassee ohnehin wohl erst im Rückblick. Jenseits der Bachrinne steigt man stark an und traversiert schliesslich auf noch erkennbarem, aber aufgegebenem Wegtrassee entlang der Höhenkurve nach Lovalt. Die geschlossene Jägerhütte wird heutzutage bequemer auf nicht durchgehend sichtbarer und wenig benutzter Pfadspur von Püscen Negro via Cortesell erreicht. (Cansgell - Lovalt 1:00, T5)

Cansgell  
Cansgell, 26.Oktober 2013
 
 
Vom Strassenende bei Fracèd führt nur noch ein guter Pfad (mit einer nördlicheren älteren Variante ab P.1195) nach Püscen Negro, einst gab es ebensolche über Pianchette oder Montadèll (nördlich der Redòrta zur Brücke bei ca 1320m). Pianchette ist heute am besten vom Strassenende bei Fracèd ereichbar: Man überquert auf ca 1070m die diversen hier zusammenführenden Bäche (bei hohem Wasserstand nicht möglich) und findet jenseits gelb markierte Pfadreste, die bis zu einer Ruine auf ca 1250m, wenig NW von Pianchette führen. Diese Stelle wird auch von Püscen Negro über den im bescheidenen Zustand befindlichen Pfad erreicht, der noch bis vor kurzem in der LK verzeichnet war. Von der genannten Ruine traversiert ein im hohen Farn verborgener, nicht mehr genutzter Pfad zum Ruinenfeld von Pianchette. (Fracèd - Pianchette 0:45, T3)

Mött Perüs, wo sich entgegen der Angabe auf der LK keine Ruine befindet, wird auf einem aufgegeben, erlenbedrängten Trassee erreicht, das auf etwa 1330m südlich der Ruinen von Pianchette beginnt (Pianchette - Mött Perüs 0:30, T4+). Vom gegenüberliegenden Hang, zum Beispiel von Cortesell aus, ist die Trasseeführung noch erkennbar. Interessant und wild, aber mühsam ist der Zugang von Rosgee nach Pianchette: Im Wald NNW von Rosgee entdeckt man ein Trassee, das die von Mött Penagia herabkommende Rinne auf heiklen, schmalen Bändern über unglaublichen Abgründen überwindet und schliesslich sehr undeutlich gegen Ganne della Valegia ansteigt. Von hier lässt sich in langer Traverse auf sporadischen Trasseresten Pianchette gewinnen, dabei passiert man eine Ruine (Mediroi, ex-P.1299). (Rosgee - Mediroi - Pianchette 2:30, T6-) Ferner existierten einst Pfade von Faièd via Costa della Valegia und Mött Perüs nach Alpe di Mügàia und von Ganne della Valegia via Bàita nach Alpe di Cardèd, hierzu fehlen Details.

Zurück nach Püscen Negro: Hier kann man in alle Himmelsrichtungen weitergehen: Nach Norden auf mässig guter, aber selten benutzter Pfadspur über Cortesell und Starlarisc zur Weideterrasse bei P.2269, wo eine Markierung zur Corona di Redòrta weiterführt. Die Ruine von Vacaresc liess sich von der Alpe Cagnói - welche die Verbindung mit dem Val Vegornèss erlaubt - über P.2107, von Starlarisc oder direkt von Cortesell erreichen. Diese Pfade sind heute grossteils verfallen und wurden von mir noch nicht besucht. Starlarisc lässt sich auch von der Alpe della Redòrta erreichen, indem man praktisch weglos den unübersichtlichen Hang oberhalb der Alpgebäude - am besten entlang des herabkommenden Baches - ersteigt und auf ca 1820m auf das noch gut erhaltene Wegtrassee nach Starlarisc einschwenkt. Von Püscen Negro Richtung Nordwesten gelangt man auf gutem und markierten Pfad über die Alpe della Redòrta (P.1714) steil bis auf die Forcarella di Redòrta, die den Übergang ins Valle di Pertüs erlaubt. Bei P.1871 zweigt ein Pfad nach Fornaa ab, der sich als markierte Spur bis auf den Gipfel des Monte Zucchero fortsetzt. In der Nähe dieses Aufstiegs lässt sich relativ einfach über die Bocchetta del Monte Zucchero (P.2541) das Val Tomè gewinnen.

  Püscen Negro
  Püscen Negro, 13.September 2009
Foto: Herbert Schenk
Von Püscen Negro führt der gute Alpweg über Cortign und an Sassi vorbei nach Brüsoo. Sassi lässt sich alternativ auf einem direkten, sehr steilen und nicht ganz einfachem Pfad von Püscen Negro erreichen. Sein Anfang befindet sich auf dem Rücken oberhalb des Kirchleins von Püscen Negro. In Brüsoo teilt sich der Alpweg: Rechts zum Corte di Cima der Alpe di Mügàia, geradeaus zum Corte di mezzo. Letzteres kann auch direkt von Cortign auf interessantem Pfad erreicht werden. Vom Corte di Cima führt eine markierte Pfadspur in die Bocchetta di Mügàia, die einen weiteren Aufstieg auf den Monte Zucchero vermittelt oder den Abstieg ins Val d'Osura erlaubt. Alternativ lässt sich die "Bocchetta del Crestòm" überschreiten. Der alte direkte Verbindungspfad Cortign - Brüsoo ist von einem Felssturz aus dem 1988 betroffen und nicht mehr empfehlenswert, indessen findet man noch alte Markierungen. Der gut erhaltene Verbindungspfad von Sassi nach Alpe della Redòrta führt über ein Band unterhalb einer Felswand. Allerdings ist an einer Stelle das Band unterbrochen und das dort befindliche Drahtseil nicht mehr intakt, so dass einige Kletterschritte notwendig werden (II-).

Vom Corte di Mezzo gelangt man über einen schönen, neuen und markierten Pfad, der in langer horizontaler Querung das Becken der Alpe di Cardèd durchquert bis nach Cazzài hinüber, von wo man nach Frasco absteigen kann oder die Querung bis Corte di Sopra ob Vèld fortsetzen kann. Die Alpe di Cardèd lässt sich indessen auch direkt von Sonogno aus erreichen, indem man einem Pfad folgt, der in Froda ansetzt und an einem aufgegebenen Hof in Rosgee vorbeiführt. Danach wird der Pfad undeutlicher (einzelne verblasste rote Markierungen), um schliesslich die Alpe di Cardèd zu erreichen. Von hier steigt man mit Vorteil in nordwestliche Richtung um auf einer rot markierten Spur den von Mött Penagia nach Magadign führenden Wanderweg zu erreichen. Von Magadign lässt sich ohne Probleme weglos die Ciòssa überschreiten, um ins Val d'Osura zu gelangen. Die Alpe Cazzài ist indessen auch auf altem, nicht mehr benutztem Pfad von Sonogno über Valditt, Mött, Mött di Ferèsc und Chignorasc erreichbar, wobei ab Chignorasc zwei Möglichkeiten bestehen: Ein vorzüglicher Pfad traversiert von Chignorasc zur (nicht verzeichneten) Ruine bei P.1562, am Weg von Monte Valdo nach Cazzài gelegen. Ein anderer - etwas bescheidenerer - Pfad führt über den Rücken hinauf zum Pfad, der von Cardèd herüberkommt. Seinen Anfang sucht man südlich des Rustico in Chignorasc (Sonogno - Mött - Chignorasc - Cazzài 3:00, T4-). Ferner mündet in Chignorasc eine ausgeastete Spur aus Westen ein, nicht identisch mit der von Mött di Ferèsc heraufkommenden, möglicherweise eine direkte Verbindung nach Cardèd, Details fehlen. Schliesslich existiert ein direkter Pfad von Monte Valdo nach Chignorasc: Er nimmt seinen Ausgang wenig südlich der Strassenkehre P.1239, ist die ersten Meter praktisch nicht erkennbar, wird dann aber rasch deutlicher und vereinigt sich im Tobel vor Chignorasc mit dem von P.1562 kommenden Pfad. (Monte Valdo - Chignorasc 1:00, T3)

Alpe di Cardèd  
Alpe di Cardèd, 30.Oktober 2014
 
 
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