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Val Resa
 



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Stark besuchtes Seitental zum Lago Maggiore. Eine steile Fahrstrasse führt über Viona bis Resa.

  Fontai (Val Resa)
  Fontai (Val Resa), 5.Januar 2012
Obwohl sich das Tal im näheren touristischen Einzugsbereich von Locarno befindet, sind nicht alle Wege im guten Zustand, namentlich insbesondere der Talweg von Resa nach Sceres ist aufgegeben und nurmehr sporadisch im Gelände erkennbar. Von Interesse mögen ferner diese Details sein: Von S-ciuvasch führt ein nicht in den Karten verzeichneter, aber semioffiziell markierter Pfad durch den Faedo Grande direkt nach Alpe Cardada. - Der einstige Pfad von S-ciuvasch nach Sceres ist noch vorhanden: Man findet den Beginn bei den Wasserfassungen WNW von S-ciuvasch; er durchquert steiles, abschüssiges Gelände, insbesondere im Tobel mit der Gemeindegrenze Minusio/Brione und ist mit Vorsicht zu begehen; S-ciuvasch - Sceres, 1:00, T4+. - Von den obersten Häusern in Fontai führt eine aufgegebene, schöne alte Mulattiera waagrecht direkt nach Corte del Baffa, wo sie etwa bei der Gemeindegrenze Brione/Mergoscia in den von Resa heraufkommenden Wanderweg einmündet. - Die übrigen Pfade des Tales sind entsprechend der Nähe zu Locarno überwiegend als offizielle Wanderwege markiert. Das Tal kulminiert in der touristischen Zone der Cimetta und der Cima della Trosa, über die dazwischenliegende Bassa di Cardada gelangt man ins Valle del Ria Grande.

Nördlich grenzt das Valle di Mergoscia an, das über die Bocchetta di Bietri erreicht werden kann. Zwischen diesen Tälern, in der zum Lago di Vogorno hingewandten Flanke, befindet sich das im Monti Lego kulminierende Tobel, das für das Dorf Mergoscia stets ein veritables Verkehrshindernis darstellte. Auf die historischen Wege, die diese wilde Schlucht überwanden, sei im folgenden etwas detaillierter eingegangen:

Der Beginn der alten Mulattiera von Contra/Reggia via Fressino und Coroi nach Mergoscia ist bis zur in Ruinen liegenden Kapelle ca 670m oberhalb der Verzasca-Staumauer noch in der aktuellen LK verzeichnet. (Von der Kapellenruine kann man über den Rücken zur Fahrstrasse hinuntergelangen, eine Treppe überwindet die Felsstufe über der Strasse.) Alte Karten lassen nun darauf schliessen, dass die Mulattiera sich allmählich wieder zur Brücke P.597 an der aufgegebenen Fahrstrasse absenkte. Dem ist allerdings nicht so, vielmehr führt die Mulattiera waagrecht gegen die Schlucht, überwindet mittels grosser, teilweise eingestürzter Mauern die nördlich von Monte Bedra herabstürzende Nebenschlucht und erreicht schliesslich den Grund der Hauptschlucht bei ca 700m. Die einst hier befindliche Brücke ist offensichtlich schon vor langer Zeit eingestürzt. Sie überspannte den Bachlauf in etwa 20 Metern Höhe oberhalb völlig glatter und senkrechter Wände. Es ist nicht möglich, diese Stelle ortsnah zu umgehen. Dementsprechend ist hier heute kein Durchkommen mehr möglich! Jenseits setzt sich das Trassee mit vielen Kunstbauten nach Fressino fort. Von dort gelangte die Mulattiera entlang diverser Kapellen via Coroi zur Brücke P.621. Dieser einstige Hauptzugang nach Mergoscia wurde vermutlich um 1880/1890 zugunsten der tiefer verlaufenden Fahrstrasse aufgegeben.

Eine Etage höher, nämlich von Monte Bedra nach Costa traversiert ein noch älterer Pfad durch die Schlucht. Auch er ist mit einigen grossen Kunstbauten versehen. Im Gegensatz zur oben beschriebenen Mulattiera ist dieser Pfad mit etwas Vorsicht noch heute durchgehend begehbar: Man findet den Beginn am nordöstlichen Rand der Wiese von Monte Bedra, wo er auf ca 800m zunächst die in Monte Bedra entspringende Nebenschlucht traversiert (Vorsicht, laubbedeckte Platten!), dann waagrecht bis zum Rücken vor der nächsten Nebenschlucht traversiert (Einmündung einer Variante von Ai Monti) und schliesslich in dieser Nebenschlucht auf einem Band am Fusse einer Felswand gegen die Hauptschlucht absteigt. Der Bach der Hauptschlucht wird am Fusse eines Wasserfalls überquert, was abweisend erscheint, aber doch halbwegs problemlos machbar ist (plattig, II, stets nass). Jenseits trift man auf das gut erkennbare Wegtrassee, das nun einzig in der von Coista herabkommenden Nebenschlucht noch einige heikle Kletterschritte aufweist und erreicht schliesslich die Kehre ca 760m des Wanderweges Fressino - Monti Lego. Es ist möglich von Costa diagonal aufsteigend nach Sass Cospi zu gelangen, wo man auf ca 940m auf den Wanderweg von Monti Lego nach Mergoscia trifft. Monte Bedra - Costa - Sass Cospi - Mergoscia/Busada, 2:00, T5+.

Mulattiera Valloni di Mergoscia  
Alte Mulattiera zwischen Costa und Fressino, 12.Januar 2012
 
 
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