www.alpi-ticinesi.ch
Valle di Sementina
 



alpi-ticinesi.ch > ticino > valli > sementina


Langes, nur auf den offiziellen Wegen nach Albagno häufiger besuchtes Seitental des Piano di Magadino. Eine öffentliche Seilbahn führt von Monte Carasso über Pientina bis Mornera. Die Landeskarte vermittelt ein gutes Bild der einstigen Pfade, die indessen vielfach in bescheidenem Zustand oder gar nicht mehr vorhanden sind.

  Valle di Sementina
  Valle di Sementina von Rorina, 7.November 2012
Zentraler Punkt ist der Rio Sementina unterhalb Ör Piatto di sopra (P.1018), wo sich einst alle relevanten Wege vereinigten. Diese Stelle wird wie folgt erreicht: Von Monte Carasso über San Bernardo, Monte Leone, Ör Lungo und Monte Sella auf gutem, neu hergerichteten Pfad. Von Pientina auf gutem, in der Landeskarte nicht verzeichneten Pfad über Pianello und Monte Sella. Von Pientina über Piano del Fò und Piatti: In Piano del Fò muss anhand der Landeskarte der Wegbeginn gesucht werden; man findet anfänglich ein gutes Trassee mit aufwändigen Stützmauern vor. Von Piatti bis zum Rio Sementina ist die Weganlage verfallen, man folgt sporadischen roten Markierungen, die heikel durch eine abweisende Rinne mit Resten von Kunstbauten zur Einmündung des Pfades von Torrasco lotsen; von hier ohne alpine Schwierigkeiten entlang roter Markierungen bis zum Rio Sementina. Vom Rio Sementina lassen sich sodann folgende alten Pfade begehen:

1) Nach Torrasco - Orello - Frighiscio: Bis Torrasco ist der Pfad weitgehend verschwunden und eher anspruchsvoll, aber rot markiert. Ab Torrasco ist er in gutem Zustand und unterhalten. (Rio Sementina - Torrasco - Orella 1:30, T4+)

2) Nach Calarescio - Alpe Morisciolo: Wie auf der Landeskarte eingetragen den Rio Sementina mehrfach überquerend bis zur Einmündung des Valle di Calarescio. Jenseits dieses Wasserlaufs führt ein nicht mehr benutztes Trassee auf den darüber befindlichen Rücken. In annähernd waagrechter Querung erreicht man nun das stark überwachsene Wegtrassee mit einigen hilfreichen alten Wegmarkierungen und steigt auf ihm bis zu den Ruinen von Calarescio. Oberhalb von Calarescio gelangt man bald auf ein deutliches Trassee, passiert auf ca 1340m eine deutliche Abzweigung nach Norden (nach Alpe Erbea? Details fehlen), wenig später eine solche nach Süden (nach I Ser? Details fehlen). Schliesslich wird der Pfad undeutlich und verliert sich ganz. Man hält sich stets auf dem unschwierigen Rücken. Ab 1600m wird der Rücken schwierig begehbar. Links (südlich) vorbei weisen unauffällige Farbmarkierungen und Wegreste zumeist einfache Durchschlüpfe. Schliesslich gelangt man bei ca 1680m an einen ausgeprägten Hohlweg, der in Kürze zu den Hütten der Alpe Morisciolo führt. (Rio Sementina - Calarescio - Morisciolo 2:30, T4)

Ör Piatto  
Ör Piatto, 8.November 2012  
3) Nach Ör Piatto di sopra (P.1018) - I Ser - Alpe Morisciolo: Wie in der Landeskarte angegeben steigt man durch eine Rinne auf, in der sich kaum Wegspuren befinden, bis links ein Wegtrassee aus der Rinne hinausführt. Über einfaches Gelände ohne Weg werden anschliessend die Ruinen von Ör Piatto di sopra (P.1018) erreicht. Man findet nun den Wegbeginn mit zwei gut erhaltenen Steintreppen auf dem Rücken oberhalb (westlich) Ör Piatto di sopra. Er führt bei den Ruinen von I Ser (ca 1130m) vorbei und über einen steilen Hang in ausgeprägten Kehren bis in die Zone, auf der die Landeskarte den Namen "I Ser" wiedergibt. Zuletzt nimmt man noch eine Abzweigung nach Norden wahr (nach Calarescio? Details fehlen), bevor der Pfad schliesslich nicht mehr erkennbar ist. Über einfaches, aber steiles Gelände (sporadisch Wegreste) erreicht man ein kleines, in der Landeskarte erkennbares Plateau auf ca 1530m östlich der P.1644 und 1627. Offenbar führte von hier einst ein Pfad durch die felsige und steile Flanke nach Alpe Mognone. Viel einfacher ist es jedoch einem ausgeprägten Pfad zum Sattel nordwestlich P.1644 am Wanderweg nach Alpe Morisciolo zu folgen. (Rio Sementina - I Ser - Alpe Morisciolo 2:30, T4)

4) Nach Ör Piatto di sopra (P.1018) - Monte di dentro - Alpe Mognone oder Fontane di Biasca oder Monti della Costa: Zunächst wie in 3) beschrieben nach Ör Piatto di sopra. Der weitere Wegverlauf nach Monte di dentro ist recht kompliziert; man studiere aufmerksam die Landeskarte und folge deren Vorgaben. So kommt man ohne alpine Schwierigkeiten auf sporadischen Wegresten nach Monte di dentro. Von hier kann man auf dem eingezeichneten Pfad nach Alpe Mognone weitergehen. Zu beachten ist, dass der waagrechte Verbindungspfad von Fontane di Biasca nach Monte di dentro wegen eines Felssturzes im Cröisa dauerhaft unterbrochen bleibt. (Rio Sementina - Monte di dentro - Alpe Mognone 3:00, T4+)

5) Auf Route 4) bis zur in der Landeskarte verzeichneten Wegkehre bei ca 970m. Tatsächlich findet man hier keine ausgeprägte Kehre, aber den Beginn eines interessanten Pfades durch wildes Gelände, der nach Süden zum - wegen des Felssturzes im oberen Cröisa - heute wieder gebräuchlichen und unterhaltenen Pfad Monti della Costa - Monti di dentro führt und somit die Verbindung nach Monti della Costa herstellt. (Rio Sementina - Cröisa - Monti della Costa 2:30, T4+)

  Madonna della Valle
  Madonna della Valle, 7.November 2012

Als Ör Piatto di sotto wird die in der LK verzeichnete Ruine am Rio Sementina via-à-vis Monte Sella bezeichnet, ca 820m.

Von den Monti Bassi führt ein Pfad nicht nach Selvatico, sondern nach Titt, wo kein Besuch erwünscht ist. Vor dem versperrenden Zaun gelangt man hinab nach Selvatico, das früher auch von der Wasserfassung am Rio Sementina erreicht wurde. Das Gelände dort ist jedoch sehr steil und heikel. Auch wenn noch sporadisch Wegreste sichtbar sind, kann diese Verbindung nicht mehr empfohlen werden (T6+). Jenseits von Titt, dessen Zaun mühsam umgangen werden muss, führt eine Spur hinauf zum einstigen grosszügigen Wegtrassee nach Motto Gabardo. Ob jemals über Gabardo hinaus eine Fortsetzung bestand ist unbekannt.

Schliesslich gelangt man von der Kirche Madonna della Valle auf einem nicht sehr häufig
begangenen Pfad zum Fuss des Wasserfalls bei P.410. Einst führten von hier Pfade nach Rorina und Monte Leone. Sie sind aufgegeben und zumindest teilweise abgerutscht. Eine Begehung ist - wenn überhaupt - nur bei trockenen Verhältnissen möglich.

Zur orografisch linken Talseite: Der Pfad von Pian di Nar über Orello, Ör della Meda und Alpe Erbea nach Albagno folgt einer unterirdischen Wasserleitung und ist nur anfänglich in guter Qualität. In Orello stellt eine schlecht sichtbare Pfadspur die Verbindung mit dem wenig darunter verlaufenden Pfad Frighiscio - Torrasco dar; die neueste Ausgabe der Landeskarte gibt die Wegführungen der Zone erstmals korrekt wieder. Ab dem Fusse des Sasso Torrasco ist der Pfad weniger ausgeprägt und oft überwachsen, er steigt mit Hilfe diverser Kunstbauten und mit einigem Auf und Ab bis zum Wasserschloss jenseits von Ör della Meda, wo er bei der in der Landeskarte eingezeichneten markanten Kehre abrupt endet. Von hier steigt man weglos über steile Grashänge zur Alpe Erbea.

Von der Capanna Albagno wurde eine neue, weiss-blau-weisse markierte Route über Valli Sparsè und die Cima di Morisciolo (P.2094) nach Alpe Morisciolo und Alpe Mognone für den Touristen hergerichtet. Der alte Verbindungspfad zwischen Morisciolo und Erbea verlief indessen tiefer und berührte die Lokalität Ör di Calarescio. Zwar fehlen bis anhin Details dieser alten Route, doch lässt der prüfende Blick von Torrasco aus gut eine durchgehende Route erkennen, auch wenn von Schwierigkeiten berichtet wurde.

Die Capanna Albagno bildet auch den Übergang ins Valle di Gorduno. Oberhalb befindet sich die Bocchetta d'Albagno, welche ins Valle di Moleno leitet. Auch die mit einem Pfad versehene Bocchetta d'Erbea leitet dorthin. Zusammen mit der Bocchetta della Cima dell'Uomo vermittelt sie jedoch den Übergang ins Valle di Cugnasco und ins Val della Porta. Alternativ kann man den Sentiero dei Frati, hart nördlich der Cima d'Erbea (P.2338) begehen, was aber ohne grösseren praktischen Nutzen ist.

Eine weitere Alternative um von Albagno nach Borgna zu wechseln ist folgende Route: Von Albagno steigt man auf dem auf der Landeskarte eingezeichneten Pfad nach Westen, über die Alpe Erbea. Bei 2200m stösst man an die Wände der Cima d'Erbea bei einem hier mündenden Couloir, das schon von weitem sichtbar ist. Man steigt durch das Couloir etwa 20m auf und findet ein eindrückliches, gut begehbares Band, das auf den Gipfel der Cima di Morisciolo (P.2202) führt. Jenseits erlaubt ein nach Norden ausgerichtetes Couloir den problemlosen Abstieg auf die unteren Schuttflächen von Bertadello bei ca 2100m. Von dort kann man ins Valle di Cugnasco absteigen, oder horizontal zu P.2069 traversieren und nach Borgna absteigen.


Sentiero I Ser  
Sentiero Ör Piatto - I Ser, 8.November 2012
 
 
Weitere Fotografien

Zur Übersicht