www.alpi-ticinesi.ch
Val Tomè
 



alpi-ticinesi.ch > ticino > valli > tomè


Steiles und wildes, trotz der vorhandenen Unterkunft nicht sehr häufig besuchtes Seitental des Val Lavizzara. Im oberen Tal traversiert die gelegentlich begangene Via Alta Vallemaggia (VAVM).

  Val Tomè
  Val Tomè von Alpe Lanchia, 17.September 2012
Der Talweg führt zunächst von Broglio oder von Prato östlich der Maggia zur Brücke über den Ri di Tomè bei Corsgèla. Von dort geht man auf mehrheitlich gutem Pfad über die Ruinen von Valle bis zum Corte Grande, wo sich das winzige Rifugio Tomè befindet, das derzeit (2012) durch einen grösseren Neubau ersetzt wird. Im Schlussteil, ab ca 1600m, kann es bei Vereisung im Spätherbst notwendig werden, den Ri di Tomè zu überschreiten, um jenseits auf verfallenen Pfadfragmenten zum Lago di Tomè zu gelangen.

Vom Rifugio führt ein markierter Pfad zum See und bis Piano del Lago. Im Hintergrund des Piano findet sich links ein Couloir, durch das man aufsteigt, um zuletzt auf Pfadresten wieder aus ihm heraus zu traversieren und die auf der Landeskarte nicht eingezeichnete Ruine von Ganna (ca 1810m, wenig nördlich von P.1866) zu erreichen. Von hier kann man problemlos ohne Pfad zur offenen Hütte von Piodina (P.2123) aufsteigen. Indessen ist es auch möglich von Corte Grande via Gannone hierher zu gelangen, doch ist das Gelände dort von Erlen geprägt. Über der Hütte steht der Pizzo Val Mala, der einen instruktiven Einblick in das völlig verbuschte Val Mala zulässt.

Vom Corte Grande geht man auf guter und markierter Pfadspur zur Ruine von Piatto (P.2058, einstige Unterkunft durch Lawine zerstört). Die markierte Spur setzt sich in den Sattel P.2156 fort, wo man ins Valle di Pertüs eintritt. Von der Ruine von Piatto kann man weglos zur Bocchetta di Monte Zucchero (P.2541) gelangen, die den Übergang ins Val Redòrta oder den Aufstieg auf den Monte Zucchero vermittelt. Auch lässt sich Piodina von Piatto auf einem recht guten Schafpfad erreichen, der den Talabschluss des Val Tomè durchquert. Von diesem Pfad ausgehend, kann man ohne Probleme auf den Sattel P.2224 gelangen, wo man ins Val Cocco absteigen kann. Oder man überschreitet - eher anspruchsvoll - die Bocchetta Tomè (P.2368), die ins Val d'Osura leitet.

Auf dem das Tal nordseits begrenzenden Grat befinden sich die Ruinen der in Vergessenheit geratenen Alpe Lanchia. Es existierten drei Stafel: Corte di Fondo (ex-P.1251), Corte di Mezzo (ex-P.1593) und Corte di Cima (ex-P.1661). Der Besuch beim Corte di Cima, auf einer heute noch offenen Weide mit zwei winzigen Seelein, halbwegs zwischen P.1712 und P.1772 gelegen, ist lohnend, aber recht mühsam: Der Zugangsweg beginnt beim P.876 in Rozzòla und ist mit einem orangen Pfeil markiert. Er führt über eine breite, aber steile und mit Farn bewachsene Rampe gegen Zucchero, wo er mittels kühner Treppe die Felswand zum Corte di Fondo überwindet. Bis hierher gelb markiert. Der Weiterweg führt stets über den Rücken. Von den Jägern ist eine Route notdürftig ausgeastet und mit Markierungskerben an den Bäumen versehen. Man präge sich die Route für den Rückweg ein. Über Corte di Mezzo und P.1712 knapp südseits umgehend erreicht man die Ruinen des Corte di Cima auf der völlig flachen Weide. Über den Weiterweg Richtung Crestone ist nichts bekannt, er dürfte an den tiefeingeschnittenen Scharten vor und nach P.1752 scheitern. Möglich dürfte der Abstieg via Piancasc nach Piataulee sein, Details fehlen indessen. (Broglio - Rozzòla - Alpe Lanchia, 1661m 4:30, T5-)

Sentiero Alpe Lanchia  
Sentiero Alpe Lanchia, 17.September 2012
 
 
Weitere Fotografien

Zur Übersicht