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Valle del Trodo



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Langes, sehr einsames Tal südlich des Piano di Magadino. Viele Wege sind in bescheidenem Zustand; die Signaturen der Landeskarte entsprechen nur teilweise den tatsächlichen Gegebenheiten. Als Ausgangspunkte stehen neben Quartino auch die Passhöhe des Monte Ceneri, die Seilbahnstation in Alpe Foppa und die Alpe di Neggia zur Verfügung. Der Zugang vom Monte Ceneri führt durch die gefährdete Zone des gleichnamigen Schiessplatzes und ist in der Regel nur an Samstagen und Sonntagen möglich. Ein vorgängiges Studium der Schiessanzeigen ist unerlässlich.

  Valle del Trodo
  Valle del Trodo, 4.Juni 2010
Von Quartino führt der offiziell markierte und gepflegte Wanderweg hinauf nach Al Sasso (und weiter Richtung Bruno). Beim Wegweiser biegt man in den gut erkennbaren Talweg ein und trifft sogleich auf die Abzweigung des demarkierten, aber gut erhaltenen Wanderwegs Richtung Motto delle Pianche. Der Talweg indessen passiert felsige Abschnitte, durchquert das von der Forcarella herabkommende Tobel und gelangt nach Monte di Basso. Die Reste eines alten Pfades führen von hier hinab zum Ri del Trodo und jenseits nach Dumo im heutigen Bereich des Schiessplatzes des Monte Ceneri, sein Trassee ist noch durchgehend vorhanden, mit Ausnahme der etwas anspruchsvollen Flussquerung. Nach den Hütten von Monte di Basso steigt der weiterhin recht gute Talweg in einigen Kehren zur ersten Abzweigung nach Cortaccia (ca 700m) und schliesslich zu den zwei Häusergruppen von Monte di Mezzo, einst eine stattliche Siedlung, heute von Brombeeren überwuchert und dem Verfall preisgegeben. Durch einen Kastanienwald wird aufsteigend die waagrechte gute Weganlage von Cortaccia ins Val del Stabiello erreicht.

Monte di Mezzo  
Monte di Mezzo, 5.Juni 2010  
In Cortaccia (ca 850m) befindet sich ein grosses Rustico, das einzige im ganzen Tal. Es kann auch direkt vom Talweg erreicht werden, indem man auf der Rippe nach dem von der Forcarella herabkommenden Tobel schwachen Wegspuren aufwärts folgt, die allmählich deutlicher werden. Ein weiterer Zugang nach Cortaccia führt über die Forcarella: Dazu wählt man zunächst eine dieser Varianten als Zugang zur Forcarella:
1) Von Al Sasso auf einem Pfad über den Rücken.
2) Von Motto delle Pianche auf dem vorzüglichen Pfad waagrecht nach Tecello, dann weglos über den Rücken von Tecello hinauf bis man auf den gut erkennbaren Pfad trifft, der - weiter unten verschwunden - auf die Forcarella führt (rote Markierungen).
3) Von Monte Rotto bis zur obersten Ruine, ca 890m; noch etwas weiter hinauf und auf einem waagrechten Pfad zur Forcarella.
4) Von Mottone auf dem eingezeichneten Pfad zur vorgenannten Variante.
5) Von Monte di Vira di sotto über P.860 auf einem Pfad nach Mottone und weiter wie vor.
6) Von Monte di Vira di sopra auf dem in der Landeskarte verzeichneten Betriebsweg der Hochspannungsleitung durch die Tobel von Piancaccia auf zwei abenteuerlichen Hängebrücken, deren Begehung jedoch offiziell verboten ist und waagrecht weiter zur Forcarella oder zu einer der vorgenannten Varianten (anspruchsvoll). - Auf der Forcarella angekommen steigt man noch etwas weiter an und folgt dem zumeist gut sichtbaren alten Wegtrassee in zwölf Kehren hinab nach Cortaccia.

Von Cortaccia führt eine sehr gute Weganlage durch das Val del Stabiello zur dahinterliegenden nicht besonders evidenten Wegverzweigung: Rechts hinauf führt ein Trassee zu P.1120 und weiter als unterbrochene Pfadspur durch die Felsheidenvegetation der Gana Rossa zur schönen Wiese von Corte Nuovo. Von hier führt ein deutlicherer Pfad über Caneggiolo di Sopra nach Cortaccia (P.1532) und durch eine Erlenflur zu P.1640 am offiziellen Wanderweg Alpe di Neggia - Poncino della Croce. (Im Abstieg suche man den Wegbeginn bei P.1640 nicht am tiefsten Punkt, sondern am Anfang der Steigung zum Poncione del Macello.) Von Corte Nuovo führte einst ein Pfad über P.1164 nach Monte Rotto, der Beginn des Trasees ist sichtbar, Details fehlen jedoch.

  Alpe di Malaterra
  Alpe di Malaterra, 4.Juni 2010
Zurück zur Verzweigung nach dem Val del Stabiello: Geradeaus gelangt man in Kürze zur in der Landeskarte verzeichneten Ruine, nach der es kurz bergab geht, bevor man auf die Einmündung des Pfades vom Monte Ceneri stösst: Dieser Verbindungspfad wird noch unterhalten und ist von eher guter Qualität. Er ist allerdings nur ausserhalb der Schiessplatzzeiten begehbar, in der Regel Samstag und Sonntag. Sein Beginn findet sich kurz vor Termine an der Strasse vom Monte Ceneri in die Monti di Spina. Bei Begehung ist eine beachtliche Höhendifferenz zu überwinden. Besonders auf der orografisch linken Seite wuchert die Vegetation, man achte daher darauf Markierungen und Trassee möglichst nicht zu verlieren.

Der Talweg setzt sich über P.952, wo der alte direkte Weg nach Corte Nuovo seinen Ausgang nimmt, und durch das Vallone, wo neuerdings eine heikle abgerutschte Stelle zu überwinden ist, zur Verzweigung bei P.995 (Köhlerplätze) fort: Geradeaus führen Wegreste zu den Ruinen von P.954. Die Wegreste setzen sich fort zum Ri del Trodo, der hier überschritten werden kann. Jenseits leitet ein talauswärts ziehendes Felsband in den darüberliegenden Wald, wo keine Wegfortsetzung mehr sichtbar ist. Es ist jedoch möglich, die darüberliegende Steilstufe zu ersteigen und zur Alpe di Malaterra zu gelangen (T6-); die Schwierigkeiten hängen dabei stark von der gewählten Route ab: Das Gelände verleitet zum Anstieg auf diagonalen Bändern gegen Süden, doch steigt man besser rasch gegen Norden auf den Rücken hinauf (Trasseereste). Der zuletzt übliche Zugang nach Alpe di Malaterra bestand jedoch von der Alpe Foppa aus und ist grossteils noch erhalten: Auf 1400m beim ehemaligen Skilift von Sbalzi da Sassaltorio findet man ein deutliches Wegtrassee, das die steile Flanke durchquert, und unterhalb von Zottone absteigend bis zu den Ruinen der Alp führt.

Zurück zur Verzweigung am Talweg bei P.995: Rechts aufwärts führt der nicht immer deutliche, aber zumeist erkennbare Pfad über Caneggiolo di Sotto zur geschlossenen Jägerhütte wenig vor P.1272. Entgegen der Angaben der Landeskarte endet der Pfad definitiv bei P.1272. Man kann dem einstigen Wegverlauf versuchen zu folgen, dabei stellen jedoch die Steilstufe auf 1400m (Reste von teilweise eingestürzten Kunstbauten) und die darüberliegende Erlenflur (wenige alte Schnittspuren) nicht vernachlässigbare Hindernisse in den Weg (T5-). Von oben sind die obligatorischen Stellen nur sehr schwierig aufzufinden. Auf 1520m trifft man auf das grosszügige von Cortaccia kommende Wegtrassee, das jedoch nur südlich eines Jägerunterstandes (unterhalb des Poncione del Macello) von den Erlen befreit ist. Nördlich davon ist seine Begehung erlenbedingt kaum ratsam. Durch eine Schneise in der Erlenflur erreicht man schliesslich die geschlossene Jägerhütte von Campo. Nur wenig höher traversiert der aufgegebene, aber noch gut erkennbare Wanderweg Alpe di Neggia - P.1678 - Alpe Foppa. Um auf den Monte Tamaro zu gelangen, benutzt man am besten das Wegesystem von Vadina und geht über P.1750. Möchte man hingegen zur Capanna Tamaro, so ist der Weg über Manera kürzer.

Über den westlichen Begrenzungsgrat des Tales führt der schwach frequentierte offizielle Wanderweg Alpe di Neggia - Poncino della Croce - Monti di Vira. Seine Begehung ist sehr aussichtsreich und empfehlenswert. Das Wegesystem um Vadina besteht aus alten Miltärstrassen. Interessant ist besonders die Begehung desjenigen Pfades von Alpe di Neggia via P.1390 und P.1457 zum obengenannten Wanderweg. Er mündet südlich von P.1680 ein, ist aber im Abstieg praktisch nicht erkennbar.

Poncione del Macello  
Aussicht vom Poncione del Macello nach Norden, 5.Juni 2010
 
 
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