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Valmaggina



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Langes, eher selten besuchtes Seitental des Val Morobbia.

Valmaggina  
Valmaggina von Corte di Campo, 2.November 2014  
Der offiziell markierte Talweg beginnt am Staubecken P.642 und führt in guter Qualität via Monti di Moneda, Costa dell'Albera, Alpe Valmaggia, Alpe Levén und Alpe Revolte in die Bocchetta di Revolte über dem Val di Serdena. Die deutlich kürzere Variante ab Alpe Valmaggia via All'Orto nach Alpe Revolte wird selten begangen und ist in bescheidenem Zustand. In Costa dell'Albera existiert ein kleines, sehenswertes, privates Museum. Bei P.1019 befindet sich die erste Abzweigung in den Talgrund des Valmaggina, der auch von Alpe Valmaggia direkt erreicht werden kann. Im Talgrund kann man dem orografisch linken Ufer folgen: Dabei muss man nach der Überquerung des Val del Tach rund 50m in den Hang hochsteigen, um den schluchtartigen Abschnitt auf schmalem Trassee in steilem Hang überwinden zu können und so Alpe Fonti zu erreichen. Diese Alp wurde 1952 von einer Lawine getroffen und dementsprechend finden sich nur noch Grundmauern. Von Fonti kann man entweder nach All'Orto weitergehen oder auf dem in der LK eingezeichneten Pfad nach Alpe Valmaggia. Dabei ist auf halber Strecke eine grosse Hangrutschung oberhalb zu umgehen.

Vom Talgrund des Valmaggina, ca 920m, führen die Reste eines nur noch selten begangenen Weges durch teilweise steilen Buchenwald via Alpe Gualsecco und den wenige Meter über dem Weg gelegenen Ruinenplatz Due Rase nach Stagno. Sporadische rosa Markierungen helfen bei der Wegsuche. Alte Karten verzeichnen zwischen Gualsecco und Stagno auch einen tieferen und einen höher gelegenen Weg, Details fehlen. (Costa dell'Albera - Gualsecco - Stagno 2:00, T4+)

Unmittelbar bei den Ruinen von Gualsecco beginnen die Reste einer einst grosszügigen Mulattiera, deren Anfang indessen undeutlich ist, durch steiles Gelände hinauf zu P.1524 der Alpe Caneggio im Val d'Isone. Sie bleibt stets südöstlich des Hauptgrabens und ist wiederholt hohlwegartig, was auf häufigen Viehtrieb hinweist. Auf halber Strecke ist in einer steilen, brüchigen Rinne eine etwas heikle Kletterstelle zu überwinden (Gualsecco - Caneggio 1:45, T4/II+).

  Alpe Levén
  Alpe Levén, 19.Dezember 2014
Oberhalb dieser Kletterstelle, nämlich bei der Höhenkurve 1300m, kreuzt der alte Weg von Stagno nach La Gana: Er wird noch regelmässig von den Jägern begangen und ist oft mit Plastikbändeln markiert. Er führt in mässiger Qualität durch steiles Gelände zu den Ruinen von La Gana (mit primitiver Jägerhütte), ex-P.1365. Der Weg setzt sich von hier zunächst sehr undeutlich, dann wieder ausgeprägter durch eine abweisende Rinne (Seil) fort und erreicht den Ruinenplatz Nido d'Aquila (P.1382, LK: La Gana). Schwach aufsteigend trifft man auf die undeutliche Wegforsetzung, steigt mit Hilfe eines Seils in die erste Rinne hinab, klettert auf einer Eisenleiter jenseits wieder hinaus und folgt dem erkennbaren Trassee nach kurzer waagrechter Passage steil aufwärts zu Kunstbauten und Drahtseilen, die über Felsstufen hinweghelfen bis zur zweiten Rinne. Diese Rinne wird über einen sehr steilen und exponierten Rutschhang (Seil) verlassen, worauf man einfacheres Gelände und in Kürze die nahe Alpe Torno erreicht. In Gegenrichtung ohne Ortskenntnis kaum aufspürbar. (Stagno - La Gana - Alpe Torno 2:30, T5+/III-)

Die geschlossenen Jägerhütten der Alpe Torno werden heutzutage gewöhnlich auf erkennbarem Weg über eine felsige Scharte von Alpe Caneggio im Val d'Isone erreicht. Diese Route ist mit Blechtäfelchen markiert. Früher führte ein Pfad mit deutlich geringerer Höhendifferenz von P.1524 zwischen den Abgründen hindurch nach Torno. Zwar sind noch Wegfragmente erkennbar, doch wird er nicht mehr begangen. Schliesslich konnte Torno auch von Alpe Fonti erreicht werden, nämlich über den Rücken von Sasso d'Agola, wo sich auch Ruinen befinden sollen, und eine waagrechte Traverse durch das abweisende Val del Tach. In Torno ist der Beginn des schmalen und ausgesetzten Weges bis zur ersten Rinne gut erkennbar, weitere Details fehlen. (Alpe Caneggio - Alpe Torno 1:00, T3)

Über den Zugang zum schluchtartigen untersten Teil des Valmaggina, nämlich ab der Brücke P.553, sind einige Notizen beim Valle Morobia veröffentlicht. Im übrigen sei auf das 2010 bei Salvioni erschienene empfehlenswerte Buch "Alpi e storie di alpi della Val Morobbia" von Giancarlo Maretti verwiesen.

Sentiero Alpe Torno  
Sentiero Alpe Torno, 19.Dezember 2014
 
 
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