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Valle di Vergeletto
 



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Langes, bewohntes und eher häufig besuchtes Seitental des Valle Onsernone. Die Fahrstrasse des Tales führt bis zu P.1361, jenseits der Alpe del Casone. Ab Piano delle Cascine ist sie in schlechtem Zustand, und sollte nur mit geeigneten Fahrzeugen befahren werden. In Zòtt und in Piano delle Cascine befinden sich je ein Restaurant mit Unterkunftsmöglichkeit. Eine Seilbahn führt von Zòtt nach Salèi. Das Postauto verkehrt im Sommer bis zu deren Talstation. Das Seitental Valle di Fümegn ist separat beschrieben.

Valle di Vergeletto  
Valle di Vergeletto von Toresía, 21.Oktober 2012  
Verschiedene, zumeist bescheidene Pfade führen durch die Wälder oberhalb von Ponte Oscuro und Gresso. Die Landeskarte liefert einen nicht immer der Realität entsprechenden Überblick: Vom wenig genutzten offiziellen Wanderweg Russo - Chignell - Quiello zweigt noch vor den Ruinen von Tempia der gepflegte Pfad zur Forsthütte von Calcima ab. Er setzt sich in eine Wiederaufforstung fort, früher führte er weiter bis zu den Ruinen von Busen (ex-P.1173, ca 691200/118250, nur in der Erstausgabe der SLK50 verzeichnet). Heutzutage schlägt man sich auf Wegfragmenten ohne allzu grosse Probleme direkt durch den Wald. Dieser Ort kann auch von Pesciola erreicht werden, indem man (weglos) zu den Ruinen bei P.1093 geht, noch etwas höher steigt und auf ein Weghtrassee trifft, dass allmählich nach Busen aufsteigt. In einer Rinne ist dieser Weg weggerutscht und eine (meist laubbedeckte) Plattenflucht liegt offen da, so dass diese Stelle 30m oberhalb umgangen werden muss. Von Busen führen die Reste eines Pfades nach Südosten unter einer Blockhalde allmählich hinauf. Ein niedriges Felsband auf ca 1300m wird über einen Treppenrest oder an anderer geeigneter Stelle überwunden. Danach traversiert man nordostwärts und erreicht die Ruinen von Al Sasso, ex-P.1334. Im wenige Meter dahintergelegenen Sattel stösst die von Russo via Coll heraufkommende rote Markierung hinzu. Man folgt ihr auf eher deutlichem Weg über die Teste hinweg und an einer geschlossenen, aussichtsreichen Jägerhütte vorbei bis auf die Forcola. (Russo - Calcima - Teste - Forcola 2:30, T4)

Die südseitigen Zugänge der Forcola sind beim Valle Onsernone erwähnt. Gemäss alten Karten wurde die Forcola einst auch direkt von Quiello durch den Bosco Negro erreicht. Dieser Weg ist aufgegeben, Details fehlen. Noch begangen wird der Zugang von Quiello via Piegn Zura (oberste Ruine in Quiello, ex-P.1158) und Toresía. In Toresía beginnt die lange, waagrechte, rot markierte Querung nach der Forcola, die nicht durchgehend in gutem Zustand ist. (Coletta - Quiello - Toresía - Forcola 2:15, T4-) Wenige Meter nach Querung der ersten Rinne zweigt der gut erkennbare Pfad nach Colmanicc ab, der über die Ruine des Stalles (P.1601) bis zur geschlossen Jägerhütte ca 1670m führt (T3). Diese Jägerhütte kann auch von Toresía via Monte del Motto (Rustico) und Pianca (weitere geschlossene Jägerhütte) erreicht werden: Nach Pianca ist der Pfad in sehr bescheidenem Zustand, bei der zu querenden Rinne ist ein Fixseil installiert (T4+). Zur Orientierung waren im Jahr 2012 viele Bändel vorhanden.

  Pizzo di Porcaresc
  Pizzo di Porcaresc von Toresía, 2.November 2012
Auf der Wiese von Quiello unterscheidet man im Detail folgende Lokalitäten:
  • La Piana: Hauptsiedlung, P.1006
  • I Spund: Südlich von La Piana im Hang gelegene Gebäude
  • Chiá Zot und Chiá Zura: Die zwei weiteren grössen Gebäudegruppen, ca 1040m und ca 1050m
  • La Frescalina: Am Beginn des Weges nach Monte di Bernardo liegende Ruinen
  • Al Cioss: Siedlung P.1081
  • L'Erta: Unmittelbar oberhalb Al Cioss befindliche Gebäude
  • Al Camanign: Unmittelbar über Al Cioss stehende Ruine
  • Piegn Zot: Ruine am Beginn der Ebene (ex-P.1158)
  • Piegn Zura: Oberste Gebäude und Ruinen
Von Piegn Zura führt ein noch erkennbarer Pfad zu den Ruinen von Costa di Ghell (P.1213). Auf dem Rückem im Wald unterhalb dieser Ruinen befinden sich weitere (ex-P.1130). Steigt man noch tiefer hinab, gelangt man auf den von La Frescalina kommenden Pfad zum Ri di Quiello. Jenseits des Ri stieg die Weganlage in ausgeprägten Kehren durch sehr steiles Gelände hinauf nach Monte di Bernardo. Sie ist im unteren Teil stark beschädigt oder ganz zerstört, man müht sich heikel im steilen Gelände von Wegfragment zu Wegfragment. (Coletta - Quiello - Monte di Bernardo 2:00, T5+) Monte di Bernardo wird heutzutage vorzugsweise über einen recht guten Pfad von Gresso via Costa Faleria erreicht. Einst führte ein Weg über die ganze Rippe hinauf weiter bis auf die Alpe Colla, die heute nur noch via Pian della Crosa erreicht wird. Ein sehr guter, offizieller Wanderweg führt von Gresso via Pian della Crosa und Alpe Bassa in den Passo della Bassa wo man ins benachbarte Valle di Lodano gelangt. Verschiedene semioffizielle Wegweiser weisen auf die Abzweigungen nach Monte, Alpe Colla und Alpe Bietri.

Von Gresso führt ein häufig begangener und markierter Wanderweg über Monte, an der Alpe di Biètri und den Ruinen der Alpe del Ròdan vorbei zur Bocchetta di Doia, wo man zur Capanna Alzasca im Valle del Soladino oder aber ins Valle di Fümegn gelangt. Vor der Alpe di Biètri führt ein eher bescheidener Pfad geradeaus zur Alpe di Remiasco, die auch auf einem interessanten Pfad direkt von Vergeletto über Piano erreicht werden kann. Bei den Gebäuden von Biètri führt eine gute Pfadspur zur Alpe Bassa, die besser direkt von Gresso über Pian della Crosa erreicht wird.

Colmanicc  
Alpe Bassa, 1.November 2014  
Von der Alpe del Ròdan traversieren alte Weganlagen zur Alpe di Remiasco einerseits und zur Alpe del Lago und weiter bis auf die Alpe Bassa andererseits. Das Valle di Lodano lässt sich erreichen, indem man auf einer Pfadspur den Grat bei P.2080 oberhalb der Alpe del Lago überquert.

Das Valle di Fümegn ist separat beschrieben. Wie das Gebäude von Büsenesc erreicht wird, ist nicht bekannt. Vermutlich besteht ein Zugang aus dem Valle della Camana.

Von Vallacia führen die stark verbuschten Überreste eines Pfades zu den Ruinen von Tasìn und weiter auf die Alpe d'Albezzona. Tasìn wurde früher auch von Camana via Corone della Ca und Sponde erreicht. Diese Routen sind sehr mühsam und orientierungstechnisch anspruchsvoll. Von Albezzona kann man auf markierten Pfadspuren über P.2108 zur Alpe Ribia queren.

Von Pièi führt der nicht besonders gute Hüttenweg über die Alpe del Pianaccio zum Rifugio Ribia auf der gleichnamigen Alp. Markierte Wegreste führen von hier zu P.2108 oder zum Uomo Tondo (P.2241), wo man jeweils ins Valle di Fümegn eintritt und zur Capanna Alzasca weitergehen kann. Ribia lässt sich auch auf folgenden anderen Routen erreichen: Vom Grund des Val Quarantèria auf 1560m, indem man durch eine Rinne mit den Resten einer Weganlage zu P.1645 steigt, von hier nach Südosten traversiert bis man in das verbuschte Valle delle Coronaccia eintritt. Durch dieses Tälchen steigt man durch Erlenfluren auf den Resten eines Weges mühsam bis auf die Alp. Oder von der Alpe di Cregnell: Auf einer schwachen Pfadspur in das Val Quarantèria, dessen Grund auf 2000m erreicht wird. Jenseits über Bänder mit Wegspuren auf eine abschüssige Weide. Dort zunächst etwas absteigen, dann klettert man ein Couloir hinauf (II-) und gelangt auf eine äusserst exponierte Kanzel. Von hier führt ein Weg über ein kühnes Band zu einer Lärche am Rande des trichterartigen Tälchens von Quèdri. Durch das Tälchen auf alten Wegspuren bis auf 2180m (etwas nördlich von P.2162) hinauf, wo man rechts abbiegend die sanften Weiden von Verdès erreicht. Absteigend gelangt man nach Ribia. In der Gegenrichtung ist diese anspruchsvolle Route (T6-) sehr schwierig aufzufinden.

  Pizzo d'Eus
  Valle di Vergeletto, 13.Juni 2004
Foto: Manuel Haas
Von Durnei oder von Piano delle Cascine führen verschiedene, eher bescheidene Pfadvarianten die Costa di Cregnell hinauf auf die Alpe di Cregnell. Zwei Wegvarianten leiten weiter in den Passo Pianaccio, wo man ins Valle di Campo gelangt. Der Pass ist auch erreichbar, indem man von P.1213 an der Fahrstrasse im Tal einem überraschend guten Pfad über die Alpe del Boscaccio und durch das Valle del Boscaccio folgt.

Vom Ende der Fahrstrasse steigt ein guter Weg über die Alpe di Porcaresc auf den Passo della Cavegna, wo man sehr bequem ins obere Valle di Campo wechseln kann. Von Porcaresc ziehen alten Pfadspuren gegen die Costa di dròs und weiter ins Valle del Boscaccio.

Von Piano delle Cascine führt ein flacher Weg, der früher eine Fahrstrasse war, in den Bosco delle Scheggione. Bei der grossen Kehre mündet ein Pfad von Fornace ein. Im Valle d'Arena zweigt der steile Weg zur Capanna d'Arena ab. Hier trifft man auf den guten Pfad der von der Alpe Porcaresc - die ganze Talflanke traversierend - via Alpe di Madèi, durch das Buco d'Arena, Alpe d'Arena, Pièi Bachei bis zur Capanna Salei führt. Er weist bei P.1796 eine Abzweigung auf einen schmalen Pfad nach Fornale d'Arena (P.2018) auf. In Bùsan zweigen kaum mehr sichtbare Überreste eines anderen Pfades auf den Passo del Bùsan ab, über den man ins Valle Onsernone gelangen kann.

Auf der orografisch rechten Talflanke befindet sicher der ausgedehnte Bosco Grande. Nicht alle Pfade befinden sich jedoch in gutem Zustand. Das gilt teilweise auch für die offiziellen Wanderwege, auf denen man - zumal bei entsprechender Laublage im Herbst - bis auf Schwierigkeiten der Grössenordnung T5 stossen kann, dies gilt im besonderen für die südliche Zone zwischen dem Bosco Grande und Crana. Nebst der in der Landeskarte verzeichneten Pfade und Lokalitäten, folgende Ergänzungen: Nördlich von Pombino Zot (di sotto, P.868) befindet sich I Ruvid Zot (bei P.876). Vom Pombino Zot führt ein Pfad nach Pombino Zora (di sopra, P.1010), von wo man einst nördlich nach I Ruvid Zora (ca 980m) und südlich nach Fontane weitergehen konnte. Im übrigen fehlen zu dieser Zone bisher noch die meisten Details.

Der Talschluss des Valle di Vergeletto grenzt an das separat beschriebene italienische Valle d'Isorno an.

Piegn Zura  
Mottone von Piegn Zura (Quiello), 2.November 2012
 
 
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