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Valle dei Ratti



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Orografisch linkes Seitental zur Mera. Der Talfluss Torrente Ratti mündet in den Lago di Mezzola. Zwei bewilligungspflichtige Strassen führen nach Castan (LK: Casten) und nach Foppaccia. Tagesbewilligungen sind in einer der Bars in Verceia für € 5 erhältlich. Längerdauernde Bewilligungen erhält man bei der Gemeinde Verceia. Der nur zu Fuss erreichbare Talort Frasnedo war bis vor einigen Jahren noch ganzjährig bewohnt. Das Tal wird nur in der Sommersaison (Juli/August) stark frequentiert, in der übrigen Zeit ist es oft erstaunlich einsam. Ausführliche Hintergrundinformationen zum Tal findet man bei Paesi di Valtellina. Als Stützpunkt im Tal sei das Rifugio Frasnedo empfohlen, wo man gute Unterkunft geniesst. Das Rifugio ist auf Anfrage auch ausserhalb der offiziellen Zeiten bewartet. Die manuell nachgeführte Karte des Hüttenteams (5 MB) bietet einen Überblick über die vorhandenen Wege im Tal. Im Norden grenzt das separat beschriebene Val Codera an.

Valle dei Ratti  
Valle dei Ratti von der Forcola di Frasnedo, 15.Mai 2014  
Die Fahrstrasse Verceia - Castan endet unmittelbar beim Tracciolino, jener Werksschmalspurbahn, welche von Campo als Standseilbahn nach Motta / Stazione Tracciolino (P.911) führt und dann völlig horizontal zum Diga Moledana am Torrente Ratti weiterleitet. Der offizielle Wanderweg Castan - Codera führt über das Trassee. Der Zugang von Campo nach Motta / Stazione Tracciolino (P.911) ist ebenfalls markiert, doch wird er nur noch selten benutzt. Das Trassee der einst grosszügigen Mulattiera verwächst zusehends mit Ginster- und Wacholderbeständen. Etwas tiefer als das Tracciolino ist ebenfalls ein Weg bekannt, der den Zugang von Campo nach Castan ermöglichte, Details dazu fehlen bisher. (Campo - Tracciolino - Castan 2:30, T3)

Wer zu Fuss vom Bahnhof Verceia aufsteigt, findet noch die unterhaltene alte Mulattiera vor, die die Fahrstrasse abkürzt und via Piazzo führt. Wie überall im Veltlin sind Wegbeginn und Verzweigungen kaum beschildert, der Wegverlauf dann jedoch gut markiert, so dass an gewissen Stellen Aufmerksamkeit und Spürsinn nötig ist.

Vom Tracciolino führt die bestens unterhaltene Mulattiera an Castan und der Capella Val d'Infern vorbei direkt nach Frasnedo. Alternativ gelangt man auf dem Tracciolino zum Diga Moledana oder aber auf einem bezeichneten Pfad, der nach der Capella Val d'Infern abzweigt, nach Itaca im Grund des Valle dei Ratti. Von hier führt wiederum ein bezeichneter Pfad steil hinauf nach Frasnedo. Altrernativ verfolgt man den von Itaca nach Corveggia führenden Wanderweg und trifft nach einiger Zeit auf einen anderen bezeichneten Pfad, der direkt zum Rifugio Frasnedo leitet.

  Tracciolino
  Tracciolino, 11.April 2016
Eine weitere Variante führt vom Palazzino (P.910) am Tracciolino ebenfalls nach Castan. Auf halber Strecke zweigt jedoch ein markierter Weg ab, der zum Mot dei Burei (P.1336 IGM) führt. Er setzt sich sehr aussichtsreich und mit einigen Kunstbauten versehen waagrecht nach Frasnedo fort. Alternativ gelangt man vom Mot dei Burei über den gutmütigen Rücken hinauf zum P.1527, wo der Sentiero Life hindurchkommt. Nördlich des Mot dei Burei befindet sich das Vallone di Campo: Hier sind verschiedene, zumeist weglose Routen bekannt, um vom Tracciolino zur Cima di Provinaccio aufsteigen zu können. (Tracciolino - Mot dei Burei - Frasnedo 1:30, T3)

Im Zentrum von Frasnedo trifft man auf einen Wegweiser, der zur Forcola (di Frasnedo) leitet. Der vor einigen Jahren als Sentiero Life delle Alpi Retiche hergerichtete und markierte Pfad führt in seiner zweiten Etappe von Codera kommend über die Forca di Frasnedo nach Frasnedo. Dabei holt er aussichtsreich über P.1527 aus. Von etwas oberhalb dieses Punkt lässt sich der Vorgipfel der Cima di Provinaccio ersteigen, indem man einem alten Pfadtrassee nach WNW zum WSW-Grat der Cima folgt und über diesen bis zum Vorgipfel steigt (T4+). Der höchste Punkt ist indessen nur mit anspruchsvoller Kletterei erreichbar. Der auf der Landeskarte noch verzeichnete nach Osten ausholende Wegverlauf von Frasnedo auf die Forca wird nicht mehr begangen, doch wurde ein Weglein wieder hergerichtet das vom Brunnen ob Frasnedo in vielen Kehren direkt in die Forca führt. (Frasnedo - Sentiero Life - Forca - Codera 5:00, T4-)

Eine andere bezeichnete Route führt von Frasnedo über steile Wiesen auf den Gipfel der Cima del Cavrè und anschliessend hinunter ins Rifugio Volta. Alternativ kann man von der Forca di Frasnedo kommend ohne besondere Schwierigkeiten den Monte di Frasnedo überschreiten, um auf diese Route zu gelangen. Details fehlen bisher.

Frasnedo  
Frasnedo, 15.Mai 2014  
Beim Rifugio Frasnedo, wo sich auch die Station der Materialseilbahn befindet, setzt sich der Talweg schwach absteigend fort. Man folgt einer aufgegebenen Werkstrasse bis zu einem verlassenen Bagger mit Wegmarkierung. Wenig danach verlässt man die zerstörte Strasse und steigt etwas steiler ab, um nach Corveggia zu gelangen, wo der von Moledana heraufkommende Wanderweg einmündet. Nur wenig später ist die Abzweigung nach La Nave und Lavazzo erreicht. Dieser Weg wird derzeit (2016) fahrstrassenartig ausgebaut, um die noch bestossenen Alpen Lavazzo und Codogno mit der Seilbahn in Frasnedo zu verbinden. Folgt man indessen dem Talweg über Tabiate weiter, so gelangt man an die markierte Abzweigung nach Primalpia, wo sich im obersten Stafel, 1980m, das Rifugio Primalpia befindet. Der übrige Talhintergrund mit den Alpen Campione, Camera, Talamucca, Il Mot, Al Lago und dem Rifugio Volta konnte bisher (wegen Schneelage im Mai 2014) nicht rekognosziert werden. Die vorhandenen Karten liefern einen Überblick über die vorhandenen Wege. Mit besonderen Schwierigkeiten dürfte nicht zu rechnen sein. Die offiziell markierten Übergänge Bocchetta di Spassato, Passo della Vedretta meridionale (Sentiero Dario di Paolo) und Passo di Primalpia vermitteln die Verbindungen in die Nachbartäler Val Codera und Val Màsino.

  Monte del Drago
  Monte del Drago, 15.Mai 2014
Wenden wir uns der orografisch linken Talseite zu, wo die Verhältnisse etwas weniger einfach sind und die verfügbaren Karten das heutige Wegenetz nicht immer korrekt widergeben: Von Foppaccia, wo sich das kleine Rifugio Chianova befindet, führen zwei verschiedene Wanderwege ins Tal hinein: Der untere führt durch wildes Gelände via Monte del Drogo zur von San Fedele di Verceia heraufkommenden Mulattiera und über diese nach Moledana, wo sich diverse Verbindungen mit der anderen Talseite und nach Frasnedo ergeben (siehe oben). Der obere Wanderweg steigt gleich in Foppaccia an, und traversiert das Val Priasca um Monte Nuovo zu erreichen. Er setzt sich in guter Qualität nach Lavazzo fort, wo man dem neuausgebauten fahrstrassenähnlichen Weg an diversen künstlerischen Objekten vorbei nach La Nave hinab folgen kann. Beim östlichsten in offenem Gelände befindlichen Gebäude von La Nave beginnt der markierte Wanderweg via Sostene di Piempo zum Rifugio Primalpia. Die einst von Tabiate nach Sostene führende Mulattiera scheint nur noch wenig begangen zu werden, Details fehlen.

Entlang des südlichen Ufers des Torrente Ratti resp. abschnittsweise hoch darüber verlief einst von Moledana bis Campione eine weitere Mulattiera. Sie wird heutzutage praktisch nicht mehr begangen. Sie kann von Tabiate oder von anderen Stellen am Talwanderweg gut eingesehen werden und kann offenbar noch gut verfolgt werden, Details fehlen bisher. Ebenfalls nichts bekannt ist zur Verbindung Moledana - La Nave. Das Gelände erscheint jedenfalls steil und von Wildbächen geprägt.

Schliesslich befindet sich zwischen dem Val Priasca und dem Val Codogno ein komplexes aufgegebenes Wegenetz: Zumeist sind die Wege im Buchenwald gut erhalten, in den häufigen Rinnen und Tobeln oft zerstört und weggerissen. Man rechne mit allerlei Hindernissen. Teilweise unterhalten wird einzig der Verbindungsweg Moledana - Monte del Drogo, der - im Vergleich zum offiziellen Wanderweg - einige Höhenmeter einspart, dafür abenteuerliche Passagen bietet. Letztlich bietet er jedoch keinen zeitlichen Vorteil und die meisten Drahtseile sind beschädigt, so dass auf eine Detailbeschreibung verzichtet wird. (Moledana - Foppaccia 2:00, T5)

Eine bemerkenswert grosszügige Mulattiera führte einst vom Talweg (San Fedele - Moledana) via Monte del Drogo direkt nach Lavazzo. Sie ist jedoch in der Gegend von Monte del Drogo nach grossflächigen Erdrutschen mehrfach weggerissen, so dass sie nur Ortskundigen zu empfehlen ist. Ähnliches gilt für den Weg aus dem Val Priasca nach Monte Nuovo hinauf.

Lario - Mezzola  
Lario - Lago di Mezzola, 15.Mai 2014
 
 
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