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Bocchetta del Lavatta
 



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Am 27.April 2005 begangene Route. Die gewählte Jahreszeit erwies sich als günstig in Bezug auf die noch wenig vorhandene Vegetation und die Sichtbarkeit der alten Pfade. Die Route ist auf der Val-Grande-Seite sehr schwierig aufzuspüren; wer über keine besonders gute Spürnase verfügt, muss von dieser Unternehmung absehen! Die Angaben zur ersten Etappe (Nibbio - Vallone di Bèttola) stammen von Jochen Hemmleb und wurden am 22.Februar 2011 vom Autor dieser Website verifiziert.
Aus gegebenem Anlass folgende zusätzliche Hinweise: Eine gute physische und psychische Konstitution des Alpinisten ist unerlässlich. Eine entsprechende Ausrüstung einschliesslich Biwakmaterial ist unabdingbar. Wer Zweifel an seinen diesbezüglichen Fähigkeiten oder der Qualität seiner Ausrüstung hat, der nehme Abstand von dieser Unternehmung!

Anreise

Nibbio liegt an der Strasse von Premosello nach Mergozzo. Es existiert kein öffentlicher Verkehr. Man gelangt jedoch regelmässig an den Bahnhof Cuzzago und erreicht von dort in 35 Minuten entlang der Strasse den Ausgangspunkt zwischen Nibbio und Bèttola.

Torrione di Bèttola
Torrione di Bèttola vom Aufstieg zur Bocchetta del Lavatta, 27.April 2005



1. Etappe: Nibbio - Vallone di Bèttola (T4; 1:45)


Der Anstieg beginnt auf etwa halber Strecke der Strasse zwischen Nibbio und Bèttola bei einem Steinabladeplatz. Dort zieht ein deutlicher Pfad nach Nordosten in den Wald, welcher mit roten und gelben Punkten markiert ist. Der Pfad leitet weiter durch bewachsene Blockhalden nach Nordosten aufwärts bis kurz vor den Rio Fighera. Dort biegt er nach links um in die Felsen (hölzernes Gedenkkreuz am Einstieg). Nun erst schräg nach links, später nach rechts aufwärts auf durchgängig vorhandenem Pfad durch die vegetationsdurchsetzte Felsflanke aufwärts. Bei ca 420m trifft man auf die Linea Cadorna. (Es ist möglich, aber wegen der intensiven dornigen Vegetation nicht ratsam, bereits ab Bèttola der Strada Cadorna zu folgen. Sie beginnt im Wald hinter Bèttola.) Auf ihr gewinnt man in weiten Kehren bequem weitere 50m, bevor der im weiteren Verlauf schmale und ausgesetzte Pfad nach rechts zum Val Fighera quert. (Links markierte Abzweigung zu weiteren Cadorna-Bauwerken.) Man erreicht den Rio Fighera bei der Balma del Valazin, ca 520m. Nun wenige Meter im Bachbett empor, dann nach rechts entlang verblassender roter Markierungen zur Kante des bewachsenen Felsrückens "I Cunscitt". Über den Felsrücken steigt man bis auf ca 680m auf. Dann traversiert sich der Pfad mit einigen Gefällstrecken nach rechts zum Talgrund des Vallone di Bèttola. Man erreicht den Talgrund auf ca 640m ungefähr beim Zusammenfluss mit dem Bach von Ör Piciocch (letztes Wasser). Der Pfad folgt zunächst der westlichen Seite des trockenen Talgrundes über waldbestandene Blockhalden. Dann wird der Pfad undeutlicher, ist aber weiter mit roten und gelben Punkten sowie vereinzelten Steinmännern markiert. Stellenweise findet man auch Treppenreste. Auf ca 730m wechselt man auf die östliche Talseite, auf der man bis zum Zusammentreffen mit dem Pfad von Bèttola verbleibt, ca 760m. Dieser alternative Aufstieg ist bei der Bocchetta di Saltir (im Abstieg) beschrieben.

Primel
Primel am Aufstieg, 27.April 2005


2. Etappe: Vallone di Bèttola - Bocchetta del Lavatta (T5; 2:30)

Im weiteren Verlauf folgt man nun einem deutlichen Pfad auf der orografisch linken Seite des Vallone di Bèttola, passiert auf ca 1035m die in roter Farbe markierte Abzweigung ("TRqL" = Bocchetta del Tranquillo) des gut erhaltenen Pfades nach Il Casin, und steigt weiter bis zu einer Höhe von ca 1070m. Hier folgt man den vielen gelben Pfeilen und Markierungen in den Hang der orografisch rechten Flanke und erreicht in interessanter Wegführung den aussichtsreichen Ort Asaa (ca 1270m), wo sich die Pfade nach Saltir und Lavatta verzweigen. (Für den Alpinisten, der nach Saltir möchte, ist es wichtig zu wissen, dass eine erste Abzweigung - die indessen nur ausserhalb der Vegetationsperiode eindeutig erkennbar ist - in heikles Gelände leitet. Man steigt besser noch 30m höher, bis man auf eine zweite Verzweigung trifft.) Von der Verzweigung folgt man dem Pfad nun über eindrucksvolle Bänder, durchquert die Felssturzzone vom April 2013 ohnen nennenswerte Probleme und steigt schliesslich durch ein kleines seitliches Couloir bis zu einer Stelle ca 25m über und 30 Meter nördlich der Bocchetta del Lavatta. Über Trittspuren gelangt man in die Bocchetta mit den Überresten der alten Seilbahn Orfalecchio - Bèttola.

Aussicht von Bocchetta del Lavatta
Blick von der Bocchetta del Lavatta nach Süden
, 27.April 2005


3. Etappe: Bocchetta del Lavatta - Orfalecchio (T6-; 4:00)

Man sei sich ausdrücklich der Unübersichtlichkeit und der Komplexität dieser Etappe bewusst: Von der Bocchetta del Lavatta steigt man nach wenigen Metern durch Erlen in den Kanal ein, der gegen den Grund des Val Grande leitet. Bald trifft man auf eine heikle plattige Stelle, die überwunden werden muss. Wenig später erreicht man Pfadfragmente und gelbe Markierungen, die in der orografisch linken Flanke weiter absteigen. Man folgt ihnen und gelangt auf ca 960m in ein (zweites) Blockfeld inmitten von Buchenbeständen, wo die orientierungstechnischen Schwierigkeiten ansetzen. Man sei sich bewusst, dass die Landeskarte für den weiteren Verlauf wenig detailgetreu ist, und verlasse sich besser auf die folgenden Angaben: Man durchquert das Blockfeld gegen die nordseitig begrenzende Felswand und steigt entlang dieser bis auf eine Höhe von ca 930m ab. Hier mündet aus der Felswand ein trockener Bachlauf aus. Nur mit viel Phantasie lassen sich hier noch Pfadfragmente ausmachen. Die ersten 20m steigt man rechts (im Sinne des Aufstiegs) auf, quert dann den Bachlauf um auf einen wenig ausgeprägten steilen grasig-felsig Rücken unmittelbar westlich des Bachlaufs zu gelangen. Über ihn - zwischen Felsen hindurchlavierend - erreicht man eine Buche mit einer alten verblassten Markierung in Form eines gelben Punktes - späte Bestätigung der richtigen Route! Der Rücken wird nun felsiger, man steigt daher westlich von ihm weiter auf. Dabei entdeckt man Steintreppen und -mäuerchen. Bald lässt sich der Rücken über ein Felsband wieder erreichen. Man steht nun dem Sattel Terzo Strette gegenüber, der den Übergang ins Tal des Riale Ancino zulässt. Man steigt in Kürze über Grashänge in diesen Sattel, der durch einen charakteristischen Gendarm gekennzeichnet ist, siehe Fotografie. Seine Bezeichnung rührt vom einstigen Sentiero delle Strette, der Corte Buè mit Alpe Rodüra verband.

Gendarm
Im Vordergrund: Gendarm am Sattel zum Riale Ancino (Terzo Strette), 27.April 2005

5m über dem Sattel gelangt man zu einem Grashang, der den kurzen und leichten Abstieg zu einem ersten, in der Landeskarte eingezeichneten Bachlauf ermöglicht. Man überquert den Bach und steigt jenseits wieder etwa 10m an. Man hüte sich nun davor, gemäss der Landeskarte abzusteigen. Man folgt stattdessen wenig ausgeprägten Pfadspuren nahezu waagrecht über zwei weitere Wasserläufe hinweg bis zum Rücken, über den der südliche Pfad von Rodüra herabkommt. Das nachfolgende - letzte - Tobel wird bei der Höhenkurve 980m durchschritten. Es ist schwierig den richtigen Übergang zu finden, man muss sich mit dem Höhenmesser orientieren. Jenseits trifft man auf Pfadreste, die sich zwischen den Abgründen hindurchmühen und zuletzt wieder etwas aufsteigend eine Fallholzzone im leichteren Gelände auf ca 900m Höhe erreichen. Man quert nun oberhalb der gröbsten Fallholzhindernisse weglos zum Rücken, über welchen der nördliche Pfad von Rodüra herabkommt und folgt dessen Überresten bis nach Orfalecchio. Die Begehung in der Gegenrichtung bringt keine Vorteile. Der Abstieg durch den Kanal direkt in den Talgrund des Val Grande ist gemäss einer Information von Alex Zbinden ebenfalls möglich.

B.tta Lavattel
Historische Aufnahme um 1930: B.tta del Lavatta
aus: Teresio Valsesia, Val Grande - ultimo paradiso

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Weitere Fotografien

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