www.alpi-ticinesi.ch
Sentiero Calenesc
 



alpi-ticinesi.ch > val grande > escursioni > val pogallo > sentiero calenesc


Am 7.Juni 2009, 20.Mai 2010 bzw. 23.Februar 2011 begangene Route von Ponte Casletto entlang des Rio Pogallo nach Alpe Pianezza und weiter nach Casale dei Galli. Trotz der Nähe zu markierten Wanderwegen ist die Route nicht ganz einfach und bleibt dem Alpinisten vorbehalten. An den Brücken von Buia und Borlino kreuzt man die markierten Wanderwege, über welche in Kürze Cicogna erreicht werden kann. An der Brücke von Calenesc kann man zur Strada Sutermeister überwechseln. Der Abschnitt von Ponte Borlino nach Ponte del Calenesc ist dem schwindelfreien Experten vorbehalten, andere Begeher wählen die beschriebene Variante via Tregugno.
Aus gegebenem Anlass folgende zusätzliche Hinweise: Eine gute physische und psychische Konstitution des Alpinisten ist unerlässlich. Eine entsprechende Ausrüstung einschliesslich Biwakmaterial ist unabdingbar. Wer Zweifel an seinen diesbezüglichen Fähigkeiten oder der Qualität seiner Ausrüstung hat, der nehme Abstand von dieser Unternehmung!

Anreise

Ponte Casletto liegt an der Strasse von Verbania über Rovegro nach Cicogna. Das Parkieren im Bereich von Ponte Casletto ist nicht gestattet und zudem kaum möglich. Am besten stellt man ein privates Fahrzeug in Cicogna ab, und folgt dem Wanderweg nach Ponte Casletto. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln fährt man am günstigsten nach Cossogno und folgt der Mulattiera über Alpe Miunchio nach Ponte Casletto, 2:15. Unterkunft findet man in Cicogna im Ca del Pitur oder in Cossogno im Cip e Ciop.

Sentiero
Auf dem Band: Sentiero Calenesc, 11.Juni 2009


1. Etappe: Ponte Casletto - La Buia (T4/II; 1:15)

In der ersten Strassenkehre nach Ponte Casletto zweigt der mit einem Geländer ausgestattete gute Weg ab, der hoch über dem Rio Pogallo taleinwärts führt. Ein Schild gebietet die Benutzung von Helm und Gurt. Bereits in Kürze erreicht man erste Wasserkraftanlagen. (Rechts führt ein gesicherter Pfad zu einem Überlauf hinunter.) Wenig später sieht man in der Schlucht die interessanten Anlagen der Wasserfassung (Gebäudesignatur der Landeskarte); auch hier führt wiederum ein gesicherter Pfad zu den Anlagen hinunter. Beim Beginn des Abstiegs übersteigt man jedoch das sichernde Drahtseil und folgt einer recht breiten, teilweise etwas verkrauteten Mulattiera, welche waagrecht hoch über dem Rio Pogallo dahinzieht. Es werden einige exponierte Abschnitte passiert. Bald erreicht man den vor Cicogna herabkommenden Bach, wo die Mulattiera weggebrochen ist, und eine 2 Meter hohe Felsstufe abgeklettert werden muss (II). Wenig später passiert man einen auf die Mulattiera stürzenden Wasserfall. Je nach vorangegangener Witterung kann dieser ausgetrocknet sein oder bei viel Wasser unpassierbar sein. Schliesslich erreicht man, auch einige Ruinen passierend, ohne besondere Probleme den Wanderweg Cicogna - Curgei in La Buia, rund 50 Meter oberhalb der Brücke über den Rio Pogallo.

Sentiero
Der Zugang zur Wasserfassung, 20.Mai 2010

2. Etappe: La Buia - Ponte Borlino (T4+; 0:30)

Fünf Meter tiefer nimmt die Mulattiera ihre Fortsetzung. Zunächst passiert man diverse zu La Buia gehörende Ruinen, danach ist eine Abfolge von Rinnen zu queren, wo die alte Mulattiera oft weggerissen ist. Man überwindet die Stellen mit entsprechender Vorsicht, durchquert später einen Rutschhang (nur schmale Wegspur vorhanden) und gelangt auf einem kühnen Band mit Resten eines Eisengeländers zum Wanderweg Cicogna - La Soliva, den man etwa 10 Meter oberhalb des Ponte Borlino betritt. (Wenige Meter weiter vorne fällt eine nach links führende Treppe auf: Es handelt sich dabei um den alten Verlauf des Sentiero Borlino - Cicogna. Er ist noch weitgehend intakt, seine Begehung ist interessant und kann empfohlen werden.)

Mulattiera
Mulattiera hoch über dem Rio Pogallo, 20.Mai 2010


3. Etappe: Ponte Borlino - Ponte del Calenesc (T6-; 1:00)

Man überschreitet die Brücke von Borlino und steigt jenseits zu den Ruinen von Corte Borlino hinauf. Unmittelbar unterhalb beginnt ein waagrechtes Wegtrassee die orografisch linken Hänge am Rio Pogallo zu traversieren. Man folgt ihm ohne nennenswerte Probleme bis man in der Falllinie von Tregugno am Rio Pogallo anlangt. Das Wegtrassee folgte nun einst einem stark geneigten plattigen Band rund fünf Meter oberhalb des Flusslaufes. Die Kunstbauten sind zerstört. Man steigt daher zum Fluss ab und folgt seinem Ufer über plattige Felsen und über im Flusslauf stehende Blöcke hinweg (nur bei niedrigem Wasserstand möglich). Sobald das obenliegende geneigte plattige Band wieder begehbar wird, klettert man durch eine kleine Verschneidung (II) wieder auf es hinauf und folgt ihm, wobei Brombeerbestände das Weiterkommen mühsam gestalten. Nachdem man die in der Landeskarte verzeichnete Rinne, die unmittelbar nördlich von P.672 herabkommt, überquert hat, schlängelt sich der Weg auf ein langes, ungeheuer kühnes Band in lotrechter Felswand. Die Kunstbauten sind - Stand Februar 2011 - intakt, daher ist die Begehung problemlos, wenngleich sehr exponiert. Anschliessend trifft man auf eine gut begehbare Weganlage, die von einer kurzen ausgesetzten abgerutschen Passage (II-) unterbrochen zur Ponte del Calenesc führt, wo man ohne jegliche Probleme zur Strada Sutermeister wechseln kann.

Variante via Tregugno (T4; 1:00)

Man überschreitet die Brücke von Borlino und steigt jenseits über Corte Borlino nach Tregugno (LK: Tregagno) auf, wo sich einige Ruinen von grossen Wohnhäusern befinden. Bei der obersten Ruine findet man einen waagrecht nach Norden hinwegführenden guten Pfad. Er passiert eine Reihe weiterer Ruinen, die nur teilweise auf der Landeskarte verzeichnet sind. Nach der letzten Ruine steigt man eine steile erdig-felsige Rinne mit Resten der Weganlage zum Ufer des Rio Pogallo hinab, den man wenig nach der Ponte del Calenesc erreicht.


4. Etappe: Ponte del Calenesc - Alpe Pianezza (T5/II+; 2:30)

Von der Ponte del Calanesc folgt man einem Weglein mit Resten eines Eisengeländers über gut begehbare, aber sehr ausgesetzte Felsbänder bis zur Stelle der Einmündung des Pfades von Tregugno. Ohne nennenswerte Probleme geht man auf dem vorhandenen Weg weiter und passiert die Einmündung des Val Sorda. Unmittelbar danach begibt sich der Pfad auf ein teilweise eingesprengtes Felsband ca 20m über dem Rio Pogallo hinauf. Er bleibt gut begehbar und ist an den besonders ausgesetzten Stellen mit einem alten Eisengeländer versehen (siehe Foto oben). (Diese Passage wurde in früheren Zeiten ca 40m höher oben umgangen, die Kunstbauten dieser alten Variante sind noch erhalten und können begangen werden; heikel, T6-.) Später ist eine abweisende kleine Rinne zu überwinden (II+, heikel bei Nässe). Wenig nach der Passage eines schmalen Felsbandes ca 2m über dem Fluss, beginnt der Weg allmählich in der Flanke anzusteigen, was aber praktisch nicht erkennbar ist. Verfehlt man die richtige Stelle, so gelangt man an eine unpassierbare Wand am Flussufer. Von hier geht man wieder etwas zurück, und steigt gerade den unschwierigen Hang hinauf, bis man die Reste der alten Weganlage erreicht und ihnen weiter folgt. Der Weg überschreitet einen Rücken (Steinmann) und man gelangt an Treppen, die zum Bach vor Alpe Pianezza ansteigen. Dieser Bach führt stets überraschend viel Wasser, seine Überquerung kann sich manchmal etwas anspruchsvoll gestalten. Nach der Überquerung bleibt man im Tobel, klettert entlang eines Drahtseils eine felsige Rampe (I) hinauf und steigt auf den zumeist gut sichtbaren Wegresten im Tobel weiter an. Erst auf ca 840m verlässt der Weg endgültig das Tobel und ersteigt den nördlichen Begrenzungsrücken, über den man, zuletzt weglos und durch Vegetation hindurch, die vielen Ruinen der Alpe Pianezza erreicht. Dieser letzte Abschnitt ist in Gegenrichtung recht schwierig aufzufinden, von einer Begehung ohne Ortskenntnis ist daher im Abstieg abzuraten.

Alpe Pianezza
Alpe Pianezza, 7.Juni 2009


5. Etappe: Alpe Pianezza - Casale dei Galli (T3; 0:30)

Von Pianezza folgt man einem gut erhaltenen, aber kaum mehr benutzten Pfad, der waagrecht zum oberen Stafel von Casale dei Galli, 863m, führt. Hier mündet die separat beschriebene Route von Büsen ein. Über einen wenig ausgeprägten Rücken wird nun unterhalb der Ruinen direkt abgestiegen, bis dieser steiler wird. Linkerhand führt ein ausgeprägter Pfad in ein Tälchen mit verfallenen Trockenmauern hinein, durch das man den unteren Stafel, 775m, erreicht. Wenig unterhalb der Ruinen gelangt man auf den markierten Wanderweg von Pogallo nach Pian di Boit.

Casale dei Galli
Casale dei Galli, 7.Juni 2009

Variante: Alpe Pianezza - Pogallo (direkt) (T4+; 1:00)

Pianezza und Pogallo waren einst durch einen direkten Pfad miteinander verbunden. Er ist heute nur noch im steileren Gelände erhalten. Seine Begehung ist interessant, bleibt aber dem erfahrenen Alpinisten vorbehalten. Der Wegbeginn für den Durchschlupf zum Rio Pogallo ist zudem schwierig aufzuspüren: Von Pianezza steigt man weglos den Rücken hinab, über den die Landeskarte den alten (verschwundenen) unteren Pfad nach Casale dei Galli wiedergibt. Nach Überschreitung der am Boden liegenden Drahtseile einer alten Seilbahn tendiert man weiter absteigend etwas nach Norden, ohne dabei die nördlich gelegene Rinne zu berühren. Auf etwa 750m, dort wo das Gelände markant steiler wird, wird man von einer nach Süden hin abfallenden Wegspur mit wiederholten Kunstbauten aufgefangen. Man folgt dieser Weganlage, welche durch zunehmend anspruchsvolleres Gelände, natürliche Bänder ausnutzend, sich dem Rio Pogallo nähert. Nach einer Kehre erreicht man schliesslich das Flussufer genau gegenüber der Einmündung der in der Landeskarte vermerkten Rinne südlich von Pogallo. Man überquert den Fluss. Für den Wiederaufstieg existieren drei verschiedene Möglichkeiten:
1) Man folgt dem orografisch rechten Ufer des Rio Pogallo nur kurz entlang einer interessanten Weganlage, bis man auf einen schönen Boden am Fuss des Rückens von La Colla aufsteigen kann. Am südlichen Ende des Bodens beginnt ein altes erhaltenes Wegtrassee hinauf nach La Colla an der Strada Sutermeister.
2) Weglos aufsteigend erreicht man steil direkt den unteren Rand der Wiese von Pogallo.
3) Reste eines Wegtrassees führen durch steiles Gelände zur Brücke über den Rio Pogallino zwischen Pogallo und Casale dei Galli.

Download als PDF

Weitere Fotografien bis Ponte Borlino

Weitere Fotografien ab Ponte Borlino

Weitere Fotografien Sentiero

Zurück